Jürgen Wallers "In Memory of 9/11" wird am Sonntag in der Villa Lesmona eröffnet Erinnerung an den 3000-fachen Mord

St. Magnus. Vision, Eingebung oder Zufall? Am 11. September 2001 um 11 Uhr beendet Jürgen Waller in Nizza den Aufbau seiner Installation "Manhattan" und richtet die Videokamera auf zwei Wolkenkratzern ähnelnde Baukörper. Wenig später erhält er die telefonische Mitteilung aus Bremen, dass die Türme gefallen seien. Am kommenden Sonntag, am 10. Jahrestag des Attentats auf die Twin Towers in New York, eröffnet der Bremer Künstler die Ausstellung "In Memory of 9/11" in der Galerie seiner Frau Birgit in der Villa Lesmona, Am Kapellenberg 5.
10.09.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Grunewald

St. Magnus. Vision, Eingebung oder Zufall? Am 11. September 2001 um 11 Uhr beendet Jürgen Waller in Nizza den Aufbau seiner Installation "Manhattan" und richtet die Videokamera auf zwei Wolkenkratzern ähnelnde Baukörper. Wenig später erhält er die telefonische Mitteilung aus Bremen, dass die Türme gefallen seien. Am kommenden Sonntag, am 10. Jahrestag des Attentats auf die Twin Towers in New York, eröffnet der Bremer Künstler die Ausstellung "In Memory of 9/11" in der Galerie seiner Frau Birgit in der Villa Lesmona, Am Kapellenberg 5.

Als hätte Waller es wenige Stunde zuvor erahnt, erfolgte der terroristische Massenmord, dem bei der Zerstörung des World Trade Centers fast 3000 Menschen zum Opfer fielen, am Nachmittag des 11. Septembers 2001. Die Idee für seine Installation von schwarzen Betonkörpern war ihm zwölf Jahre zuvor gekommen. Auf einem Spaziergang über den West Broadway zwischen den beiden Twin Towers entdeckte er die "Schwarze Sonne", die aus seiner Sicht für untergegangenes Leben steht, das die Menschheit selbst ausgelöscht hat. Der 72-Jährige: "Der von Smog durchsetzte Nebel verdunkelte die Sonne zwischen den beiden Türmen, die schon damals ein Symbol für die Brachialgewalt des Kapitalismus waren."

Politischer Künstler

Waller ist ein politischer und realistischer Künstler, dessen Werke, ob Bilder oder Installationen, in Schwarz gehalten und geheimnisvoll sind. Mit seiner Installation "Manhattan" aber rückte er eine nie für möglich gehaltene brutale Realität ins Bewusstsein, die die Welt verändert habe.

Jürgen Waller war unter anderem Vorsitzender der Freien Berliner Kunstausstellung, Rektor der Hochschule für Künste in Bremen, Vorsitzender der Konferenz der Präsidenten und Rektoren der deutschen Kunsthochschulen. Und er gilt als geistiger Vater der des Neuen Museums Weserburg, das er immer noch als ideale Kunststätte bezeichnet.

1982 kaufte das Ehepaar Waller die "Villa Lesmona", Handlungsort des Briefromans "Sommer in Lesmona", 1815 als "Heinrichsburg" erbaut und 1941 für 81000 Reichsmark von Bremen erworben. Heute ist das geschichtsträchtige Gebäude am Lesumhang ein Tempel der Kunst und einer der drei Standorte der 2002 gegründeten "International Academy of Arts" (IAA) mit weiteren Niederlassungen inVallauris (Frankreich) und Dolgie (Polen). Die IAA bietet Lehrveranstaltungen auf Hochschulniveau für Menschen jeden Alters an, die sich künstlerisch und gestalterisch fortbilden wollen.

In ihren Räumen in der "Villa Lesmona" soll nun am morgigen Sonntag Jürgen Wallers Ausstellung "In Memory of 9/11" eröffnet werden. Mit Professor Wulf Herzogenrath als Hauptredner. Der langjährige Direktor der Kunsthalle Bremen kann dann ebenso wie die Gäste in Augenschein nehmen, was demnächst auch in den neuen Räumen der Kunsthalle zu sehen sein wird: Wallers Anthrax-Installation in Erinnerung an einen mörderischen Anschlag, den es seiner Meinung nach so nicht wieder geben wird. Der Kampf der Ideologien spiele sich künftig im Internet ab. Wohin die Menschheit steuert? Sie werde, so Waller, überleben. Ein Hoffnungsschimmer ist denn auch auf einem seiner Bilder in unmittelbarer Nähe von "Manhattan" zu sehen: Zwei weiße Vögel (Tauben) vor blauem Himmel zwischen schwarzen Türmen.

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