Europäische Mobilitätswoche

Verein Autofreier Stadtraum will Bremen verändern

Der Verein Autofreier Stadtraum stellt das Programm für die Europäische Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September in Bremen vor. Die Leitidee dabei ist, die Stadt neu zu denken und Räume neu zu nutzen.
11.09.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Verein Autofreier Stadtraum will Bremen verändern
Von Pascal Faltermann
Verein Autofreier Stadtraum will Bremen verändern

Über die Entwicklung der Bremer Innenstadt gibt es aktuell viele Diskussionen.

Christian Walter

Die Stadt neu denken, Parkräume neu nutzen, Plätze neu gestalten. Die Mitglieder des Vereins Autofreier Stadtraum wollen in der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September 2020 Bremen verändern – zumindest ein stückweit. Die Pläne dafür stellten sie in einem Pressegespräch auf dem potenziellen Mudder-Cordes-Platz vor. Die kleine Fläche an den Elektropollern der Knochenhauerstraße, Ecke Carl-Ronning-Straße, soll auf Vorschlag der Heinrich-Böll-Stiftung diesen Namen bekommen. Während der Mobilitätswoche soll dieser Knotenpunkt „neu erfunden“ werden, sagt Henning Bleyl von der Stiftung. Insgesamt 18 Veranstaltungen soll es geben, die alle mit Abstands- und Hygieneregeln ablaufen.

Derzeit werde in zahlreichen Runden in Politik und Organisationen über den Wandel der Innenstadt gesprochen, sagt Grünen-Politiker Ralph Saxe vom Autofreien Stadtraum. „Die Stadt soll grüner, bunter und attraktiver für Fußgänger und Radfahrer werden.“ Das sei Konsens. Wie sich die Funktion und Gestaltung von öffentlichen Räumen in einer autofreien City verändern, wird Thema einer Diskussion in der Markthalle 8 (Mittwoch, 16. September, 19 Uhr). Einen weiblichen Blick auf die Entwicklungen sollen Senatorin Maike Schaefer (Grüne), Ulrike Mansfeld (Dekanin Hochschule Bremen), Philine Gaffron (TU Hamburg), Hellena Harttung (Ortsamtsleiterin Mitte/Östliche Vorstadt) und Susanne von Essen (Autofreier Stadtraum) werfen.

Filme, Infoveranstaltungen und Diskussionsrunden

Bei der jährlich stattfindende Initiative der Europäischen Kommission für nachhaltige Mobilität sollen unter Corona-Bedingungen Filme gezeigt, Infoveranstaltungen und Diskussionsrunden organisiert und Inszenierungen ermöglicht werden. Zum Parking Day (18. September) wollen die Organisatoren Parkräume bespielen. „Dabei geht es uns auch um Partizipation der Bürger, wie man Räume anders nutzen kann“, sagt Vereinsvorständin Susanne von Essen. Das soll im Viertel am Ostertorsteinweg und Vor dem Steintor passieren: So wird es ein Parklet, also ein Stadtmöbel, geben, das auf einer Parkplatzfläche Raum zum Sitzen bietet. Hinzu kommen eine sogenannte Combox, eine Sitzgelegenheit, oder bunte Auto-Silhouetten, die als Fahrradständer dienen. Weitere Alternativen zum Autoparkplatz werden Blumenkübel, ein Schaukelpferd oder eine Wippe für Kinder.

Von Sonnabend, 19. September, bis Dienstag, 22. September, beschäftigt sich an den Pusdorf Studios in Woltmershausen ein „selbstlernendes Robotaxi“ mit Fragen des autonomen Fahrens. Die Theaterproduktion „Soulmaschine“ von Lajos Talamonti fährt dabei mit einem extra entwickelten Bus die Fahrgäste durch den Bremer Stadtraum. Für das Projekt müssen sich Interessierte anmelden.

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Weitere Informationen

Das komplette Programm und alle Termine der Europäischen Mobilitätswoche (16. bis 22. September 2020) gibt es im Internet unter
www.autofreierstadtraum.de.

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