Wahl am 10. Mai: Johann Oppermann ist Mitglied der Grünen und kandidiert zum ersten Mal für einen Sitz im Beirat Hemelingen Engagement im eigenen Quartier zeigen

Sie sind jung, voller Ideale und Mitglied einer Partei – in einer kleinen Serie stellen wir Nachwuchskandidaten für die Beiräte Osterholz, Hemelingen und Vahr vor.
04.05.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Annica Müllenberg

Sie sind jung, voller Ideale und Mitglied einer Partei – in einer kleinen Serie stellen wir Nachwuchskandidaten für die Beiräte Osterholz, Hemelingen und Vahr vor.

Abitur in der Tasche, Auslandserfahrung in Australien sammeln und dann in der Heimat aktiv werden – so lautet Johann Oppermanns Plan. Und bisher ist er ganz gut dabei, diesen zu erfüllen.

„Ich interessiere mich schon länger für das politische Geschehen, und die Grünen stehen mir einfach nah. Für mich war klar, dass ich irgendwann mehr tun möchte“, sagt er. Es ist ein Schritt, der seinem Leben eine gehörige Portion Dynamik beschert. Zurzeit passiert alles im Schnelldurchlauf: Seit Ende 2014 gehört er offiziell zu den Grünen, kurz danach entschied er, für den Beirat Hemelingen zu kandidieren.

Neben dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bremen klebt er dieser Tage Plakate, entwirft Flyer und betreut Wahlkampfstände mit. Zwischen den Parteimitgliedern fühlt er sich gut aufgenommen, obwohl Oppermann einer der Jüngsten ist. „Es herrscht ein sehr gesundes Umfeld, die Arbeitsweise ist konstruktiv. Meine Meinung ist gefragt und das Alter spielt keine Rolle“, sagt der Hastedter, der die Kandidatur für den Stadtteilbeirat als „reizvolle Herausforderung“ sieht.

Für Oppermann gehört das Engagement in einer Partei zum Leben wie der Schulabschluss. Nach einer kurzen Auszeit in Australien, freut er sich nun, für den Stadtteil aktiv werden zu können. Denn die Reise vertiefte die eigene grüne Gesinnung. „In Australien ist das ökologische Bewusstsein ein ganz anderes. Es gibt dort viele Probleme, und wer weiß, ob das Great Barrier Reef in ein paar Jahren noch so schön ist“, fragt sich Oppermann. Mit einem Freund unternahm er für mehrere Monate die Entdeckungstour auf dem anderen Kontinent. Sie halfen auf kleinen Bio-Farmen mit und kamen mit Land und Leuten in Kontakt.

Zurück in Bremen will Oppermann helfen, die Werte der Grünen umzusetzen und generell wieder mehr Bewusstsein für das Miteinander wecken. Den Fokus setzt er auf die Sozialpolitik.

Was ihn derzeit umtreibt ist die Situation der Flüchtlinge. „Wir sollten den Ausbau des Flüchtlingswohnheims an der Arberger Heerstraße befürworten und unterstützen. Eine gute Willkommenskultur und Maßnahmen zur gesellschaftlichen Integration wie Sprachkurse sind wichtig “, erklärt er sein erstes Anliegen. Ganz prinzipiell plädiert der Student für mehr Umsicht: „Ich erlebe es häufig in meiner Generation, dass ein Smartphone einen höheren Stellenwert hat als soziale Gerechtigkeit. Es hat sich eine Art Egoismus eingestellt, der vielleicht daher kommt, dass die Menschen zufriedener sind.“

Von seinen Freunden ist niemand in einer Partei aktiv, mit Beiratsarbeit können die wenigsten etwas anfangen. „Ich habe ihnen erklärt, was das Gremium ist und was man dort tut.“ Oppermann selbst hat schon Sitzungen besucht und den Ablauf des Abgeordnetenlebens beim Planspiel „Jugend im Parlament“ auf sich wirken lassen. Sein Brot will er über ein Mandat jedoch nicht verdienen, das Engagement im eigenen Quartier hat Priorität.

Verkehrsberuhigung, Grünflächenerhalt und Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sind die Schlagworte des Jungpolitikers. In diesen Bereichen soll sich in den nächsten Jahren noch mehr tun.

„Ich erlebe gerade ein sehr abgewandtes Bild von der Politik, die Haltung der Bevölkerung ist eher negativ“, findet er. Phrasenhafte Sätze und ein wackeliger Stil der Bundesregierung machten nun mal keinen guten Eindruck.

Für eine Wende kann aus seiner Warte vielleicht der Jugendbeirat Hemelingen sorgen. „Das ist eine Chance für Jugendliche, ernsthaft Politik zu erfahren und zu machen“, ermutigt er die Durchstarter der ersten Legislaturperiode. Er hätte gerne in einem solchen Gremium mitgewirkt, um am Puls der Kommunalpolitik zu sein.

Wenn Oppermann demnächst aus dem Elternhaus auszieht, nimmt er die dort vermittelten grünen Wert mit in seine eigene Wohngemeinschaft. Es wird Ökostrom und Energiesparlampen geben – eventuell scheint sogar eine rote „Atomkraft – nein danke“-Sonne an der Tür. Aber das muss er noch mit dem Mitbewohner klären.

Außer den umweltbewussten Alltäglichkeiten war Oppermann eines wichtig: eine Wohnung in Hastedt zu finden. „Hemelingen und Hastedt sind wunderbare Ortsteile. Ich genieße die Vorzüge, die gute Anbindung, die grünen Plätze und die Ruhe in den kleinen Nebenstraßen.“

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