18 Mobiltelefone beschlagnahmt Ermittlungen nach Autorennen

Nachdem die Polizei in der Nacht zum 18. November 23 Autofahrer kontrolliert hatten, kommt es jetzt zu Ermittlungen wegen eines illegalen Autorennens.
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Ermittlungen nach Autorennen
Von Jan Oppel

Nachdem die Bremer Polizei Teilnehmer eines verbotenen Autorennens in Bremen-Nord gestoppt hatte, laufen die Ermittlungen. „Der Tathergang wird vom Verkehrskommissariat intensiv geprüft“, sagt Polizeisprecher Nils Matthiesen. „Dieser Fall ist der erste, bei dem wir Zeugenaussagen und Beweise haben, die darauf schließen lassen, dass es zu einem verbotenen Autorennen in der Stadt gekommen ist.“ Über Chatverläufe auf den Telefonen der Angetroffenen lassen sich nach Polizeiangaben entsprechende Verabredungen nachvollziehen.

Nach Hinweisen hatte die Polizei in der Nacht zum 18. November in Bremen-Walle 23 Autofahrer kontrolliert und 18 Mobiltelefone als Beweismittel beschlagnahmt. „Vernehmungen und Beweisauswertungen werden noch etwas Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Matthiesen. Zunächst war dem Lagezentrum ein Autorennen in der Carl-Benz-Straße in Burglesum gemeldet worden. Weitere Ermittlungen ergaben, dass die Teilnehmer zwischenzeitig nach Walle fuhren. Ein Großaufgebot der Polizei traf schnell am Einsatzort ein und kontrollierte die Fahrer auf einem Firmenparkplatz an der Hafenstraße.

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„Wir ermitteln gegen etwa 20 Autofahrer“, sagt Matthiesen. Den Beschuldigten wird ein Verstoß gegen den Paragrafen 315d des Strafgesetzbuches (StGB) vorgeworfen. Dieser stellt „verbotene Kraftfahrzeugrennen“ unter Strafe. Teilnehmer oder Organisatoren müssen demnach mit Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Bis zu zehn Jahre Haft drohen, wenn jemand bei einem solchen Rennen schwer verletzt oder gar getötet wird. Bislang kamen die Raser mit Geldbußen und Fahrverboten davon. Das hatte der Bundesrat im September mit einer Gesetzesverschärfung geändert. Diese war von Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hessen angestoßen worden.

Strafbar ist jetzt schon der Versuch, ein illegales Rennen durchzuführen, auch wenn es dann nicht stattfindet. Damit soll verhindert werden, dass Organisatoren straflos davonkommen, wenn die Polizei von dem Vorhaben erfährt und es vereitelt. In den vergangenen Jahren sind bundesweit mindestens vier Unbeteiligte durch solche verbotenen Rennen gestorben. 2015 hatte es dabei auch in Bremen einen Toten gegeben. Zwar mehren sich Fälle von illegalen Autorennen in deutschen Innenstädten, im kleinsten Bundesland ist die Zahl der potenziellen Teilnehmer aber vergleichsweise klein. „Wir halten an der Einschätzung fest, dass wir in Bremen keine feste Raser-Szene haben“, sagt Matthiesen.

Gleichwohl berichten Anrufer der Polizei regelmäßig von ungewöhnlichen Auto-Ansammlungen. So auch im Januar dieses Jahres, als die Beamten wie im aktuellen Fall nach Burglesum gerufen wurden. Mit etwa 50 Fahrzeugen war damals offenbar ebenfalls ein Autorennen geplant. Doch bevor es losging, kam die Polizei den Rasern zuvor. Damals hatten sich die mutmaßlichen Teilnehmer nach Polizeiangaben in einem Gewerbegebiet rund um die Hüttenstraße getroffen.

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