Ehlert Bredenbeck über Behandlungsansätze bei Bluthochdruck Es geht um die Balance

Von Peter Otto
15.04.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste

Von Peter Otto

Vegesack. "Bluthochdruck ist die Volkskrankheit Nummer Eins", erklärte Ehlert Bredenbeck in einem Vortrag im Bremer Zentrum für Chinesische Medizin, Naturheilkunde und Sportmedizin. Der Mediziner ist Ärztlicher Leiter des Zentrums und referierte über Entstehung, Ursachen und Auswirkungen sowie die vielfältigen Behandlungsweisen des Bluthochdrucks. Nur etwa 30 Prozent der Menschen in Deutschland wüssten, dass sie unter Bluthochdruck leiden, stellte Bredenbeck fest. Davon werde nur jeder zweite behandelt.

Der Druck werde primär durch das Herz aufgebaut, erklärte der Referent. Es pumpt das Blut, das in der Lunge mit Sauerstoff angereichert wird, durch ein weit verzweigtes Gefäßsystem durch den Körper. Gesteuert werde die Durchblutung durch das vegetative Nervensystem und Hormone. Der Druck in den Adern sei aber nicht statisch. Wünschenswert sei ein Grunddruck von 120 zu 80 Millimeter Quecksilbersäule. Bei schwerem Bluthochdruck würden aber Werte von mehr als 180 zu 110 gemessen. Ursachen dafür könnten in der Vererbung oder dem Alter liegen. 95 Prozent der Erkrankung seien jedoch selbst gemacht, betonte Bredenbeck.

Die klassischen Risikofaktoren seien dabei Stress, Bewegungsarmut, Übergewicht, Alkohol und Rauchen. Sie brächten das funktionierende Körpersystem aus dem Gleichgewicht. Der Mensch ruhe nicht mehr in sich selbst, weil die körperlichen und seelischen Belastungen nicht durch Entlastungsaktionen wie Sport, Schlaf, gesunde Ernährung oder eine schöne Beziehung aufgefangen würden.

Faktor Stress

Besonders Stress versetze den Menschen in Spannung. Dabei werde vermehrt das Fluchthormon Adrenalin ausgeschüttet. Die Pulsfrequenz und Atemtätigkeit stiegen an. Dauerstress führe letztlich zur völligen Erschöpfung. Der Risikofaktor "Bewegungsmangel" habe zur Folge, dass die Gefäße mittelfristig angegriffen würden. Dabei würden die Gefäßinnenwände verletzt. Die Wunden vernarbten und verkalkten dann, es komme an den Stellen zu Ablagerungen, die die Adern verschlössen, so der Referent. Das führe zu Durchblutungsstörungen und Blutgerinseln. Dadurch könnten Gehirn, Nervensystem, Herzkranzgefäße und Nierengewebe nachhaltig geschädigt werden. Als Folgen träten oft Infarkt, Schlaganfall, und Nierenversagen ein.

Schon eine Senkung des Blutdrucks um 2 Millimeter Quecksilbersäule mindere das Infarktrisiko um 7 Prozent, betonte der Mediziner. Neben Medikamenten könne der Patient selbst etwas für sich tun, indem er sein Gewicht reduziere.

Der Bauchumfang des Mannes, in Nabelhöhe gemessen, sollte nicht mehr als 102 Zentimeter, der der Frau nicht mehr als 88 Zentimeter betragen. Bredenbeck riet auch, nicht zu salzig zu essen, Alkohol zu vermeiden, nicht zu rauchen, Stress zu vermindern und sich regelmäßig zu bewegen. Drei Mal in der Woche sollte man dreißig Minuten durch Sport den Puls auf über 120 bringen. Dabei sollte man noch durch die Nase atmen können. Regelmäßige Bewegung senke die Herzfrequenz, kräftige die Muskulatur, stärke insgesamt das Immunsystem und erhöhe die Knorpeldicke in den Gelenken.

Das Grundprinzip aller Therapie sei, den Körper in eine Balance zu bringen. Darauf zielten auch die Naturheilverfahren ab. Es gelte vor allem, die äußeren Belastungsfaktoren zu verringern, die innere Einstellung zu verändern und sich regelmäßig zu entspannen. Auch die chinesische Medizin strebe dieses Gleichgewicht durch Heilkräuter, Akupunktur, Diätetik, meditative Entspannung und Massage an. Sie gehe davon aus, dass "der Körper ein durch Energiebahnen verbundenes System" darstellt. Die darin strömende Lebensenergie sollte danach immer im Fluss gehalten werden, so der Referent. Durch ein gesundheitsbewusstes Leben könne man der Krankheit vorbeugen, sagte Ehlert Bredenbeck. Gesundheitsbewusst heiße, die Balance zu wahren zwischen Arbeit und Leistung, Körper und Gesundheit, Sinn und Kultur sowie Familie und Kontakten.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+