Zentrum soll mehr Kunden locken Einkaufscenter Duckwitzstraße eröffnet

An der Duckwitzstraße in der Neustadt steht ein neues Einkaufszentrum. Auf dem Supermarkt-Gelände finden sich nun auch Fachgeschäfte. Ein großer Elektronikmarkt hatte eine Sogwirkung auf andere Händler.
17.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Thomas Walbröhl

An der Duckwitzstraße in der Neustadt steht ein neues Einkaufszentrum. Auf dem Supermarkt-Gelände finden sich nun auch Fachgeschäfte. Ein großer Elektronikmarkt hatte eine Sogwirkung auf andere Händler.

Dazu wurde es ab Januar 2015 umgebaut, an diesem Donnerstag wird das Center offiziell eröffnet. Kunden sollen auf dem 125.000 Meter großen Areal alles kaufen können, was sie für den kurzfristigen Bedarf brauchen, wie Textilien, Lebensmittel, Elektro-, Drogerieartikel, Fahrrad- und Autozubehör oder Baumarktprodukte.

Marion Bergmann ist die Managerin des Einkaufszentrums. „Der Standort hat Potenzial. Das wollten wir nutzen. Mit dem neuen Konzept für das ,EDU’ wollen wir mehr Kunden erreichen.“ Hauptanziehungspunkt sei der Supermarkt Real, wo etwa 90 Prozent der Zentrumskunden einkauften. „Vor dem Umbau hatten wir etwa 5000 Kunden pro Tag, jetzt sind es 7000 bis 8000.“ In Spitzenzeiten, an den Sonnabenden zum Beispiel, „können wir die 15.000 knacken“.

Flächen sollen kleiner und vielfältiger genutzt werden

Im neuen Zentrum arbeiten 300 Menschen. Es soll modernen Einkaufsbedürfnissen entgegenkommen. „Heute kaufen die Menschen nicht mehr nur einmal im Monat groß ein, sondern öfter frische Lebensmittel“, sagte Christian Mielke, Geschäftsführer der Metro Properties GmbH Deutschland.

Am Standort Duckwitzstraße hatte 2006 Walmart geschlossen. Das Konzept des US-Warenhausriesen, das noch aus den 80er- Jahren stammte, war offenbar nicht mehr bei den Kunden angekommen. Die Metro-Tochter Real hatte die etwa 15.500 Quadratmeter Ladenfläche übernommen. Auch das war wohl zu groß. Die Umsätze dümpelten dahin, und Real verabschiedete sich von 10.000 Quadratmetern Ladenfläche.

Die Flächen sollten kleiner und vielfältiger genutzt werden, hieß es. Damit aber das Center an der Duckwitzstraße in mehrere kleine Verkaufsflächen unterteilt werden konnte, musste auch Baurecht geändert werden. Dieses schreibt vor, welche Fläche für einzelne Posten, etwa Textilien, maximal angeboten werden darf. Dahinter stecken unter anderem Bedenken, dass zu große Verkaufsflächen der City Kunden streitig machen könnten. „Mit der Stadt zusammen hat das gut funktioniert“, teilte Metro am Mittwoch mit.

Insgesamt hat Metro 15 Millionen Euro und Real weitere fünf Millionen investiert. Dazu kommen die Ausgaben der einzelnen Läden, die Verkaufsflächen gemietet haben. 13.000 Quadratmeter Parkplatzfläche wurden geschaffen und an die Ausmaße moderner Autos angepasst. Jeder Parkplatz misst jetzt in der Breite 2,75 Meter statt wie bisher 2,50 Meter. Markierungen für Fahrräder und Fußgänger wurden aufgepinselt und die Innenbereiche umgestaltet.

Moderne Gastronomie mit Street Food

Metro verfolge seit ein paar Jahren ein neues Konzept, berichtete Andreas Blum von der Metro Properties GmbH, zuständig für die Planung der Architektur des Zentrums. „Wir versuchen, die einzelnen Zentren an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen.“ Für Bremen habe man sich das Thema Bremer Kogge ausgesucht, die schon im Mittelalter Waren hergebracht habe. Dazu sei mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven zusammengearbeitet worden. „Wir haben neben fünf verschiedenen Grüntönen auf Holz, Seile und andere maritime Materialien gesetzt.“

Auch die Gastronomie soll moderner wirken, beispielsweise mit einem Sandwich-Laden oder einem Laden mit Street Food. „Der Mietermix ist essenziell“, sagte Carine Beaugendre. Sie ist für die Vermietung der Flächen im Center zuständig. „Nachdem wir Saturn bekommen hatten, war es leichter, andere Mieter zu finden.“

Bei der Planung moderner Einkaufszentren spiele vor allem die Kundenorientierung eine Rolle, erklärte Geschäftsführer Mielke. Im Supermarkt sollen etwa heiße Theken oder essfertige Lebensmittel die Kunden locken. „Mit dem Zentrum wollen wir vor allem Familien und Menschen ab 50 ansprechen, die aus einem Umkreis von 15 bis 20 Autominuten kommen“, sagte Centermanagerin Bergmann. Die Aufenthaltsqualität solle steigen. „Neben dem Einkauf sollen Kunden hier auch die Mittagspause verbringen können. Wer sich länger aufhält, kauft auch mehr.“

Fachmarktzentren wie das in der Duckwitzstraße sind im Zinstief auch für Investoren attraktiv, die in Handelsimmobilien investieren. Sie wollen von den konstanten Mieteinnahmen der Center profitieren. Die Zahl der Objekte, die solche Anlagemöglichkeiten bieten, werden nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung allerdings immer rarer, seit Immobilien als stabile Investitionsform angesehen werden. Das Duckwitzcenter solle allerdings derzeit nicht verkauft werden, sagte Mielke. Es bleibt zumindest vorerst im Besitz der Metro Group – wie auch der Weserpark, der als Fachmarktzentrum begann und später zur Mall ausgebaut wurde.

„Der Trend geht zum Stadtteilzentrum“, so Mielke. „In Deutschland planen wir, künftig neue Services in den Einkaufszentren anzubieten.“ Nach Geldautomaten, Friseuren und Co. soll es in den Centern demnach vielleicht auch irgendwann Packstationen der Deutschen Post geben oder kleine Außenstellen der Meldeämter, wo man zum Beispiel Ausweise verlängern lassen kann.

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