Schüsse auf 17-jährige Bremerin Ermittlungen gegen Polizisten dauern an

Die Ermittlungen zu den Schüssen eines Polizisten auf eine 17-Jährige werden noch einige Wochen dauern. Der Beamte konnte noch nicht vernommen werden. Derweil verteidigte die Gewerkschaft der Polizei dessen Vorgehen.
06.03.2016, 13:16
Lesedauer: 1 Min
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Die Ermittlungen zu den Schüssen eines Polizisten auf eine 17-Jährige werden noch einige Wochen dauern. Der Beamte konnte noch nicht vernommen werden. Derweil verteidigte die Gewerkschaft der Polizei dessen Vorgehen.

Der Beamte sei zu dem Einsatz noch nicht befragt worden, sagte Staatsanwalt Frank Passade am Montag. "Er ist nicht vernehmungsfähig, weil er ein Knalltrauma erlebt haben soll."

Der Polizist hatte in der Nacht zum Sonnabend mehrmals auf eine Wohnungstür geschossen und dabei eine 17-Jährige dahinter schwer verletzt. Zuvor hatte der Mieter nach eigenen Aussagen mit einer Gaspistole durch den Türspalt auf die Beamten gefeuert. Die Polizei war wegen eines Streits bei einer Party in das Haus gerufen worden.

Den genauen Ablauf versucht die Staatsanwaltschaft durch Zeugenvernehmung zu klären, die aber erst begonnen hat, wie Passade erklärte.

Staatsanwaltschaft und Innenrevision ermitteln gegen den Polizisten wegen gefährlicher Körperverletzung oder versuchten Totschlags. "Man wird genau prüfen müssen, ob der Einsatz der Schusswaffe verhältnismäßig war", sagte Passade.

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Die Deutsche Polizeigewerkschaft Bremen legt sich hierbei bereits fest: „Nach allem, was wir wissen, hat die Polizei rechtmäßig gehandelt“, sagt der Landesvorsitzenden der Gewerkschaft, Jürn Schulze, in einer Stellungnahme. „Nachdem unvermittelt auf die Beamten geschossen wurde, bestand auch keine andere Möglichkeit.“

Den tragischen Verlauf habe niemand vorhersehen können, betonte Schulze. Er erläuterte, dass es unmöglich sei, innerhalb von Sekundenbruchteilen zu erkennen, mit welcher Art Waffe geschossen werde: „Es knallt, und man muss reagieren, um sich und andere vor dem Angriff zu schützen. Das ist zu einem gewissen Grad ein antrainierter Reflex.“

Alles Weitere müssten nun die Ermittlungen zeigen, erklärt Schulze und betont, dass es an der Notwendigkeit des nun einsetzenden Strafverfahrens natürlich keinen Zweifel gebe.

Noch unklar ist, wie oft der Beamte schoss. Das Mädchen soll nach Informationen des WESER-KURIER von drei Kugeln verletzt worden sein, auf Fotos der Wohnungstür sind sogar fünf Einschusslöcher zu sehen. (mic/dpa)

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