Carsten Jung ist freiwillig im Katastrophenschutz aktiv

Er steckt viel Energie ins THW

Bremen. Eine Erdbebenkatastrophe erschüttert Haiti - das Technische Hilfswerk (THW) ist bereits am Tag darauf mit Such- und Rettungseinsatzkräften vor Ort, um Menschenleben zu retten und Bedürftigen zu helfen. Ein Team zur Trinkwasseraufbereitung reist am zweiten Tag nach. Eine konkrete Anforderung der Bundesbehörde liegt nach Carsten Jungs Wissen seinem THW Landesverband Bremen/Niedersachsen bisher nicht vor, ist aber denkbar.
20.01.2010, 16:00
Lesedauer: 2 Min
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Er steckt viel Energie ins THW
Von Ulrike Troue
Er steckt viel Energie ins THW

Waren im vergangenen Jahr voll im Einsatz: Die Mitglieder des THW in Achim. Sie halfen bei Bränden und sicherten Gebäude

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Bremen. Eine Erdbebenkatastrophe erschüttert Haiti - das Technische Hilfswerk (THW) ist bereits am Tag darauf mit Such- und Rettungseinsatzkräften vor Ort, um Menschenleben zu retten und Bedürftigen zu helfen. Ein Team zur Trinkwasseraufbereitung reist am zweiten Tag nach. Eine konkrete Anforderung der Bundesbehörde liegt nach Carsten Jungs Wissen seinem THW Landesverband Bremen/Niedersachsen bisher nicht vor, ist aber denkbar.

Jeden Tag kann ein Notruf die freiwilligen Katastrophenhelfer ereilen. Daher ist der 25-Jährige, der dem THW Ortsverband Bremen-Süd angehört, rund um die Uhr in Bereitschaft. Trotzdem gewinnt er seinem ehrenamtlichen Einsatz fürs THW nur positive Aspekte ab. Der wichtigste: 'Es gibt mir mehr als ich reinstecke'.

Carsten Jung besucht 14-tägig den Dienst. 'Es gibt auch zusätzliche Termine in den Gruppen, dazu kommen Einsatzsituationen', zählt er auf. Er empfindet Dienste und Einsätze jedoch als 'erfüllende Tätigkeit'. Nicht zuletzt, weil er nach eigener Aussage auf diese Weise 'der Gesellschaft etwas zurückgeben kann' und im THW-Ortsverband Bremen-Süd auf eine Gemeinschaft trifft, die sich von Kameraden zu Freunden entwickelt habe.

Seit 15 Jahren dabei

Inzwischen ist Jung seit 15 Jahren eine THW-Stütze. Seinerzeit suchte der gebürtige Neuwieder aus dem Rheintal nach einer 'sinnvollen Alternative' zum Wehrdienst. Bekannte brachten ihn aufs THW. So trat er dem THW-Ortsverein Neuwied bei, wechselte nach der Ausbildung zur Industriekaufmann wegen seines Betriebswirtschaftsstudiums zum THW-Ortsverband Regensburg und fand 2005 Anschluss im Bremer THW-Ortsverband Süd. 'Das war tatsächlich eine spannende und Sinn bringende Alternative', bekräftigt Carsten Jung im Rückblick, der die Begleitung eines Hilfstransports nach Bosnien 1997 als nachhaltigsten THW-Einsatz für sich einstuft. Denn bei dem einwöchigen Transport zum THW-Stützpunkt bei Mostar, wo Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werde, sei er vielen noch vom Krieg gezeichnete und körperlich geprägten Menschen begegnet.

Den Ausschlag, sich dem in Huckelriede ansässigen THW-Stützpunkt anzuschließen, seien die Nähe zu seiner Wohnung auf dem Peterswerder, aber mehr noch die Fachgruppe Brückenbau gewesen, bekennt der junge Mann. Bis er in den Norden gekommen war, hat er nach der halbjährigen Basisausbildung, die jeder Anwärter durchlaufen muss, auch nur solchen Anforderungen entsprochen.

Chance auf Weiterbildung reizte

Doch die Chance, sich zu spezialisieren, Fachdienstausbildung sowie Führungslehrgänge zu machen, hätten ihn sehr gereizt, erklärt Jung. , der sich nun zum Beispiel bestens mit der Errichtung temporärer Übergänge und Brücken, auch nach Baukastenprinzip, auskennt und das dafür nötige, schwere technische Gerät bedienen kann. Als Voraussetzungen fürs Engagement beim THW nennt er eine gewisse körperliche Grundtauglichkeit, Interesse an handwerklicher Tätigkeit und ein demokratisches Grundverständnis. 'Ab 17 Jahren kann jeder dabei sein', ermutigt er gern auch weibliche Anwärterinnen.

Wer sich beim THW engagieren möchte, findet Infos im Internet unter den Adressen: www.thw-bremen-sued.de/ www.ov-bremen-nord.thw.de/ www.thw-bremen-mitte.de/ www.thw-bremen-ost.de.

Die 'Aktivoli'-Freiwilligenbörse, an der sich der Bremer THW-Landesverband beteiligt, wird am Sonntag, 31. Januar, von 11 bis 17 Uhr im Rathaus veranstaltet. Rund 55 gemeinnützige Organisationen stellen Möglichkeiten für freiwilliges Engagement vor.

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