Bundeskongress in Bremen Engagiert für ein geeintes Europa

Die Jungen Europäischen Förderalisten treffen sich zum Bundeskongress in der Bremischen Bürgerschaft. Ihr Ziel: ein Zeichen setzen.
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Engagiert für ein geeintes Europa
Von Jan Oppel

Der Zusammenhalt in Europa scheint zu bröckeln. In mehreren Mitgliedsstaaten sind nationalistische Kräfte im Aufwind, und dann haben sich auch noch die Briten entschieden, die EU zu verlassen. Keine leichten Zeiten für überzeugte Europäer. Doch sie glauben weiterhin fest an diese Idee: die Jungen Europäischen Förderalisten.

Der überparteiliche Jugendverband hält an diesem Wochenende seinen Bundeskongress in Bremen ab. Rund 120 junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren sind aus ganz Deutschland angereist, um im kleinsten Bundesland ein Zeichen für ein geeintes Europa zu setzen.

Die JEF gibt es seit 68 Jahren. In Deutschland sind die etwa 3500 Mitglieder in 15 Landesverbänden organisiert. In Europa sind nach Angaben des Bundesvorsitzenden Manuel Gath 25.000 junge Menschen in mehr als 30 Ländern aktiv. „Mitmachen kann aber jeder, der unsere Ziele teilt“, sagt JEF-Chef Gath.

Parallel in anderen Jugendorganisationen tätig

Der Verband arbeitet überparteilich, die Ziele sind vielfältig. Bei ihrem Bundeskongress in Bremen sprechen die Delegierten unter anderem über kostenlose Kulturangebote, die Auswirkungen der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens oder Europas Grenzen.

Viele Mitglieder sind parallel in den Jugendorganisationen verschiedener Parteien aktiv: Bei den Jusos, der Jungen Union, der Linksjugend, den Jungen Liberalen oder der Grünen Jugend. Nur mit der AfD gibt es einen Unvereinbarkeitsbeschluss. „Deren Fundamentalkritik an Europa ist mit unserem Programm nicht vereinbar“, so Gath.

Gleichwohl sei Kritik an der EU und ihrer Politik bei der JEF durchaus willkommen und berechtigt. Von einem Europa in der Krise will Gath nicht sprechen. Vor allem bei der Jugend beobachtet er stattdessen große Sympathien für ein geeintes Europa. „Der Wind dreht sich“, sagt er. Das zeigten Bewegungen wie etwa Pulse of Europe sehr deutlich.

Enge Kontakte zu den Parteien und der Europaunion

Mit 20 Mitgliedern stellt Bremen den kleinsten Landesverband. Um so mehr freut sich die Vorsitzende Oksana Muhs-Sapelkin, dass der Bundeskongress im Haus der Bremischen Bürgerschaft stattfindet. Im letzten Dreivierteljahr haben sie und ihre Mitstreiter viel Zeit und Arbeit in die Organisation gesteckt. Und nun sitzen die Mitglieder mit Blick auf den kleinen Freimarkt und das Rathaus zusammen, diskutieren und stimmen über allerlei Anträge ab.

Aber was geschieht mit all den Beschlüssen? „Wir pflegen enge Kontakte zu den Parteien und der Europaunion“, sagt Muhs-Sapelkin. Regelmäßig organisiert der Verband Podiumsdiskussionen, Konferenzen und sucht den Austausch mit Entscheidungsträgern. „Wir denken Europa weiter“, heißt einer der JEF-Slogans. Sein Ziel hat der Jugendverband fest vor Augen: die Vereinigten Staaten von Europa.

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