Krankenhausneubau an der St.-Jürgen-Straße Einweihung der Klinik ist für 2014 geplant

Bremen. Der Neubau des städtischen Klinikums Mitte an der St.-Jürgen-Straße ist nun bis ins Detail schriftlich ausgearbeitet. Das Krankenhaus soll im zweiten Quartal des Jahres 2014 eingeweiht werden und 750 Betten haben. Am Dienstag befasst sich der Senat mit dem Projekt.
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Einweihung der Klinik ist für 2014 geplant
Von Wigbert Gerling

Bremen. Jetzt sind alle Pflöcke fest eingeschlagen, noch nicht auf dem Baufeld, aber in der Planung: Zeitlicher Ablauf, Finanzkalkulation, Platz- und Bettenbedarf - der Neubau des städtischen Klinikums Mitte an der St.-Jürgen-Straße ist nun bis ins Detail schriftlich ausgearbeitet. Am Dienstag befasst sich der Senat mit dem Großprojekt. Das Krankenhaus kann demnach eine Fläche von 46800 Quadratmetern nutzen, es wird 750 Betten haben und ist mit einem Gesamtvolumen von 254,8 Millionen Euro kalkuliert. Die Einweihung soll im zweiten Quartal 2014 sein.

Seit Dezember hatten sich die Bau-Spezialisten eines Generalplaners in Recklinghausen mit allen Details beschäftigt und das Konzept erstellt. Sie waren von der 'Gesundheit Nord' beauftragt worden, die als Dachgesellschaft der vier kommunalen Bremer Kliniken die Rolle des Bauherrn hat. Die Stadt und das Land Bremen sind als Sicherheit im Hintergrund, sie verbürgen für die GeNo insgesamt einen Kreditrahmen mit einer Obergrenze von 305,4 Millionen Euro. Gesundheits-Staatsrat Hermann Schulte-Sasse kommentierte die Planung mit Blick auf die bevorstehende Senatsberatung gestern nicht.

Der Neubau einschließlich des Eltern-Kind-Zentrums an der östlichen Flanke des Areals im Winkel St.-Jürgen-Straße/Bismarckstraße ist laut Planungspapier mit 230,8 Millionen berechnet. 24 Millionen Euro sind dazu als Ergänzung vorgesehen, damit nach Bedarf auch neue medizinische Technik angeschafft werden kann.

Laminat statt Parkett

Zur Kalkulation gehört ein finanzieller Puffer in Millionenhöhe, um Risiken abzufedern - von Steigerungen der Baupreise bis zur Lohnentwicklung. Um für diese Reserve finanziellen Spielraum zu bekommen, seien 'kostenmindernde Festlegungen' getroffen worden, wie es in dem Papier für die Sitzung der Landesregierung heißt. Unter anderem sei demnach die Verlegung von Laminatboden statt Parkett möglich, an unauffälligen Gebäuderückseiten könnte auf Klinker verzichtet und stattdessen preiswertere Wärmedämmung verbaut werden. Und auch bei den Fenstern könnten sich in einigen Fällen Modelle aus Kunststoff statt aus Aluminium anbieten, um Kosten zu sparen.

Vorgaben für das Bremer Projekt orientierten sich laut Planungspapier auch an bundesweiten Maßstäben. Demnach könne die Zahl der Fälle, die in Krankenhäusern behandelt werden, jährlich um 0,7 Prozent gesteigert werden. Zugleich werde die Aufenthaltsdauer der Patienten um zwei Prozent pro Jahr zurückgehen. Der Generalplaner habe die Bettenbelegung aus dem Jahr 2009 zugrunde gelegt und - unter Berücksichtigung solcher Prognosen zu den Fallzahlen - die Entwicklung bis 2020 hochgerechnet. Zitat aus der Senatsvorlage: 'Im Ergebnis wurde ein Bedarf von circa 750 stationären Betten ermittelt.'

Auch die geplante Verteilung ist dokumentiert. Demnach sind beispielsweise für die Intensivstation 36 Betten vorgesehen, im Zentrum für operative Medizin sind es 143, im Brustzentrum 15, in der Kinder-Intensivstation zwölf - und für Wöchnerinnen sind 28 Betten in die Planung aufgenommen worden.

Neuer zentraler Operationsbereich

Kernstück des Klinikums wird ein neuer zentraler Operationsbereich mit 16 Sälen im Zentrum der Anlage sein. Das Krankenhaus sei, wie es in der Planung heißt, als 'kompakter Baukörper' ausgelegt und so konzipiert, dass sich Patienten und Besucher gut orientieren könnten. Die Gebäude seien 'offen und lichtdurchflutet'. Dafür sorgten unter anderem Lichthöfe und große Fenster.

Bis ins Detail sind auch die zeitlichen Abläufe angegeben. Demnach werden bis Anfang 2011 die Übergangsbauten bezogen, die auf dem Gelände aufgestellt werden, um die Patientenversorgung auch in der Bauphase zu garantieren. Dann könne - voraussichtlich auch im Januar - damit begonnen werden, die Baugrube auszuheben. Der Auftakt der Rohbauarbeiten für den eigentlichen Krankenhausneubau entlang der Bismarckstraße ist für den 'Ende März 2011' terminiert. Im Januar 2013 soll er fertig sein. Zugleich haben dann ab Januar 2012 die Arbeiten für das benachbarte Eltern-Kind-Zentrum ebenso begonnen wie die Umbauten des bestehenden Riegelbaus an der St.-Jürgen-Straße, wo auch künftig der Haupteingang sein wird.

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