Politiker diskutierten vor der Bürgerschaftswahl über Sinn und Zweck des Mehrgenerationenhauses Einrichtung erfüllt einen sozialen Auftrag

Lüssum. Auf einer Wahlkampfveranstaltung im "Mehrgenerationenhaus" warf Heike Binne vom Quartiermanagement Lüssum-Bockhorn die Frage auf: "Wie geht es weiter?" Die Frage richtete sich an fünf Kandidaten, die von ihren Parteien auf aussichtsreiche Listenplätze für die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft gesetzt worden sind.
10.05.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Peter Otto

Lüssum. Auf einer Wahlkampfveranstaltung im "Mehrgenerationenhaus" warf Heike Binne vom Quartiermanagement Lüssum-Bockhorn die Frage auf: "Wie geht es weiter?" Die Frage richtete sich an fünf Kandidaten, die von ihren Parteien auf aussichtsreiche Listenplätze für die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft gesetzt worden sind.

Es waren dies Margitta Schmidtke (SPD), Rainer Bensch (CDU), Horst Frehe (Grüne), Claudia Bernhard (Die Linke) und Rainer W. Buchholz (FDP).

Vor den zahlreichen Gästen erläuterte zu Beginn Christina Klebeck die Bedeutung des Modells "Mehrgenerationenhaus", von denen es zwei in Bremen und Bremerhaven gibt. Sie verwies darauf, dass es sich hierbei um ein Bundesprogramm handelt, das im Jahre 2006 von der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen erstellt worden ist. Zu dem Projekt gehören in Lüssum das "Haus der Zukunft", die Kirchengemeinde und der Kindergarten. Die Zahl der Mehrgenerationenhäuser hat sich in Deutschland von anfänglich 59 auf heute 500 gesteigert. In den ersten fünf Jahren wird ein Projekt mit 40 000 Euro gefördert. Diese Förderung läuft aber 2012 aus. Wie verlautet, soll es ein Aktionsprogramm Zwei geben, für das sich das Mehrgenerationenhaus aber wieder bewerben muss. Dann sollen allerdings nur noch 450 Häuser mit 30 000 Euro unterstützt werden. 10 000 Euro müssten dann die jeweiligen Kommunen aufbringen. Außerdem ist die Förderung auf drei Jahre begrenzt. Christina Klebeck betonte, wie wichtig es

sei, wenn die Generationen zusammenwachsen, unterstützt durch das bürgerschaftliche Engagement freiwilliger Helfer. Bildung und Integration, Altenpflege und Kinderbetreuung, gemeinsame Essen sowie Kurse über gesunde Ernährung und Gymnastik würden gefördert. 200 Besucher kommen täglich in das Mehrgenerationenhaus in Lüssum. Sie werden von 57 Mitarbeitern betreut, 14 davon sind ehrenamtlich tätig.

Angesichts der Tatsache, dass jüngere Arbeitskräfte verstärkt abwanderten und dadurch die Generationen auseinander gerissen würden, sei das Mehrgenerationenhaus eine "natürliche und sinnvolle Ergänzung" der Sozialarbeit, meint die Sozialdemokratin Margitta Schmidtke. Rainer Bensch von der CDU hat in Lüssum seine Kindheit verbracht und wertet die Einrichtung als ein "Beispiel bürgerschaftlichen Engagements"; es bilde die "Herzkammer des Lüssumer Quartiers". Der Vertreter der Grünen, Horst Frehe, legt Wert auf eine "Zielgruppen orientierte Sozialarbeit", die im Projekt Mehrgenerationenhaus verwirklicht werde. Dieses Modell einer generationenübergreifenden Zusammenarbeit und Vernetzung sei in Lüssum an das bestehende Quartier "angedockt" worden, ergänzte Claudia Bernhard von den Linken. Das Modell sollte ausgebaut und erweitert werden.

Das weit reichende Programmangebot lobte der Freidemokrat Rainer W. Buchholz. Hier werde kein Etikettenschwindel betrieben, bei dem nur der Mangel kaschiert werde. Hier werde "hervorragende Arbeit" geleistet.- In der Diskussion sprachen sich Politiker und Gäste dafür aus, die Existenz des Mehrgenerationenhauses durch eine langfristig abgesicherte Finanzierung zu gewährleisten. Dafür müssten gegebenenfalls die Haushaltsmittel des Landes umgeschichtet und solche unsinnigen Vorhaben, für die in der Vergangenheit "Millionen verplempert" worden seien, zurückgestellt werden. Die Landesregierung müsse andere Prioritäten setzen und Haushaltsmittel für Projekte bereitstellen, die sich bewährt hätten. Das Mehrgenerationenhaus habe sich bewährt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+