Tach auch Entensache

Tiere und Kinder gehen immer, so lautet eine alte, nun ja, Regel in den Medien. Ein Grund, weshalb folgende These an dieser Stelle erörtert werden soll: Bremen braucht mehr Enten.
27.09.2016, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Entensache
Von Kathrin Aldenhoff

Tiere und Kinder gehen immer, so lautet eine alte, nun ja, Regel in den Medien. Ein Grund, weshalb folgende These an dieser Stelle erörtert werden soll: Bremen braucht mehr Enten. Da kann nun einer sagen, stimmt doch gar nicht, am Werdersee haben wir schon eine Entenplage, die Viecher zwicken einen in die Zehen und laufen ständig beim Wikinger-Schach aufs Spielfeld, weil sie die hellen Holzklötze wohl für Brotstückchen halten. Stimmt. Aber in der Innenstadt haben wir zu wenige, denn hätten wir mehr, wäre die Stimmung deutlich besser, Sommerende, Behördenversagen und Sparzwang hin oder her. Einen Beweis für die These? Gerne.

Neulich am Brill: Steht eine Ente an der Straßenbahnhaltestelle. Sucht unter den Sitzbänken nach Krümeln, findet auch welche, watschelt hin und her, die Wartenden blicken von ihren Smartphones auf, lächeln, nehmen untereinander sogar Blickkontakt auf, lächeln immer noch. Doch plötzlich droht Gefahr: Die Straßenbahn kommt, und die Ente bewegt sich auf die Schienen zu, hört nicht das Rumpeln der Bahn, watschelt gefährlich nah an die Kante, ja, hört die denn nichts? – da bilden die Wartenden eine Kette, schirmen die Schienen vor der Ente ab, besser gesagt vielleicht die Ente vor den Schienen. Die Straßenbahn steht, die Ente lebt und die Bremer? Lächeln immer noch. Und steigen in die Bahn, mit dem guten Gefühl, ein Leben gerettet zu haben. Quod erat demonstrandum, könnte man nun schreiben. Aber noch so eine alte Regel in den Medien lautet: keine Fremdsprachen verwenden. Als bewiesen gilt die These aus Sicht der Autorin dennoch.

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