Zum Tag der Architektur werden 20 Objekte gezeigt – eines von ihnen versteckt sich in einem 50er-Jahre-Haus Eine Wohnung wie verwandelt

Am Sonntag wieder, das sechste Mal: Wie in jedem Jahr veranstaltet die Architektenkammer den "Tag der Architektur" und lädt zu Besichtigungen ein. 20 Bauwerke stehen zur Auswahl: Von der Schule über den alten Hafenschuppen bis hin zur Kunsthalle, wie die Kammer schreibt. Von der Kindertagesstätte über das klassische Altbremer Haus bis zum Wissenschaftsbau. Oder auch dies hier: Eine umgebaute Maisonettewohnung im Ostertor. Sie ist Teil eines 50er-Jahre-Wohnhauses, bricht aber radikal mit dem damaligen Stil.
20.06.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Eine Wohnung wie verwandelt
Von Jürgen Hinrichs

Am Sonntag wieder, das sechste Mal: Wie in jedem Jahr veranstaltet die Architektenkammer den "Tag der Architektur" und lädt zu Besichtigungen ein. 20 Bauwerke stehen zur Auswahl: Von der Schule über den alten Hafenschuppen bis hin zur Kunsthalle, wie die Kammer schreibt. Von der Kindertagesstätte über das klassische Altbremer Haus bis zum Wissenschaftsbau. Oder auch dies hier: Eine umgebaute Maisonettewohnung im Ostertor. Sie ist Teil eines 50er-Jahre-Wohnhauses, bricht aber radikal mit dem damaligen Stil.

Bremen. Wo sind wir hier eigentlich, hatten Freunde gefragt, als sie das erste Mal nach dem Umbau zu Besuch kamen. So sehr, so radikal, hatte sich die Wohnung verändert. "Wir waren zuerst ein wenig zögerlich", erzählt Brigitte Wüppermann, "aber dann war irgendwann klar, dass ein paar Wände am besten ganz raus kommen." Entstanden ist eine Großzügigkeit, die in einem Haus aus den 50er-Jahren normalerweise nicht anzutreffen ist. Zu besichtigen ist das am kommenden Sonntag, wenn die Architektenkammer wieder zum "Tag der Architektur" einlädt.

Brigitte Wüppermann und ihr Lebensgefährte Jörg Lobert, eine Psychologin und ein Lehrer, standen vor einem Problem. Sie waren zusammengezogen, doch der Platz in der Wohnung reichte nicht. "Und dann haben wir eben was gesucht", sagen die beiden. Eine schöne Wohnung, vielleicht auch ein Haus, aber was ihnen angeboten wurde, war entweder zu teuer oder von schlechter Qualität. Irgendwann schließlich der Gedanke: Warum nicht hier? In der eigenen Wohnung und der oben drüber, die ihnen ebenfalls gehört. Beide zusammenlegen und damit zusätzlichen Raum gewinnen, sodass es heute insgesamt 140 Quadratmeter sind.

Gesagt, getan – nach einer ersten Besprechung mit dem Architekten waren es nur wenige Monate, bis die Bauarbeiter anrückten. Sie packten das Treppenhaus an. Sie rissen Wände heraus, tragende Wände, deren Funktion heute von sichtbaren Stahlträgern erfüllt wird. Sie ergänzten die Böden mit Stäbchen-Parkett. Und, schnell erledigt, aber mit großer Wirkung – sie brachten die Türen bis auf Deckenhöhe.

Beeindruckend vor allem der Wohn- und Essbereich mit offener Küche. Hier spätestens verabschiedet sich die Wohnung aus den 50er-Jahren und kommt in der Moderne an. "Es ist ja eigentlich ein popeliges Haus", sagt Jörg Lobert. Etwas, was es in der Stadt in Massen gibt und dem nur selten Flexibilität abgerungen wird. In diesem Fall aber ist es mal geschehen. "Es gibt ja nicht nur Lofts und Altbremer Häuser in der Stadt, mit den anderen Immobilien kann man genauso etwas anfangen", betont Lobert. "In den 50ern wurde mit anderem Anspruch gewohnt", ergänzt seine Lebensgefährtin, "heute wollen wir es möglichst offen haben und gastfreundlich."

Die Wohnung unten ist fertig, die Treppe hinauf auch, nur oben, da wartet noch ein Bauabschnitt. Bis jetzt ist das Paar mit jedem Detail zufrieden, "wir würden heute nichts anders machen". Dass sie den Umbau herzeigen wollen und dabei nach der Erfahrung der vergangenen Jahren, als beim "Tag der Architektur" gerade die Wohnimmobilien stark besucht waren, mit einer Menge von Menschen rechnen müssen – für die beiden ist das ein Dank an den Architekten und die Handwerker. Und letztlich konsequent: "Wir haben uns beim ,Tag der Architektur’ ja auch immer etwas angeguckt."

In Bremen und Bremerhaven können zum "Tag der Architektur" am 24. Juni insgesamt 20 Bauwerke besichtigt werden. Sie sind zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet. Eine kostenlose Broschüre, in der Objekte und Termine verzeichnet sind, hat die Architektenkammer herausgegeben. Sie kann unter Telefon 170 007 angefordert werden.

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