Kommentar über Frauke Petry Eingeständnis des Scheiterns

Für Hans-Ulrich-Brandt waren die Tränen Frauke Petrys Ende März auf dem Parteitag der AfD ein deutlicher Hinweis, dass sie ihr Limit erreicht hat.
19.04.2017, 21:56
Lesedauer: 1 Min
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Eingeständnis des Scheiterns
Von Hans-Ulrich Brandt

Für Hans-Ulrich-Brandt waren die Tränen Frauke Petrys Ende März auf dem Parteitag der AfD ein deutlicher Hinweis, dass sie ihr Limit erreicht hat.

War es das? Scheitert nach Bernd Lucke auch Frauke Petry als AfD-Vorsitzende am Widerstand einer immer weiter nach rechts abdriftenden Partei? Es sieht ganz danach aus, denn das von ihr drei Tage vor dem AfD-Bundesparteitag in Köln geäußerte Bekenntnis, sie wolle gar nicht Spitzenkandidatin werden, weder alleine noch in einem Team, nimmt ihr niemand ab. Diese Erklärung ist das Eingeständnis ihres politischen Scheiterns.

Zu eindeutig waren ihre Ambitionen, sich als diejenige feiern zu lassen, die die so junge Partei im Herbst triumphal in den Bundestag führt. Entsprechend wollte Petry die AfD auf Linie bringen; auf ihre, wie sie es sieht, realpolitische Linie. Mittelfristig koalitionsfähig sollte die Partei werden, zu einer bürgerlichen Volkspartei wollte sie die AfD entwickeln, nicht zu einem maximal provozierenden Haufen rechter Nationalisten mit fundamentaloppositioneller Strategie.

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Dass ihr dies nicht gelingen würde, hat Petry knallhart erlebt. Allen voran der mächtige Parteivize Alexander Gauland stellte sie immer wieder öffentlich bloß. Innerhalb der Partei wuchsen die Anfeindungen gegen sie. Ihre Tränen Ende März auf dem Parteitag der sächsischen AfD waren ein deutlicher Hinweis darauf, dass Petry am Limit ist. Nun hat sie demissioniert.

hans-ulrich.brandt@weser-kurier.de

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