In Bremen nimmt der Anteil an der Stromerzeugung zu – konventionelle Anlagen gehen vom Netz Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Bremen. Bremen liegt küstennah und erscheint somit geeignet für die Verwendung und Produktion von Windenergie. Außerdem fließt mit der Weser ein Fluss durch die Stadt, der zur Energiegewinnung dient.
14.12.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch
Von Jan-Felix Jasch

Bremen. Bremen liegt küstennah und erscheint somit geeignet für die Verwendung und Produktion von Windenergie. Außerdem fließt mit der Weser ein Fluss durch die Stadt, der zur Energiegewinnung dient. Bremen ist traditionell ein starker Wirtschaftsstandort. Gerade die Automobilindustrie spielt eine wichtige Rolle in der Stadt. Autohersteller bauen ihre Fahrzeuge, aber auch Zulieferer haben sich in der Hansestadt angesiedelt. 2015 sind rund 92 Prozent des von der SWB produzierten Stroms an solche Betriebe geliefert worden. Nur die verbleibenden acht Prozent gingen an die rund 360 000 Privathaushalte im Land Bremen.

Am 15. Mai 2016 sind 82 Prozent des Energiebedarfs in ganz Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt worden. Erste Daten waren an diesem Tag sogar von eine Deckung von über 100 Prozent ausgegangen, das zeigte zumindest das Agorameter der Firma Agora Energiewende, einer gemeinsamen Initiative der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation. Bei genauerer Auswertung erwiesen sich diese Erstdaten jedoch als ungenau. Trotzdem wirft solch eine hohe Abdeckung die Frage auf, ob diese neuen Wege der Stromerzeugung auch Bremen erreichen.

Unzählige Windräder werden vor allem in Norddeutschland gebaut. Die Nordsee ist voll mit Offshore-Windparks. Der Kohleausstieg ist zwar noch nicht beschlossen, wird aber wohl trotzdem kommen. Bis 2022 sollen alle verbliebenen deutschen Atomkraftwerke vom Netz genommen werden. Es gibt rund 6000 Wasserkraftwerke in ganz Deutschland, auch einige an der Weser.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Bremen im Jahr 2015 bei rund neun Prozent. Sowohl deutschland- als auch bremenweit entfällt der größte Anteil auf Windenergie. Im bundesweiten Vergleich liegt Bremen damit auf dem drittletzten Platz, jedoch noch vor den anderen Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Spitzenreiter ist Brandenburg mit fast 80 Prozent. Will man den Anteil der regenerativen Energien am Bremer Stromverbrauch errechnen, wird es kompliziert.

Es gibt mehrere Betrachtungsweisen. Die Leistung der regenerativen Energien kann zu denen der konventionellen ins Verhältnis gesetzt werden. Für das Jahr 2016 erhält man für Bremen so einen Wert von knapp über 16 Prozent – zumindest aus den Energiequellen der SWB Bremen. Man kann aber auch mit dem Anteil des im gesamten Land Bremen erzeugten Stroms rechnen. Auf diese Weise kommt man auf fast 30 Prozent aller Haushalte in Bremen, die aufgrund der im Netz befindlichen Strommengen mit regenerativen Energien versorgt werden könnten.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Anlagen, die regenerative Energien erzeugen, kontinuierlich gesteigert. Es wird deutlich mehr Strom erzeugt als noch vor Jahren. „Die SWB will weiter in diesen Bereich investieren“ sagt Konzernsprecher Christoph Brinkmann. Vor allem wolle man auch die Effizienz der Erzeugungsanlagen steigern. Bis 2030 will man bei der SWB die Erzeugungskapazität mehr als verdoppeln. Jährliche Investitionen von zweistelligen Millionenbeträgen sind geplant.

Ein Problem bleibt allerdings der Transport und das Speichern des Stroms. Beides ist noch verhältnismäßig teuer, außerdem geht Energie bei dem Transport teilweise verloren. Und auch die Auslastung der Netze mit Strom aus erneuerbaren Quellen ist nicht immer gleich, da Wind nicht immer weht und die Sonne nicht immer scheint. Um diese Schwankungen zu kompensieren, hat die SWB im Dezember eine hocheffiziente Anlage in Betrieb genommen. Dafür sollen konventionelle Anlagen schrittweise vom Netz genommen werden, erklärt Brinkmann.

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