Freizeitgemeinschaft sucht Gleichgesinnte für kleine Wochenendhäuser / Viel Platz für Kinder

Erholung im Arster Paradies

"Eingang zum Paradies" – so bezeichnen die Mitglieder der Freizeitgemeinschaft Arsten die Toreinfahrt zu ihrer weitläufigen Anlage hinterm Weserdeich. Einem Freizeit- und Ferienpark, der für Kinder kaum einen Wunsch offen lässt und ibni dem Erwachsene vor allen Dingen eines finden: Erholung vom Alltagsstress. Zur Zeit ist der Verein auf der Suche nach Käufern für neun kleine Wochenendhäuschen.
13.08.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karin Mörtel

"Eingang zum Paradies" – so bezeichnen die Mitglieder der Freizeitgemeinschaft Arsten die Toreinfahrt zu ihrer weitläufigen Anlage hinterm Weserdeich. Einem Freizeit- und Ferienpark, der für Kinder kaum einen Wunsch offen lässt und ibni dem Erwachsene vor allen Dingen eines finden: Erholung vom Alltagsstress. Zur Zeit ist der Verein auf der Suche nach Käufern für neun kleine Wochenendhäuschen.

Arsten. Ortsunkundige vermuten nicht, dass sie in Arsten nach der Unterquerung des Autobahnzubringers mehr als nur Wiesen und den Weserdeich zu erwarten haben. Wer sich von der schmalen und von Wurzeln durchzogenen Straße nicht abschrecken lässt, gelangt am Ende des asphaltierten Weges "Zu den Holzackern" an das Tor zum Paradies. Zumindest, wenn man dem Vorsitzenden der Freizeitgemeinschaft Arsten, Rudolf Lischkowitz, Glauben schenken darf.

Der Verein hat das etwa 70 000 Quadratmeter große Areal unweit der Weser seit über 40 Jahren von der Stadt Bremen gepachtet. Die Idylle, die die Vereinsmitglieder sich in zahllosen Stunden ehrenamtlicher Arbeit erschaffen haben, hat tatsächlich paradiesische Züge: 116 Häuser stehen in kleinen Gruppen zwischen Blumen, Sträuchern, Bäumen und Hecken. Mal im Schwedenhaus-Stil, mal eher Typ "Almwiese". 26 Quadratmeter Grundfläche dürfen sie haben, das ist die einzige Vorgabe.

Eingezäunt sind nur kleine Teiche

Neben Bolzplatz und Volleyballfeld gibt es neuerdings eine Bahn für Boule und Boccia. Die Kinder der 256 Mitglieder können sich auf dem Gebiet völlig frei bewegen, denn Zäune gibt es höchstens um kleine Teiche. "Das ist auch der Grund, warum wir hier keine Hundehalter in den Verein aufnehmen können", erklärt Lischkowitz.

Die Kleinen können auf einem großen Spielplatz klettern, schaukeln, wippen und in der neuen "Villa Kunterbunt" spielen. Eine Attraktion für die Kinder und viele Erwachsene ist auch das kleine Freibad, in dem man mit drei Bahnen 50 Meter zurücklegen kann. Selbst an diesem eher kühlen Tag im August planschen zwei junge Damen im Wasser.

"Die Jugendlichen haben zusätzlich aber auch ihr ganz eigenes Reich", sagt Lischkowitz und führt seinen Besuch auf verschlungenen Pfaden zu einer etwas abgeschieden liegenden Blockhütte. Dort beginnt zwischen Kickertisch, Tischtennisplatte und Fernseher gerade ein Malkursus, den Hannelore Schütt für die jüngeren Vereinsmitglieder regelmäßig anbietet.Wie lange sie das noch macht, weiß sie nicht, denn sie und ihr Mann Fritz haben sich entschieden, ihr Haus zu verkaufen. Leicht fiel die Entscheidung nicht, immerhin hat das Rentnerehepaar 20 Jahre seines Lebens dort verbracht. Von Frühjahr bis Herbst fast durchgängig, im Winter leben sie in der Östlichen Vorstadt.

"Ich möchte das Haus verkaufen, solange wir noch fit sind und alles gut in Schuss halten können", sagt Fritz Schütt. Er hat sogar ein winziges Bad mit Toilette und Dusche angebaut, sodass er und seine Frau nicht mehr die vereinseigenen sanitären Anlagen aufsuchen müssen. "Früher waren wir überzeugte Camper, aber seitdem wir hier wohnen, wollen wir auf diesen Luxus nicht mehr verzichten", bekennt Schütt. Zwischen einer kleinen Küche und gemütlichem Mini-Wohnzimmer führt eine Wendeltreppe unters Dach zum Schlafplatz der Eheleute.

"Nicht alle Häuser, die wir zu vergeben haben, sind in einem derartig gepflegten Zustand", erklärt Vereinsvorsitzender Rudolf Lischkowitz. Unter den neun Häusern, die an neue Vereinsmitglieder zu verkaufen sind, gibt es auch "Rohdiamanten", die erst mit einigem handwerklichen Geschick wieder in Schuss gebracht werden müssen. "Der Preis hängt natürlich vom Zustand der Häuser ab, aber der wird zwischen Vorbesitzern und Interessenten ausgehandelt." Schätzer, die bei Kleingartenvereinen den Wert der Gärten festlegen, gibt es nicht. Auch in anderen Punkten unterscheidet sich das ausgewiesene Wochenendhausgebiet von Kleingärten: Bei der Freizeitgemeinschaft Arsten wird kein Gemüse angebaut, es ist ans Kanalnetz angeschlossen und Wasseranschlüsse im Haus sind erlaubt.

Etwa ein Drittel der Nutzer, die in den Arster Wochenendhäuschen die Seele baumeln lassen, haben den Weg von der rechten Weserseite dorthin gefunden, kommen aus Schwachhausen, Horn und der Östlichen Vorstadt. Nun hofft Lischkowitz, dass sich Gleichgesinnte für die neun freien Häuser finden: "Am liebsten wären uns junge Familien, damit uns der Nachwuchs nicht irgendwann ausgeht."

Auskünfte zu dem Verein und den Häusern gibt es bei Rudolf Lischkowitz unter den Telefonnummer 833444 oder 0171/6526800.

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