Gewerkschaft kritisiert Polizeibeauftragte

„Die Kollegen fühlten sich vorgeführt“

Die Gewerkschaft der Polizei in Schleswig Holstein findet zwar durchaus lobende Worte für die bisherige Arbeit der Polizeibeauftragten. Sie kritisiert dann aber doch mit deutlichen Worten.
09.05.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
„Die Kollegen fühlten sich vorgeführt“
Von Ralf Michel
„Die Kollegen fühlten sich vorgeführt“

Vor allem bei Demonstrationen, wie hier im April in München, kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Bürgern.

www.AlexanderPohl.photography /

Die Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Landesbezirk Schleswig-Holstein, zur bisherigen Arbeit der Polizeibeauftragten Samiah El Samadoni fällt zwiespältig aus. In der Tat gebe es eine Reihe von Sachverhalten, in denen Rat suchenden Kolleginnen und Kollegen durch Konfliktmoderation gut geholfen worden sei, konstatiert GdP-Landeschef Torsten Jäger. Auch bei politischen und rechtlichen Hürden habe es sehr gelungene Hilfestellungen gegeben. Andere Beteiligte hätten aber auch eine spürbare „anwaltliche“ Verhaltensweise der Polizeibeauftragten beklagt.

„Sie fühlten sich angegriffen und teilweise vorgeführt, hatten gleichzeitig die ungute Erkenntnis, sich gegen eine nur gegenüber dem Gesetz verantwortliche, somit unantastbare Polizeibeauftragte, nicht verteidigen zu können“, sagt Jäger. Das habe für Abwehrhaltung und erhebliche Schwierigkeiten im eigentlich notwendigen Dialog gesorgt.

Lesen Sie auch

„Wir brauchen keine einseitige Bewertung, sondern den Dialog auf Augenhöhe und eine neutrale Moderation“, so der GdP-Landesvorsitzende weiter. „Anwaltliches und damit parteiliches Handeln birgt in sich große Risiken.“ Für die Kolleginnen und Kollegen in der Landespolizei seien Verlässlichkeit, gegenseitiges Vertrauen und zugesagte Vertraulichkeit von größter Bedeutung.

Lesen Sie auch

Die GdP wünsche sich eine Bearbeitung, die nicht als pauschaler Vorwurf zu verstehen sein sollte, sondern im Verständnis der Bearbeitung eines sozialen Konfliktes. Es sei wichtig, sich um Konflikte zu kümmern, um Eskalation zu vermeiden. „Eine externe und neutrale Moderations- und Mediationsmöglichkeit könnte einem echten Interessenausgleich dienen und damit das Vertrauen in die Landespolizei stärken.“

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+