Bauarbeiten im ehemaligen Filmstudio am Herdentorsteinweg gehen voran / Nur noch fünfeinhalb Wochen bis zur Eröffnung Emil Fritz steht Pate fürs neue Varieté

Bahnhofsvorstadt. Wo noch bis 2003 Kinobesucher gebannt auf die Leinwand schauten, soll in sechs Wochen der Spielbetrieb des Veranstaltungstheaters Fritz mit einem Galaabend starten. In den Räumen des ehemaligen Filmstudio-Kinos am Herdentorsteinweg im Souterrain wird es dann Entertainment, Comedy, Revue, Musik, Gesang, Tanz und Varieté geben.
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Von Bastienne Ehl

Bahnhofsvorstadt. Wo noch bis 2003 Kinobesucher gebannt auf die Leinwand schauten, soll in sechs Wochen der Spielbetrieb des Veranstaltungstheaters Fritz mit einem Galaabend starten. In den Räumen des ehemaligen Filmstudio-Kinos am Herdentorsteinweg im Souterrain wird es dann Entertainment, Comedy, Revue, Musik, Gesang, Tanz und Varieté geben.

Über dem Eingang des ehemaligen Kinos weist zurzeit noch ein Schild darauf hin, dass hier die Filme im Tonformat Dolby Digital laufen. Doch nicht mehr lange. 'In Bremen geht man zum Lachen in den Keller' - dieser Spruch soll bald oberhalb der Treppe im Eingangsbereich prangen, die hinunter zum Veranstaltungssaal führt.

Großes Foyer

'Rechts die Kasse, links die Garderobe und dann kommt man ins große Foyer mit der Bar', sagt Timm Kulke, der zusammen mit Jens Meinke, Christopher Kotoucek und Christian Schlemm Bremens neues Veranstaltungstheater auf die Beine stellt. 'Alles wird barrierefrei. Ein Fahrstuhl wird eingebaut, den man vom Hinterhof aus erreicht. Das Foyer wird rot gestrichen, die Wände des Saals dunkelgrün. Insgesamt werden die Farben rot, grün und schwarz dominieren. Damit es so richtig heimelig wird, werden wir die Inneneinrichtung in einer Mischung aus klassich und modern gestalten.'

So richtig kann man sich diese Heimeligkeit zurzeit nicht vorstellen. Noch kleben an einer Wand Fliesen der ehemaligen Damentoilette, Kabelkanäle ragen aus den rohen Wänden, Bauschutt liegt auf dem Boden genauso wie Kabelrollen und Werkzeuge. An den Wänden vergilbte gelbe Farbe. 'Sobald alles verputzt ist, sieht das hier ganz anders aus. Der Fußboden kommt erst drei bis vier Wochen vor der Eröffnung', sagt Kulke, der in Peterswerder wohnt.

'Zum Rang' steht noch über dem Türrahmen, der in die obere Etage führt. Dort, wo in Kinozeiten der Raum des Filmvorführers war, entsteht eine Galerie, auf der 40 Gäste Platz und einen freien Blick auf die Bühne haben.

Gebaut wurde das Kino 1955. 'Unser Architekt ist der Sohn des Architekten, der das Kino damals gebaut hat', sagen die Bauherren. Wir haben also noch die original Baupläne.'

Im neun Meter hohen Saal, an dessen Wänden halbabgekratztes Dämmmaterial hängt, haben bis zu 365 Besucher Platz. 'Es gibt sechs verschiedene Bestuhlungsvarianten. Je nach Art der Veranstaltung kommen zum Beispiel kleine Tische in die Reihen', sagt Eventmanager Christopher Kotoucek, ein gebürtiger Wiener, der im Fesenfeld wohnt.

Wie im Foyer wird es auch im Saal eine Bar geben. In einer kleinen Küche sollen Häppchen zubereitet werden. 'Mit den mehrgängigen Menüs an Galaabenden werden wir aber eine Cateringfirma beauftragen und hier die Speisen nur anrichten', sagt Timm Kulke aus dem Viertel, der zusammen mit Jens Meinke eine Werbeagentur leitet.

Auf der zehn Meter breiten und fünf Meter tiefen Bühne wollen die vier Unternehmer ein 'multifunktionelles Programm' anbieten, wie es Christopher Kotoucek nennt. 'Dazu gehören Varieté, Musicals, Comedy und ein Programm für Kinder und Familien. Im nächsten Jahr wollen wir mit einer Revue starten, die sich um Bremen rankt, und damit besonders Touristen ansprechen. Die soll dann immer samstags laufen.'

Auf die Idee, in Bremen ein neues Veranstaltungstheater zu gründen, kamen die vier Unternehmer auf Umwegen. 'Vor zweieinhalb Jahren haben wir den Comedy-Club nach Bremen geholt, was gut läuft. Dann hatten wir die Idee mit dem Weihnachtsvarieté, das ist auch erfolgreich. Nur wurde es immer schwieriger, geeignete Locations für die Veranstaltungen zu finden', sagt Timm Kulke. So seien sie auf die Idee gekommen, ein eigenes Veranstaltungstheater zu gründen. Ein Jahr lang haben die vier nach Räumen gesucht und sind dann durch eine Anzeige auf das leerstehende Kino aufmerksam geworden.

Die Aufgaben sind verteilt. 'Jens kümmert sich ums Finanzielle, Christopher um die kulturellen Geschichten, ich mich ums Marketig, und Christian ist der Gastronom in unserer Runde', sagt Kulke, der selbst auch Stücke schreibt. Eines davon, 'Poschnicks lustige Opernschule', hat am 20. November Premiere. Dann wird auch Christopher Kotoucek auf der Bühne stehen.

Der Name Fritz ist eine Hommage an Emil Fritz, den Gründer des legendären Bremer Varietétheaters 'Astoria'. 'Seit der Schließung des Astoria hat es in Bremen solch einen Ort nicht mehr gegeben', sagt Kulke. 'Und Bremen kann das ab.'

Eröffnungsabend: Donnerstag, 18. November, ab 22 Uhr, bei freiem Eintritt. Musical, Artistik, Comedy, klassische Musik und Oper. Fritz Bremen, Herdentorsteinweg 39, I www.fritz-bremen.de.

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