Team von Bauraum in der Friedrich-Karl-Straße startet Aktionswochen Energiesparübungen am Modell

Hulsberg. Was ist wärmer: Fliese, Linoleum oder Kork? Und wie viel Energieersparnis bringt ein neues Dach? Im Bauraum, dem Ausstellungszentrum für Modernisieren und Energiesparen an der Friedrich-Karl-Straße 96, können Besucher vieles anfassen und ausprobieren und sich außerdem beraten lassen.
07.02.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Bastienne Ehl

Hulsberg. Was ist wärmer: Fliese, Linoleum oder Kork? Und wie viel Energieersparnis bringt ein neues Dach? Im Bauraum, dem Ausstellungszentrum für Modernisieren und Energiesparen an der Friedrich-Karl-Straße 96, können Besucher vieles anfassen und ausprobieren und sich außerdem beraten lassen.

Bei den Hausgesprächen, den regelmäßigen Vorträgen und Gesprächen von Bauraum dreht sich alles um die eigenen vier Wände und deren Beschaffenheit: Bauen, Modernisieren, Renovieren, Handwerk, Energiesparen, Klimaschutz und Gesundes Wohnen sind Themen. Wie viel Energie kann eingespart werden, wenn das Haus gedämmt wird? Im Bauraum werden nicht nur Zahlen präsentiert. Besucher können vieles selbst ausprobieren. Mit einem Drehknopf bestimmen sie das Alter des Hauses, also zum Beispiel zwischen 1919 und 1948.

Drastische Einsparung

Ohne Dämmung hat dieses Haus einen Energiebedarf von 380 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter. Setzt man dem Hausmodell, das gleich daneben steht, ein neues blaues Dach auf, sind es nur noch 250 Kilowattstunden. Verpasst man dem Häuschen eine gelbe Außendämmung, reduziert sich der Energiebedarf auf 150 und die modernen Fenster und Türen schließlich auf 125 Kilowattstunden.

Insgesamt verringert sich durch diese Maßnahmen der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid von vorher 26161 auf nachher 9103 Kilogramm im Jahr. Besucher lernen außerdem, dass 70 Zentimeter Beton den gleichen Dämmwert haben wie gerademal 13 Millimeter Zellulose und 44 Millimeter Nadelholz. Und damit man sich das nicht nur vorstellen muss, sondern auch sehen kann, sind die unterschiedlichen Dämmstoffe in einer Ecke des Ausstellungsraumes übereinander gestapelt. "Wir wollen den Leuten, die herkommen, eine Entscheidungsgrundlage bieten. An den vielen Exponaten zu den unterschiedlichen Themen werden die Zusammenhänge und Technologien des Energiesparens erfahrbar", sagt Jürgen Schnier aus dem Fesenfeld, der Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins.

Die kostenlose Beratung in den Ausstellungsräumen, die seit April 2009 geöffnet sind, übernehmen neben Schnier Architekten, Energieexperten, Bauplaner und Handwerker, die eigens für die Beratung geschult wurden. Sie informieren Besucher unter anderem zu Themen wie Dachbegrünung, Hebeanlagen, Anlagentechnik, Wärme- und Schalldämmung, Photovoltaik und thermische Solaranlagen, Fenstertechnik und beraten zu Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten.

"Die meisten Leute, die herkommen, fragen nach den Kosten und ob sich beispielsweise eine Wärmedämmung bei ihnen überhaupt rechnet. Mittlerweile kommen aber auch immer mehr, die wegen des Klimaschutzes etwas an ihren Häusern machen möchten", sagt Schnier. Ist die Frage eines Besuchers nicht ohne Hausbesuch zu klären, gehen die Berater auch schon mal zu ihnen nach Hause.

Bei den Veranstaltungsreihen Bauraum Talk und Bauraum aktiv der Vortragsreihe Hausgespräche stehen Vorträge zu Themen rund ums Haus auf dem Programm. "Dabei gibt es immer ein kurzes Impulsreferat von dem jeweiligen Experten und anschließend eine Gesprächsrunde," sagt Schnier. Die Themen der Reihe reichen von Brandschutz über Badsanierung bis hin zu Feng Shui. Am 19. Februar von 11.30 bis 14 Uhr geht es beispielsweise um schöneres Wohnen unter dem Dach. "Dann kommen vier Dachdecker und werden über die verschiedenen Möglichkeiten des Dachausbaus sprechen", so der Geschäftsführer. Und wie steht es nun mit der subjektiven und objektiven Oberflächentemperatur der unterschiedlichen Bodenbelägen? Im Gegensatz zu Holz und Kork fühlt sich Linoleum deutlich kühler und die Fliese sogar richtig kalt an. Nicht überraschend aber doch irgendwie irritierend: Bei der Messung der Oberflächentemperatur zeigt das Infrarotthermometer bei allen Materialien jeweils die gleiche Temperatur an.

Hausgespräche: Am heutigen Montag, 18 bis 20 Uhr, geht es im Bauraum, Friedrich-Karl-Straße 96, um professionelle Baubegleitung. Eintritt fünf Euro. Bei freiem Eintritt informieren am morgigen Dienstag, 18 bis 20 Uhr, Jürgen Schöttke von der Polizei und Matthias Tietjen über Einbruchsschutz, Anmeldung unter Telefon 36 21 90 03. "Badsanierung aus einer Hand" ist das Thema am 14. Februar, 18 bis 20 Uhr (Eintritt fünf Euro). Am 15. Februar, von 18 bis 20 Uhr, spricht Michael Richartz von der Feuerwehr über häuslichen Brandschutz (Eintritt fünf Euro). Anmeldungen erbeten unter Telefon 526189 51. Weitere Informationen unter www.bauraum-bremen.de. Die ständige Ausstellung ist Montag und Dienstag, von 14 bis 18 Uhr, Freitag von 10 bis 18 Uhr und Sonnabend von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

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