232 Baumhasel säumen künftig die Lagerstraße Erster Baum für Allee in Rekum

232 Bäume werden künftig auf einer Länge von einem Kilometer die Lagerstraße säumen. Sie kennzeichnen den Weg zwischen dem U-Boot-Bunker „Valentin“ und dem ehemaligen Konzentrations- und Arbeitslager.
15.04.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Erster Baum für Allee in Rekum
Von Julia Ladebeck

232 Bäume werden künftig auf einer Länge von einem Kilometer die Lagerstraße säumen. Sie kennzeichnen den Weg zwischen dem U-Boot-Bunker „Valentin“ und dem ehemaligen Konzentrations- und Arbeitslager. Den ersten Baumhasel hat Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) am Mittwoch in die Erde gesetzt.

Die neue Allee ist eine Ausgleichsmaßnahme für den Bau des neuen Kilovolt-Umspannwerks des Netzbetreibers Tennet. Es wurde im Zeitraum 2011 bis 2014 auf dem Gelände des Kraftwerks in Farge errichtet und schickt den dort erzeugten Strom jetzt mit einer Spannung von 380 Kilovolt statt wie bisher mit 220 Kilovolt auf die Reise. Nach Angaben von Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht mussten für den Bau des Umspannwerks 56 Bäume weichen, außerdem Büsche und Gehölzbiotope. „Uns ist es wichtig, dass Ausgleichsmaßnahmen möglichst ortsnah umgesetzt werden“, sagte Lieberknecht.

Tennet übernimmt 91 Prozent der Kosten für die Ausgleichsmaßnahme, die außerdem die Anpflanzung eines 1,5 Hektar großen Waldes in der Rekumer Geest beinhaltet. Dafür wurden extra Grundstücke angekauft. Die Bäume wurden bereits 2014 gepflanzt. Mit neun Prozent ist außerdem die Farge-Vegesacker Eisenbahn an der Finanzierung beteiligt, die einen Ausgleich für die Verlängerung der Bahnlinie schaffen muss. Insgesamt kostet die Ausgleichsmaßnahme rund 300.000 Euro.

Nach mehreren Jahren Planungs- und Vorbereitungszeit begannen nun die Pflanzarbeiten an der Lagerstraße. Sie werden etwa zwei Wochen dauern. Das Unternehmen Hanseatische Naturentwicklung (Haneg) hat die Planung für die Allee in Zusammenarbeit mit der Umweltbehörde entwickelt und ist für die Pflanzung sowie künftig auch für die Pflege und Verkehrssicherung der Bäume zuständig.

Robuster Baum bietet Bienen Nahrung

Baumhasel gehören zur Familie der Birkengewächse. Sie werden bis zu 20 Meter hoch. „Diesen Baum haben wir auf Wunsch der örtlichen Landwirte ausgewählt“, erläuterte Landschaftsarchitekt Hans-Ulrich Müller von der Haneg. „Der Baumhasel ist ein robuster Baum mit schlankem Wuchs, der in milden Wintern bereits sehr früh proteinhaltige Pollen bildet. Deshalb bietet er bereits im Januar die erste Nahrung für Bienen.“ Die Einwilligung der Landwirte und Mitglieder der „Verkopplungs-Interessenschaft“ Rekum war auch deshalb nötig, weil diese Gemeinschaft, die sich im vorvorigen Jahrhundert zusammengefunden hat, für den landwirtschaftlichen Wirtschaftsweg Lagerstraße zuständig ist.

Senator Joachim Lohse sagte vor der Pflanzung des ersten Baums: „Dies ist ein Beispiel dafür, wie man in idealer Weise ganz unterschiedliche Dinge zusammenbringen kann.“ Die Aktion verbinde das Gedenken an die Opfer der NS-Zeit mit Natur- und Artenschutz. Ortsamtsleiter Peter Nowack betonte: „Der Weg von der Idee bis zur Umsetzung ist ein gutes Beispiel für funktionierende Demokratie.“

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