Einsturzgefahr Nordmole: Leuchtturm in Bremerhaven in Schieflage

Der Leuchtturm auf der Nordmole in Bremerhaven steht seit Donnerstag in arger Schieflage. Die Spitze der 110 Jahre alten Nordmole an der Geestemündung war in der Nacht zu Donnerstag abgesackt.
19.08.2022, 00:20
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Von Christian Walter

Der Leuchtturm auf der Nordmole in Bremerhaven steht seit Donnerstag in arger Schieflage. Die Spitze der 110 Jahre alten Nordmole an der Geestemündung war in der Nacht zu Donnerstag abgesackt. Die Umgebung des Leuchtturms wurde zunächst für den Schiffsverkehr gesperrt, weil akute Einsturzgefahr bestand. Es wurde befürchtet, der Turm könnte mit dem Mittags-Niedrigwasser einstürzen, weil dann der Gegendruck auf die Mole fehlen würde. Doch der Leuchtturm hielt stand und blieb aufrecht.

Über den Tag hinweg kamen immer wieder Menschen ans Ufer. Medien berichteten, Schaulustige machten Fotos. Ein Einsturz war immer noch jederzeit möglich. Doch vorerst bewegte sich das 1914 errichtete Backsteingebäude, ein Wahrzeichen Bremerhavens, nicht weiter.

Die Nordmole wurde 1912 auf einem Holz-Fundament errichtet und war stark sanierungsbedürftig. Schon 2012 wurde die Notwendigkeit der Sanierung durch den Senat in einer Vorlage für den Häfenausschuss der Bremischen Bürgerschaft erklärt. Sichtbares ist seitdem nicht passiert.

Immerhin: Am Abend wurde der Bereich für die Berufsschifffahrt wieder freigegeben. Ein Einsturz des Leuchtturms ist zwar immer noch möglich, aber mit Sicherheitsabstand dürfen Schiffe passieren. Der Leuchtturm ist nach der “Seute Deern” nun schon das zweite Wahrzeichen, das Bremerhaven auf unglückliche Weise verliert. Es gibt immerhin Hoffnung: Der Turm soll ab dem Wochenende abgebaut werden und bald auf einem Neubau der Mole wieder stehen. Jedenfalls, sofern er nicht doch noch umkippt.

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