Behörde vermutet Nähe zum IKZ Erneut Festnahme von Bremer Salafisten

Bremer Salafisten versuchen offenbar weiterhin, in den syrischen Bürgerkrieg zu ziehen. Wie die Innenbehörde am Freitag auf Nachfrage bestätigte, sind zwei Männer aus Bremen in der Türkei von Polizisten festgenommen worden.
18.09.2015, 20:15
Lesedauer: 1 Min
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Erneut Festnahme von Bremer Salafisten
Von Milan Jaeger

Bremer Salafisten versuchen offenbar weiterhin, in den syrischen Bürgerkrieg zu ziehen. Wie die Innenbehörde am Freitag auf Nachfrage bestätigte, sind zwei Männer aus Bremen in der Türkei von Polizisten festgenommen worden.

Bei den beiden Festgenommenen soll es sich um sogenannte Gefährder handeln. So bezeichnen Sicherheitsbehörden Menschen, von denen eine terroristische Bedrohung ausgehen könnte. In der Nacht zu Freitag wurden sie nach Behördenangaben aus der Türkei ausgewiesen. Die Männer befinden sich mittlerweile wieder in Bremen und sind auf freiem Fuß.

Der Behörde zufolge reisten die beiden 20 und 21 Jahre alten Deutsch-Russen bereits Anfang August in die Türkei. Von dort wollten sie offenbar nach Syrien, um sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), sagte am Freitag: „Wir haben Hinweise, dass die Männer Kontakt zum Islamischen Kulturzentrum in Bremen hatten.“ Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre dies der erste Ausreiseversuch von Muslimen aus dem Umfeld des Islamischen Kulturzentrums (IKZ).

"Die Männer stehen unter Beobachtung"

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, seien die beiden Männer umgehend nach ihrer Abschiebung nach Deutschland dem Haftrichter vorgeführt worden. Dieser habe jedoch keine Haftgründe gesehen, weshalb die Verdächtigen auf freiem Fuß blieben. Rose Gerdts-Schiffler von der Innenbehörde: „Die Männer laufen aber nicht einfach so herum. Sie stehen unter Beobachtung.“ Nach ihren Worten sind sie den Behörden schon seit Längerem bekannt. Für eine Stellungnahme war das IKZ nicht zu erreichen.

Erst im Juli hatte die Polizei einen jungen Mann am Bremer Flughafen festgenommen, der sich der Terrormiliz IS angeschlossen haben soll. Im Unterschied zum aktuellen Fall, ist der Verdächtige noch in Untersuchungshaft. Er war der erste Syrienrückkehrer nach Bremen, der von den Sicherheitsbehörden als gefährlich eingestuft wurde. Der 26-Jährige soll im Gefängnis Kontakt zu einem Mitglied des inzwischen in Bremen verbotenen Kultur- und Familienvereins (KuF) aufgebaut haben.

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