Millionenprojekt am Domshof

Eröffnung der Markthalle Acht

Am Samstag um 11 Uhr hat die neue Markthalle Acht in der früheren Bremer Bank am Domshof eröffnet. Das besondere Konzept der Markthalle soll die Bremer Innenstadt beleben.
26.11.2016, 11:00
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Eröffnung der Markthalle Acht
Von Sabine Doll
Eröffnung der Markthalle Acht

Thomas Stefes und Mirjana Boric haben das Konzept für die Markthalle Acht entwickelt – besonders stolz sind sie auf den Kiefert-Wurstpavillon im Zentrum der Halle.

Frank Thomas Koch

Am Samstag um 11 Uhr hat die neue Markthalle Acht in der früheren Bremer Bank am Domshof eröffnet. Das besondere Konzept der Markthalle soll die Bremer Innenstadt beleben.

„Am Wochenende werden wir wohl ein klein wenig überrannt“, sagt Mirjana Boric. Einen Tag vor der Eröffnung der neuen Markthalle Acht in der früheren Bremer Bank am Domshof sind die Handwerker noch mit dem Feinschliff beschäftigt gewesen. Am Sonnabend um Punkt 11 Uhr war es dann soweit, dann wurden die Türen in dem Gebäudekomplex Domshof 8-12 weit geöffnet.

Mirjana Boric hat das Konzept für die Markthalle mitten in der City gemeinsam mit ihrem Mann, dem Bremer Bauunternehmer Thomas Stefes entwickelt. Etwas ganz Besonderes, Einmaliges wollen sie für Bremen schaffen. „Und ich glaube, das ist uns sehr gut gelungen“, sagt Stefes. „Die Markthalle wird dazu beitragen, die Innenstadt zu beleben.“

Ausgewählte Hersteller aus Bremen und der Region

Das Konzept ist schnell erklärt: Der Tradition klassischer Markthallen folgend sollen ausgewählte Hersteller aus Bremen und der Region ihre Lebensmittel, Gerichte und andere selbst hergestellt Produkte anbieten. 1.200 Quadratmeter groß ist die Fläche im linken Bereich der früheren Bremer Bank, auf der die rund 20 Stände Platz finden. „Drei Viertel sind vermietet, über 150 Bewerbungsgespräche haben wir geführt“, sagt Mirjana Boric.

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Neben festen Marktständen gibt es mobile Angebote, die auch tageweise wechseln können. So soll immer wieder etwas Neues geboten werden. Entsprechend sind die Mietverträge gestaltet – der kürzeste läuft vier Wochen, der längste zehn Jahre.

Rund um die Stände sind Tische und Stühle verteilt, Herzstück ist eine lange Tafel, an der die Besucher ins Gespräch kommen sollen. „Nähe ist uns wichtig, und wir wollen mit der Markthalle einen Ort schaffen, an dem sie ökologisch bewusst und nachhaltig einkaufen und an Ort und Stelle auch genießen können“, sagt Mirjana Boric.

Moderate Preise

Zum Beispiel: spanische Spezialitäten wie Tapas und Pinchos, knusprige Pizza mit dünnem oder dickem Boden, nach Chicago- oder New York-Style, karamellisiertes Delikatess-Popcorn mit Spekulatius- oder Schokogeschmack, Hausmannskost aus unterschiedlichen Ländern, Bier-Spezialitäten, Eis, Smoothies und Produkte von einem Geflügelhof aus der Region. Die Preise sollen „moderat“ bleiben, versprechen Projektentwickler und Marktleute.

Thorsten Hobein ist der Mann hinter "Goldcorn" – er karamellisiert Popcorn.

Thorsten Hobein ist der Mann hinter "Goldcorn" – er karamellisiert Popcorn.

Foto: Frank Thomas Koch

„Ab 6,50 Euro gibt es ein Mittagstisch-Gericht, das Glas Wein liegt bei drei Euro“, sagt Philipp Aristidis Arsenidis vom „Lütt Köök Huus“, dem kleinen Kochhaus. In einer Keramik-Werkstatt können die Markthallen-Besucher selbst Hand anlegen und Schalen oder Tassen nach den eigenen kreativen Ideen gestalten. Es gibt Aktionsflächen etwa für Lesungen und eine Showküche.

Ein besonderes Highlight steht im Zentrum der Markthalle: der legendäre Kiefert-Wurstpavillon, der jahrzehntelang vor dem Hauptbahnhof stand. Vor eineinhalb Wochen ist der tonnenschwere Pavillon in die Markthalle transportiert worden.

Noch kein Konzept für den Kult-Imbiss

Zur Eröffnung am Sonnabend können die Besucher den Kult-Imbiss zwar bewundern, allerdings ist für ihn noch kein Konzept gefunden. Fest steht aber: „Wurst wird dort nicht verkauft“, sagt Mirjana Boric. „Unsere Idee ist, dass wir Vorschläge über das Internet sammeln und eine Art Ausschreibung veranstalten.“

Die Markthalle Acht befindet sich im modernen Erweiterungsbau des Gebäudekomplexes. In der denkmalgeschützten Kassenhalle im rechten Teil des Gebäudekomplexes ist im September bereits der Hauptmieter „Manufactum“ mit dem angeschlossenen Gastro-Betrieb „Brot und Butter“ auf 1.000 Quadratmetern eingezogen.

In einer Keramik-Werkstatt können Markthallen-Besucher selbst Hand anlegen und Schalen, Tassen und Teller gestalten.

In einer Keramik-Werkstatt können Markthallen-Besucher selbst Hand anlegen und Schalen, Tassen und Teller gestalten.

Foto: Frank Thomas Koch

Beide Bereiche in dem Gebäude sind durch eine Glaspassage miteinander verbunden, die vom Haupteingang am Domshof bis zur Wilhadistraße am Parkhaus Violenstraße führt. Eingerichtet wurde die Markthalle in den vergangenen zwei Monaten. Über 100 Handwerker waren laut Stefes im Einsatz, mehr als 1.000 Tonnen Material sind hin- und hertransportiert worden.

Der Bauunternehmer hat den Gebäudekomplex mit dem historischen Teil der Bremer Bank 2013 gekauft. Er ist Hauptinvestor des Konzepts, bei dem es um einen zweistelligen Millionenbetrag geht. Die genaue Summe will er nicht nennen, aber: „Das ist ein komplett privat finanziertes Projekt, in das kein einziger Cent an Fördergeldern der Stadt geflossen ist“, betont Stefes.

Das sei ihm wichtig gewesen, vor allem, um Flexibilität und Unabhängigkeit bei der Umsetzung zu wahren. Die Markthalle Acht, Domshof 8-12, ist dienstags, mittwochs, freitags und sonnabends von 10 bis 20 Uhr und donnerstags von 10 bis 22 Uhr geöffnet.

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