Bei einer Kooperation der Universität und der Oberschule Rockwinkel schnuppern Schüler Hochschulluft Englischstunde an der Uni

Horn-Lehe. Leises Gemurmel und neugierige Blicke füllen den Raum 1400 des Mehrzweckhochhauses der Universität Bremen, als Professor Marcus Callies mit der Begrüßung zur Probevorlesung beginnt. Schülerinnen und Schülern von der Oberschule Rockwinkel haben Platz genommen, um Einblick in den Fachbereich Englische Sprachwissenschaft zu bekommen.
02.02.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sebastian Föll

Horn-Lehe. Leises Gemurmel und neugierige Blicke füllen den Raum 1400 des Mehrzweckhochhauses der Universität Bremen, als Professor Marcus Callies mit der Begrüßung zur Probevorlesung beginnt. Schülerinnen und Schülern von der Oberschule Rockwinkel haben Platz genommen, um Einblick in den Fachbereich Englische Sprachwissenschaft zu bekommen.

Im Rahmen der seit eineinhalb Jahren bestehenden Kooperation zwischen der Oberschule und der Universität steht den Schülerinnen und Schülern ihre erste 90-minütige Uni-Vorlesung bevor. Das Thema: „English around the world“. Englischlehrer Björn Tegge trifft dabei auf seinen früheren Dozenten Marcus Callies. „Der persönliche Draht vereinfacht natürlich die Kooperation erheblich“, sagt Tegge, Mitinitiator der Kooperation.

Schwerpunkt Australien

Die anstehende Mini-Lecture soll den Schülern zusätzlich zum allgemeinen Informationstag der Universität eine vertiefende Einführung in den Studiengang Englisch geben. Einige der Abiturienten in spe ziehen ein solches Studium in Betracht.

Der Bremer Bildungsplan gibt vor, dass Australien eines der Schwerpunktthemen für das Abitur ist. Da wundert es Uschi Bauer, Fachsprecherin der Oberschule Rockwinkel, nicht, dass sich niemand meldet, als Professor Callies am Ende der Vorlesung die Frage stellt, ob jemand Interesse an einem Auslandsaufenthalt in Down Under hat. „Die haben sich ein Jahr mit Australien beschäftigt und müssen jetzt einen Teil ihres Abiturs über Australien schreiben“, erklärt sie die freudlose Rückmeldung der Schüler auf seine Frage.

Dass es in der Probevorlesung um das große Australien geht, hatten Callies und Tegge zuvor verabredet, auch dass sie „fast genauso wie eine normale Vorlesung für Studierende“ ablaufen soll. Lediglich ein zwischendurch ausgeteiltes Blatt zum besseren Verständnis einer Aufgabe zum Hörverstehen kommt in einer Uni-Vorlesung nicht zum Einsatz.

Schmackhaft soll den Schülern das Englischstudium auch der Hinweis auf verschiedene Projekte machen, an denen sie sich bereits in ähnlicher Weise in der Oberstufe beteiligen. So lädt beispielsweise die englische Uni-Theatergruppe „The Parlement of Foules“ zu einer einwöchigen London-Exkursion ein – auch Shakespeares Globe Theatre wird dabei besucht. An der Oberschule Rockwinkel wird das Fach Darstellendes Spiel bilingual in Deutsch und Englisch unterrichtet. Aufmerksam verfolgen die Schüler die Probevorlesung und schnuppern so ein wenig Hochschulluft. „Der Besuch soll auch ein bisschen die Ängste und den Respekt der Schüler vor einer Universität abbauen“, sagt Björn Tegge. Gerade deshalb ist es wichtig, dass „man einen Einstieg auf einer sehr niedrigen Schwelle findet“.

Lehrreich für die Studierenden

Nicht nur für die Schüler ist es wichtig, dass sie etwas mitnehmen und neue Eindrücke bekommen, sondern auch für Callies Studierende, die Lehrerinnen und Lehrer werden wollen. „Schließlich bilden wir sie aus und schicken sie mit dem von uns vermittelten Wissen wieder zurück auf die Schule“, erklärt er das Interesse der Universität an der Kooperation. „Wir wollen nicht nur in unserem eigenen Kreis kochen.“ Wichtig bei der Kooperation sei deswegen auch, herauszufinden, was die Lehrer und Lehrerinnen tatsächlich im Schulunterricht benötigen. Bereits am Tag vor der Probevorlesung waren daher Stefanie Hehner, Projektmitarbeiterin bei Marcus Callies, und einige Kommilitonen an der Oberschule Rockwinkel zu Besuch. Außerdem gehört zur Kooperation der Uni mit der Oberschule, dass zurzeit zwei Schüler an der Uni hospitieren.

Am Ende soll der Uni-Besuch der Schülerinnen und Schüler detailliert ausgewertet werden. Eine erste positive Rückmeldung bekommen die Lehrer aber schon nach der Vorlesung: Uschi Bauer zeigt sich erfreut, dass die Schülerinnen und Schüler nach eigener Auskunft alles verstanden haben.

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