Kommentar zu Jens Deutschendorf

Es bröckelt in der Baubehörde

Rein menschlich ist sein Abgang nachvollziehbar, Bremen nimmt dabei aber Schaden, kommentiert Jürgen Hinrichs.
14.01.2019, 22:20
Lesedauer: 1 Min
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Es bröckelt in der Baubehörde
Von Jürgen Hinrichs
Es bröckelt in der Baubehörde

Wechselt nach Hessen: Der ehemalige Staatssekretär Jens Deutschendorf.

Frank Thomas Koch

Der Mann ist vergleichsweise jung und hat Familie. Verständlich deshalb, dass Bremens Baustaatsrat eine sichere berufliche Perspektive sucht, die ihm auch Raum für politische Gestaltung bietet. In Bremen konnte ihm das zuletzt niemand mehr garantieren. Völlig offen, was nach der Bürgerschaftswahl passiert.

Rein menschlich ist also nachvollziehbar, dass Jens Deutschendorf als Staatssekretär nach Hessen wechselt, zumal das seine Heimat ist. Doch handelt er auch verantwortungsvoll? Keine anderthalb Jahre her, dass der Grünen-Politiker nach Bremen gekommen ist. Seine Partei hat ihm diesen Schritt ermöglicht, denn wäre es allein nach der Qualifikation gegangen, hätte der ehemalige stellvertretende Landrat eines hessischen Landkreises keine Chance gehabt. Nun wird er ein weiteres Mal protegiert.

Bremen guckt dabei zunächst mal in die Röhre. Und das in Zeiten, in denen die Innenstadt umgekrempelt wird und Weichenstellungen in der Verkehrspolitik anstehen. Das zuständige Ressort ist ohnehin chronisch überlastet, jetzt muss es auch noch verkraften, dass es an der Spitze bereits vor der Wahl bröckelt.

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