Junge Leute des Jugendtreffs "wEUinted" planen im Herbst eine Regionalkonferenz zum Thema Europa

Europa von ganz unten betrachtet

Von Ulf Buschmann
30.07.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ulf Buschmann

Bremen-Nord. Nele Albers und Bjarne Eller müssen ein wenig überlegen. Die beiden Jugendlichen, die sich in ihrer Freizeit unter anderem beim "Ersten Lesumer Fernsehen" (ELF) engagieren, fällt zum Thema Europa dann doch etwas ein: die unterschiedlichen Kulturen zum Beispiel, Reisefreiheit und der freie Handel, von dem Bremen natürlich profitiere. Und was haben europäische Themen mit denen im Orts- oder Stadtteil beziehungsweise in den Dörfern im Umland zu tun? Dazu fallen Bjarne die Schlagwörter "Agrarwirtschaft" und "Bauprojekte" ein.

Damit liegt Bjarne gut im Rennen, denn fast von dem, was in Dörfern, Städten und den einen Stadtteilen geschieht, hat eine direkte Verbindung mit der Europäischen Union, kurz EU. Gebe es sie und ihre Förderprogramm nicht, müssten junge und alte Nordbremer auf das eine oder andere Angebot verzichten - unter anderem im Rahmen des Programms "Wohnen in Nachbarschaften" (WiN) in Lüssum und rund um die Grohner Düne: WiN wird zu einem Teil aus dem großen Topf des "Europäischen Sozialfonds" (ESF) bezahlt.

Wie eng der Alltag in Bremen-Nord und die Europäische Union miteinander verbunden sind, können Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 im Herbst einmal mehr erfahren. Kurz vor Beginn der Herbstferien möchten die jungen Leute, die sich im neuen selbstverwalteten Jugendhaus "wEUnited" der Arbeiterwohlfahrt und des Bremer Jugendrings an der Alten Hafenstraße engagieren, zu einer sogenannten Regionalkonferenz einladen.

Wunschbaum in Sachen Europa

Die Veranstaltung soll in Zusammenarbeit mit jeweils einer Schule je Stadtteil stattfinden. "Mehr können wir noch nicht leisten", begründet Angela Ruess vom Bremer Jugendring den kleinen Rahmen: "Mehr als 20 Leute je Workshop ist einfach nicht machbar." Bislang seien es erst acht Jugendliche, die ihre Zeit für "wEUinted" aufwenden.

Für die Regionalkonferenz sind vier Themenworkshops und dann nach klassischem Strickmuster eine große Diskussionsrunde geplant: "Armut/Soziale Integration", "Freizeitmöglichkeiten", "Bildung" und "persönliche Lebenswelt/Probleme/Wünsche". Zum Abschluss soll es einen "Wunschbaum" geben, an den die jungen Teilnehmer ihre Vorstellungen in Sachen Europa hängen können.

Hinter der "Regionalkonferenz" steht die Erkenntnis, dass Jugendliche und junge Erwachsene sich nur dann für Europa beziehungsweise die EU interessieren, wenn sie "Zugang zu lokalen Themen bekommen", sagt Alexander Kaatz, einer der jungen Mitorganisatoren der Konferenz. Ruess ergänzt: "Das ist das Prinzip des Strukturierten Dialogs." Damit soll "die politische Beteiligung junger Menschen in Europa gefördert werden - und das möglichst nachhaltig", heißt es dazu im Internet auf der Website www.strukturierterdialog.de.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich Politiker daran beteiligen. Ein erster Schritt dazu ist gemacht: Bei einem Vorbereitungstreffen für die Regionalkonferenz in dieser Woche haben sich Mitglieder des Vegesacker und Burglesumer Beirates als Paten zur Verfügung gestellt. Sie sollen die jungen Menschen in erster Linie inhaltlich unterstützen.

Schützenhilfe benötigen die Organisatoren der Regionalkonferenz auch noch bei der Organisation, denn bislang fehlt noch ein Veranstaltungsort. Die anwesenden Stadtteilpolitiker sowie Vegesacks stellvertretende Ortsamtsleiterin Christina Jantz sagten auch diesbezüglich ihre Unterstützung zu.

Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter www.jugendinfo.de.

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