Seehausen

Eröffnung im September 1966

Die ersten unterirdischen Entwässerungskanäle in Bremen sind schon 1834 entstanden. Doch bis zur Eröffnung der ersten Kläranlage dauerte es dann noch 132 Jahre: Am 23.
04.08.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Eröffnung im September 1966
Von Carolin Henkenberens

Die ersten unterirdischen Entwässerungskanäle in Bremen sind schon 1834 entstanden. Doch bis zur Eröffnung der ersten Kläranlage dauerte es dann noch 132 Jahre: Am 23. September 1966 ist das Klärwerk in Seehausen offiziell eingeweiht worden. Zur Eröffnung schrieb der WESER-KURIER seinerzeit: „Die Weser wird wieder sauberer.“

1957 war der Bau von der Bürgerschaft beschlossen worden, 1961 begann er. Bei der Sturmflut im Februar 1962 wurde die Baustelle so schwer beschädigt, dass sich die Arbeiten um mehrere Monate verzögerten. 22,5 Millionen Mark kostete der Bau damals. Davon entfielen allein neun Millionen Mark auf die Zuleitungen, die das Wasser vom rechten Weserufer über einen 370 Meter langen Düker unter der Weser zur Kläranlage transportieren. Der Kanal verläuft sechs Meter unter dem Fluss.

Als die Kläranlage 1966 eröffnet wurde, war sie noch deutlich kleiner als heute, denn es gab zunächst nur eine mechanische Reinigung. 1984 kam ein Belebtbecken hinzu. 1996 wurde die Anlage nochmals erweitert: Seither werden auch Stickstoff und Phosphor aus dem Abwasser entfernt.

Aufgrund der schlechten Haushaltslage Bremens wurde die Abwasserwirtschaft samt Kläranlage 1999 zum Teil privatisiert. Seither betreibt die Hansewasser GmbH das Werk für die Kommune. Für 708 Millionen Mark hat das Unternehmen 1999 die Abwasserentsorgung in Bremen für 30 Jahre übernommen.

Ein Fest zum Geburtstag Am 14. August heißt es im Klärwerk: Tore auf! Denn Hansewasser lädt von 11 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Besucher können bei geführten Touren über die Anlage erfahren, wie das Abwasser gereinigt wird. Für Kinder stehen ein Trampolin, ein Kasperletheater, eine Bimmelbahn sowie ein Hochseilgarten bereit. Wagemutige können sich in einer Gondel in die Lüfte ziehen lassen und das Gelände von oben betrachten. Einen guten Blick auf Bremen haben auch Besucher, die auf den 30 Meter hohen Faulturm steigen (Aufzug vorhanden). Wissenschaftsfans können im Wasserlabor vorbei schauen. Gegen den Hunger bieten verschiedene Foodtrucks ihre kulinarischen Kreationen an. Doch auch der Ortsteil Seehausen und seine Vereine stellen sich an Ständen vor - von Ortsamt über Feuerwehr bis Handwerkerverein. Damit der Besuch nicht am fehlenden Busticket oder Auto scheitert, bietet das Unternehmen einen gratis Bustransport vom Hauptbahnhof zum Klärwerk an. Ebenso fährt eine Weserfähre halbstündlich ab dem Anleger Waterfront/Pier2 Richtung Seehausen und hält bei der Kläranlage.
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