Stählerne Schutzvorrichtung hatte am Wochenende zeitweise zu erhöhter Aufmerksamkeit bei Schifffahrt geführt Entwarnung: Losgerissener Abweiser nach Farge geschleppt

Burg. Entwarnung für die Schifffahrt: In Lesum und Weser schwimmen keine stählernen Schutzvorrichtungen der Burger Ersatzbrücke mehr. Ein rund zehn Meter langer so genannter Abweiser war, wie berichtet, infolge starken Eisgangs aus seiner Verankerung gerissen und von der Strömung bis Vegesack getrieben worden. Inzwischen ist der "Torpedo" vom Wasser- und Schiffahrtsamt zum ehemaligen Hafen beim Kraftwerk Farge geschleppt und dort vertäut worden.
06.02.2012, 05:00
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Von Klaus Grunewald

Burg. Entwarnung für die Schifffahrt: In Lesum und Weser schwimmen keine stählernen Schutzvorrichtungen der Burger Ersatzbrücke mehr. Ein rund zehn Meter langer so genannter Abweiser war, wie berichtet, infolge starken Eisgangs aus seiner Verankerung gerissen und von der Strömung bis Vegesack getrieben worden. Inzwischen ist der "Torpedo" vom Wasser- und Schiffahrtsamt zum ehemaligen Hafen beim Kraftwerk Farge geschleppt und dort vertäut worden.

Besorgte Anwohner hatten am Freitag die Polizei alarmiert, weil sie glaubten, dass Teile der provisorischen Überführung in die Lesum gestürzt seien. Weil "Einsturzgefahr" zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde die Brücke für knapp eine Stunde voll gesperrt. Dann aber stellte sich heraus, dass nicht Brückenteile in den Fluten trieben, sondern ein großer Fender von den Eisschollen aus seiner Verankerung am mittleren Trägerbauwerk gesprengt worden war.

Das stählerne Bollwerk gehört zur Schutzvorrichtung für das "Mitteljoch", das die Hauptlast der 70 Meter langen Ersatzbrücke trägt. Eine Besatzung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremen hatte den Abweiser (er soll Schiffe abweisen, die dem Trägerbauwerk zu nahe kommen) bereits tags zuvor auf einer Kontrollfahrt gesichtet, ihn aber nicht aus dem Packeisfeld bergen können. Sven Wennekamp vom Außenbezirk Farge des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremen: "Der Abweiser war nur noch lose an einer Kette mit dem Mitteljoch verbunden."

Als dann am Freitag die Hinweise aus der Bevölkerung kamen, wonach der Fender und angebliche weitere Brückenteile im Eiswasser schwammen, alarmierte das Wasser- und Schifffahrtsamt sofort die Schifffahrt auf der Weser. Zudem nahm man Kontakt mit der Fährgesellschaft Vegesack-Lemwerder auf und bat darum, doch verstärkt nach gefährlichen Gegenständen Ausschau zu halten.

Tatsächlich hatte die Strömung den stählernen Hohlkörper von Burg aus flussabwärts durch das Sperwerk in Grohn zur Lesummündung bugsiert. In Höhe des Vegesacker Anlegers wurde er am frühen Freitagnachmittag von der Fährbesatzung gesichtet und gesichert. Anschließend, so Sven Wennekamp, sei der Abweiser von einem Arbeitsboot des Wasser- und Schiffahrtsamtes zum Löschplatz Farge geschleppt worden. In den nächsten Tagen soll er wieder an seinen angestammten Platz zurück gebracht und mit dickeren Ketten als zuvor am Trägerbauwerk der Burger Ersatzbrücke befestigt werden. Schließlich sorgt die eisige Kälte dafür, dass sich der Eisgang auf der Lesum verstärkt.

Er könnte dann auch den Aktionsradius des Außenbezirks Farge des Wasser- und Schiffahrtsamtes stark einengen. Sven Wennekamp und seine Kollegen sind zuständig für den Weser-Abschnitt zwischen Lemwerder und Brake (rund 23 Kilometer), für die Lesum (zehn Kilometer) und für den 18, 5 Kilometer langen Wümmeabschnitt zwischen Borgfeld und Wasserhorst.

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