Kita-Kinder lernen Schach

Einen Zug voraus

Schach gilt als kompliziert und scheint deshalb auf den ersten Blick nichts für jüngere Kinder zu sein. Das Gegenteil beweisen seit geraumer Zeit die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Flintacker.
15.06.2016, 00:00
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Von Malin Boemke
Einen Zug voraus

Kita-Leiter Armin Bauer, hinten Initiator Jochen Windheuser, Patrick Wiebe (Deutsche Schachkita-Jury) – und die Schachkids.

Christian Kosak

Schach gilt als kompliziert und scheint deshalb auf den ersten Blick nichts für jüngere Kinder zu sein. Das Gegenteil beweisen seit geraumer Zeit die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Flintacker.

Zweimal wöchentlich unterrichtet Wilfried Buchterkirche seit dem Herbst 2013 die Kinder der Kita ehrenamtlich im Schach. Zwölf Kinder sind zurzeit in seiner Gruppe und manchmal ist auch der erfahrene Schachspieler von ihren Zügen auf dem Brett überrascht. „Ich muss aufpassen, dass die Kinder mich nicht reinlegen“, sagt er und lacht.

Logisches Denken wird gefördert

Buchterkirche ist Mitglied im Schachklub Bremen-Nord. Die Idee, Schach in die Kita zu holen, hatte die ehemalige Leiterin der Einrichtung, Karin Kappelmann. Sie kennt Buchterkirche persönlich. „Er ist ein Schachfreak“, sagt sie. Deshalb fragte sie ihn, ob er nicht den Kindern in der Kita das Spiel beibringen könne. Es war der Beginn des Schach-Projektes. Der jüngste Spieler in seiner Gruppe sei gerade mal fünf Jahre alt, sagt Buchterkirche.

Dabei geht es um mehr als nur das Spiel. „Das logische Denken der Kinder wird natürlich gefördert. Aber auch ihre Fähigkeit, Räume einzuschätzen, verbessert sich und ihre Konzentration“, sagt Jochen Windheuser, Sprecher des Schachklubs Bremen-Nord. Den Kindern soll durch das Schachspiel auch der Weg in die Schule erleichtert werden.

„Ich staune immer wieder“, sagt Armin Bauer, der jetzige Kita-Leiter, über seine Schützlinge. „Es soll kein Zwang sein. Der Spaß und die Lust am Schachspielen sind das Wichtigste. Wir wollen keine Elite heranbilden“, fügte er hinzu.

Qualitätssiegel

Patrick Wiebe von der deutschen Schachjugend überreichte Bauer beim offiziellen Termin das Qualitätssiegel für die Kita. Voraussetzung für die Auszeichnung ist zum Beispiel ein regelmäßiges Schach-Angebot. Außerdem schulte Wiebe die Erzieher des Kindergartens, damit sie die Kinder zum Schach richtig motivieren können. Er hob hervor: „Man muss die Kinder von Anfang an spielen lassen, denn Kinder lernen immer, wenn sie spielen.“ Darüber hinaus seien Wettbewerbe für sie wichtig. Die Kinder bräuchten Erfolgserlebnisse, ist Wiebe überzeugt.

Die Kinder der Kita Flintacker konnten sich erst vor wenigen Tagen am schwarz-weißen Brett unter Beweis stellen. Bei den Jugend Einzelmeisterschaften der Bremer Schachjugend traten sie gegen andere Kinder aus Bremen und der Region in den Altersklassen U7 und U8 gegeneinander an. Insgesamt nahmen 25 Kinder aus Vereinen, Schulen und Kitas am Wettbewerb in Aumund teil. Wilfried Buchterkirche trainierte mit seiner Gruppe dafür sogar viermal in der Woche.

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