Lions-Club „Auguste Kirchhoff“ plant regelmäßiges Bremer Schülerkulturfestival in Walle

Enorme Herzlichkeit und viel Potenzial

Walle. Theaterfans und Musikliebhaber sollten sich schon einmal den 19. Mai 2017 im Kalender rot anstreichen.
16.11.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anne Gerling

Walle. Theaterfans und Musikliebhaber sollten sich schon einmal den 19. Mai 2017 im Kalender rot anstreichen. An diesem Tag nämlich, einem Freitag, wird ab 19 Uhr in Walle ein neues Bremer Schülerkulturfestival aus der Taufe gehoben, das fortan alle zwei Jahre im Stadtteil stattfinden soll.

Initiator der Aktion namens „Schulkultour“ ist der Lions-Club Bremen „Auguste Kirchhoff“, dessen Vertreterinnen Karola Jamnig-Stemach und Christiane Nibuhr-Redder das Vorhaben nun im Fachausschuss „Kultur, Sport und Migration“ des Waller Beirats vorgestellt haben.

Der 2004 gegründete Damenklub hat sich die Förderung lokaler Einrichtungen in Bremen auf die Fahne geschrieben. Auch will er weltweite Projekte unterstützen, die auf Kinder und Frauen ausgerichtet sind und Bildung im Fokus haben. Die Damen helfen mal mit Benefizveranstaltungen, krempeln aber regelmäßig auch die Ärmel hoch und leisten tatkräftige Unterstützung. Nach dem Vorbild der Veranstaltung „Walk’n’Art“, die seit einigen Jahren ein Oldenburger Lions-Club organisiert, wollen sie nun in Bremen die „Schulkultour“ ins Leben rufen.

An drei Veranstaltungsorten im Stadtteil, so der Plan, gibt es dabei nacheinander je drei etwa halbstündige Darbietungen, beispielsweise aus den Bereichen Musik, Gesang oder Theater zu erleben. Das Publikum „pendelt“ von einem Auftrittsort zum anderen und schlendert somit auf dem Weg zum jeweils nächsten Veranstaltungsort an Kleinkunst und Getränkeständen vorbei, begleitet von Straßenmusik und sogenannten „Walking Acts“, also kleineren künstlerischen Einlagen oder Mini-Theater-Darbietungen.

Für die Bremer Version dieses Spektakels haben die Auguste Kirchhoff-Lions dabei nun ganz bewusst Walle als Veranstaltungsort ausgewählt. Denn über ihre Benefiz-Aktion „Ein Teil extra“ sind sie dem Stadtteil schon seit Längerem verbunden: Immer am zweiten Adventssonnabend sammeln sie Sachspenden für Kinder- und Frauenprojekte in Bremen und bitten Kunden im Walle-Center, bei ihren Einkäufen eines oder auch mehrere Teile zusätzlich einzukaufen und anschließend zu spenden.

„In Walle erleben wir dabei regelmäßig eine enorme Herzlichkeit“, erklärt Christiane Niebuhr-Redder, „und so sind wir nun auf Walle gekommen.“

Mit den weiterführenden Schulen im Stadtteil haben Christiane Niebuhr-Redder und Karola Jamnig-Stemach schon Kontakt aufgenommen und sind dort gleich auf offene Ohren gestoßen. Mit im Boot sind demnach die Oberschule Waller Ring, die gymnasiale Oberstufe des Schulzentrums Walle an der Langen Reihe und die Oberschule Helgolander Straße: Sie stellen Bühnen zur Verfügung und wollen auch Vorführungen erarbeiten.

Um die drei Blöcke zu füllen, werden insgesamt neun kleine Veranstaltungseinheiten benötigt. Außerdem werden noch „Acts“ für die Pausenblöcke gesucht. Deshalb haben die Lions-Damen sich auch an Schulen in anderen Stadtteilen gewandt und konnten bereits die Oberschulen Am Barkhof und an der Kurt-Schumacher-Allee (KSA) für das Projekt gewinnen.

Mit dem Schülerkulturfestival, dessen inhaltlicher Fokus auf Musik und Theater liegen soll, verfolgen die Lions-Damen dabei gleich drei Ziele: Zum einen wollen sie das Selbstwertgefühl der Jugendlichen stärken. Außerdem sollen durch die Aktion die beteiligten Schulen bekannter werden, und drittens dient die Aktion dazu, die Kulturarbeit an den Schulen zu würdigen und zu fördern.

Sämtliche Einnahmen aus dem Kartenverkauf – der Eintritt für den gesamten Abend kostet 9,50 Euro – sollen anschließend allen beteiligten Schulen zu gleichen Teilen zugutekommen. Der Lions-Club unterstützt die Schulen, indem er sein Organisationstalent einbringt. Er kümmert sich um die Koordination und Projektplanung, wählt die „Acts“ aus, organisiert Werbung und Kartenverkauf und wirbt Sponsoren, um die Kosten für die Technik und sonstige Infrastruktur zu decken. Denn, so Karola Jamnig-Stemach: „Wir arbeiten gerne mit den Menschen zusammen, für die wir etwas tun möchten.“

Ist der Eintrittspreis von 9,50 Euro zu hoch für Waller Eltern, die die Aufführung ihrer Kinder besuchen möchten? Darüber haben die Mitglieder des Damenklubs im Vorfeld intensiv mit den Schulleitungen diskutiert, wie Jamnig-Stemach schildert:

„Wir verstehen diesen Preis als Wertschätzung dafür, dass jemand etwas tut, und deshalb möchten wir ihn nicht senken.“ Denkbar sei, den Kartenverkauf über Sponsoren zu fördern. So könnten Unternehmen ein bestimmtes Kontingent an Karten kaufen, die anschließend an weniger gut betuchte Besucher weitergegeben werden könnten.

Ein Bremer Schülerkulturfestival in Walle – diese Idee gefällt den Waller Kulturpolitikern auf Anhieb. Und auch Bildungsausschusssprecher Jupp Heseding gab sich begeistert: „Ich finde es gut, dass Sie das hier in Walle machen wollen – Sie haben damit den idealen Standort ausgewählt“, unterstreicht er. „Denn es gibt in Bremen keinen Stadtteil, der eine so hohe Schuldichte hat wie wir. Es ist also viel Potenzial da!“

Wer das Projekt Schulkultour unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an orga@lc-auguste-kirchhoff.de, mobil unter 0173 97 65 544 an Susan Thierfeld oder unter Telefon 72 22 8 an Gretel Sattler vom Lions-Club Bremen Auguste Kirchhoff wenden.

„Sie haben den idealen Standort ausgewählt.“ Jupp Heseding
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