Aufwertung von Frauenberufen gefordert

Gehaltslücke bleibt in Bremen groß

In Bremen werden Männer und Frauen besonders ungleich bezahlt. Die Landesfrauenbeauftragte fordert eine bessere Bezahlung von Mitarbeiterinnen in Beratungs- und Hilfseinrichtungen für Frauen.
17.03.2020, 20:47
Lesedauer: 2 Min
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Gehaltslücke bleibt in Bremen groß
Von Sara Sundermann
Gehaltslücke bleibt in Bremen groß

Nicht nur, aber auch im Erzieherberuf: Frauen in Bremen verdienen deutlich weniger als Männer (Symbolbild).

Jan-Philipp Strobel /dpa

Der Weg bis zur finanziellen Gleichstellung ist noch weit: Frauen verdienen im Schnitt immer noch deutlich weniger als Männer. In Bremen ist die Lücke sogar besonders groß – Frauen bekamen 2019 hier um die 23 Prozent weniger Gehalt als Männer, bundesweit liegt der Wert bei 20 Prozent. Das kritisierten in der Hansestadt zum Equal Pay Day am Dienstag in der Hansestadt Politiker verschiedener Parteien und die Landesfrauenbeauftragte. Der Equal Pay Day ist ein Aktionstag gegen die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen.

Bettina Wilhelm - Landesfrauenbeauftragte

Bettina Wilhelm

Foto: Christina Kuhaupt

Bremens Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm legte den Fokus in diesem Jahr auf die Situation von Frauen- und Mädcheneinrichtungen in der Stadt. Dazu gehören zum Beispiel Frauenhäuser, Beratungsstellen für Schwangere, ein Notruf für Betroffene von sexueller Gewalt und Mütterzentren in Blockdiek, der Vahr und Tenever.

„Die Arbeit dieser Einrichtungen ist für die Menschen in den Stadtteilen und fürs Gemeinwesen von sehr hohem Wert“, sagte Wilhelm. „Allerdings arbeiten die Mitarbeiterinnen vielfach entweder außerhalb von tarifgebundener Bezahlung oder sie haben – im Gegensatz zu den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes – seit Jahren keine Gehaltserhöhung mehr erhalten.“ Sie forderte: “Es darf nicht sein, dass Frauen, die für Frauen und Mädchen arbeiten, selbst in unzureichend finanzierten Stellen und häufig unter Tarif arbeiten“. Zudem müssten viele Einrichtungen jedes Jahr aufs Neue eine Projektfinanzierung beantragen, weil eine verlässliche Finanzierung fehle. Das gelte zum Beispiel für den Verein „Frauen in Arbeit und Wirtschaft“, der Frauen zum Beispiel zur Selbstständigkeit oder zum Wiedereinstieg nach einer Babypause berate.

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"Die Forderung ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘ ist leider immer noch schockierend aktuell”, sagte Gönül Bredehorst, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion. „Soziale und versorgungskritische Jobs sind die, die in der Corona-Krise unverzichtbar sind“, sagt Sina Dertwinkel, frauenpolitische Sprecherin der CDU. In Einzelhandel, Pflege und Gesundheit würden überwiegend Frauen arbeiten. Besonders jetzt sieht Dertwinkel deshalb eine Chance zum Umdenken. "Gerade jetzt ist es wichtig, auf eine Verbesserung der Situation für Frauen zu drängen", sagt auch FDP-Fraktionschefin Lencke Wischhusen. Gebraucht würden zum Beispiel eine Aufwertung typischer Frauenberufe, mehr Tarifbindungen und mehr Kita-Plätze, fordert Linken-Politikerin Maja Tegeler.

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