Vermehrte Quarantänefälle

Eltern fordern kleinere Klassen an Bremer Schulen

Angesichts der Infektionsgefahr fordern immer mehr Eltern kleinere Klassen an Bremer Schulen und fühlen sich vom Zentralelternbeirat nicht angemessen vertreten.
12.11.2020, 05:00
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Eltern fordern kleinere Klassen an Bremer Schulen
Von Frank Hethey
Eltern fordern kleinere Klassen an Bremer Schulen

Eltern fordern angesichts der Infektionsgefahr kleinere Klassen.

Gregor Fischer /dpa

Unter Eltern mehren sich Stimmen, die angesichts der Infektionsgefahr kleinere Klassen fordern. Bereits am 30. Oktober hatten Elternvertreter der Gesamtschule Mitte (GSM) „kreative Lösungen für differenzierten Kleingruppenunterricht“ gefordert, nun melden sich auch sieben Mütter und Väter der Grundschule an der Philipp-Reis-Straße in Horn zu Wort. Es gebe „1000 Zwischenlösungen“ für reduzierte Lerngruppen, heißt es in einem Brief an Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). „Man sollte es nicht pauschal verteufeln, in den Halbgruppenunterricht zu gehen“, sagt Mitunterzeichner Martin Garbrecht.

Kritisch beurteilt der dreifache Vater das Rotationsprinzip unter Lehrkräften. Alle 20 Minuten einen neuen Lehrer in die Klasse zu schicken, dient in seinen Augen nicht der Unterrichtsqualität und erhöht das Infektionsrisiko. „Dann besser Unterricht in Halbgruppen, das wäre effektiver.“ Zu denken geben ihm auch vermehrte Quarantänefälle. Quarantäne für einzelne Familienmitglieder werde womöglich zum Dauerzustand, wenn die Größe der Lerngruppen unverändert bleibe. „Die Schüler sitzen ja alle ohne Masken dicht beieinander.“

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Für machbare Lösungen an den einzelnen Schulen plädieren die GSM-Elternvertreter Sona Terlohr und Carolin Wohlgemuth in ihrem Schreiben an Bogedan und den Zentralelternbeirat (ZEB). „Je eher der Zwang zu Präsenzunterricht in der vollen Gruppe abgeschafft wird, umso länger bleiben die Schulen offen.“ Auch eine Maskenpflicht halten Terlohr und Wohlgemuth für unumgänglich, um den Präsenzunterricht so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Als weitere Alternative bringen sie freiwilligen Distanz- oder Hybridunterricht ins Spiel.

Mit ihren Stellungnahmen distanzieren sich die Briefeschreiber ausdrücklich vom ZEB, der in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Bildungsressort Halbgruppenunterricht als Ultima Ratio bezeichnet hatte. Man fühle sich vom ZEB nicht angemessen vertreten, so Garbrecht. Sein Eindruck: Rund die Hälfte der Eltern seien für Halbgruppen.

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