Projekt des Dalai Lama

Europas Friedens-Buddha steht in Bremen

Ausgerechnet auf Bremen fiel die Wahl für den Standort des europäischen Friedens-Buddhas. Er und vier weitere auf anderen Kontinenten gelten als Symbole für Völkerverständigung und Frieden.
10.01.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Europas Friedens-Buddha steht in Bremen
Von Ralf Michel
Europas Friedens-Buddha steht in Bremen

Das ist der Friedensbuddha, hier noch im Tibetischen Zentrum in Hamburg im Januar.

Christina Kuhaupt

Ausgerechnet auf Bremen fiel die Wahl für den Standort des europäischen Friedens-Buddhas. Er und vier weitere auf anderen Kontinenten gelten als Symbole für Völkerverständigung und Frieden.

Fünf Friedens-Buddhas auf fünf Kontinenten als Symbole für Völkerverständigung und weltweiten Frieden – so lautet die Idee des Dalai Lama. Südafrika habe Interesse für den afrikanischen Kontinent angemeldet, auch in den USA sei die Idee auf fruchtbaren Boden gestoßen, erzählt Peter Siemering, Geschäftsführer der Bremer Touristik Zentrale.

Und freut sich, dass Europa da schon weiter ist. Viel weiter: Für den europäischen Friedens-Buddha wurde nicht nur ein Standort gefunden, er ist auch schon an Ort und Stelle – in der Botanika im Rhododendronpark. Am Montag wurde die Kiste mit ihrer 450 Kilo schweren vergoldeten Fracht während einer feierlichen Zeremonie geöffnet.

In Bylakuppe angefertigt

„An die Akku-Schrauber, den Deckel zuerst.“ Es ist ein bewegender Moment für die Menschen, die an diesem Nachmittag in einer Halle der Botanika vor der gut drei Meter hohen Holzkiste stehen. Aber er beginnt mit profaner Handarbeit, denn die Statue ist gut verpackt. Sie wurde in Bylakuppe angefertigt, einem Ort im südlichen Indien.

Von dort ging es nach Mumbai, dann via Südkorea auf dem Seeweg nach Bremerhaven und schließlich per Lkw nach Bremen. Schicht um Schicht werden Schaumstoffbahnen und Plastikfolie entfernt. Als erstes wird eine goldene Schulter sichtbar, wenig später ist die gesamte 2,40 Meter hohe Statue freigelegt. Der Kopf und der rechte Arm sowie eine Hand sind extra verpackt.

Mit kleinen Stiften werden sie schnell am Körper befestigt, dann hat Gesha Pema Samten das Wort. Er ist aus dem Tibetischen Zentrum Hamburg nach Bremen gekommen, um den Friedens-Buddha feierlich zu enthüllen. „Er spricht ein Gebet, um den Buddha nach hierher einzuladen“, erklärt eine Begleiterin des tibetischen Würdenträgers. „Der Buddha soll langfristig hier verweilen, seinen Segen verbreiten und so Schrecken und Kriege beseitigen.“

Ausgerechnet in Bremen

Die Statue stellt Siddharta Gautama dar, den Begründer des Buddhismus. Doch bei der Figur handele es sich nicht um ein religiöses, sondern um ein allgemeines Friedenssymbol, betonen die Organisatoren des Projekts. Gedacht ist die Figur nach dem Willen des Dalai Lama für alle Menschen, unabhängig von deren religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit.

Dass dieser Buddha ausgerechnet in Bremen stehen wird, komme nicht von ungefähr, erklärt Botanika-Geschäftsführerin Petra Schäffer. In Rhododendronpark und Botanika sei nicht nur die Achtung gegenüber der Natur ein zentrales Thema, sondern „hier ist außerdem die Bedeutung des friedvollen Umgangs der Menschen untereinander präsent“.

Etwa durch die Spruchbänder mit den Artikeln aus der UN-Charta der Menschenrechte. Diese Kombination aus Umwelt- und Friedensaspekten sei ausschlaggebend für die Standort-Entscheidung gewesen, sagt Lama Doboom Tulku, Direktor des Tibet House New-Delhi, der an der Entscheidung zugunsten des Bremer Naturerlebniszentrums beteiligt war.

"Es ist uns eine große Ehre."

Sehr zur Freude Bremens, wie Ronny Meyer, Staatsrat beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, betont. „Es ist uns eine große Ehre, den europäischen Friedens-Buddha begrüßen und aufstellen zu dürfen.“ Das Umweltressort ist offizieller Empfänger der Statue.

Der Friedens-Buddha werde Bremen als weltliches Symbol „sicherlich einige zusätzliche, thematisch interessierte Touristen bescheren, die ohne dieses höchst interessante Projekt womöglich nicht auf unsere Hansestadt aufmerksam geworden wären“, meint Peter Siemering.

Der Touristik-Geschäftsführer ist auch Vorsitzender des Vereins „Die Sieben Faulen“, der für den Transport der Statue von Indien nach Bremen verantwortlich zeichnet. „Der Buddha war ein Geschenk, der Transport nicht“, erklärt Siemering. Der sei privat über den Verein organisiert worden. „Da steckt kein Euro Steuergeld drin“, betont Holm Triesch, einer der Hauptorganisatoren des Projekts.

Kostenlose Besichtigung

Der Friedens-Buddha wird auf einem Granitsockel im Japanischen Garten der Botanika stehen. Mit einem speziellen Ticket wird sichergestellt, dass jeder Besucher ihn unabhängig von einem Besuch der Botanika kostenlos besichtigen kann, kündigt Petra Schäffer an.

Dies allerdings erst im August, denn erst dann wird die Statue mit einer dreitägigen Zeremonie nach buddhistischem Brauch geweiht, erklärt die Geschäftsführerin. Bis dahin seien noch zahlreiche Vorbereitungen zu treffen. Unter anderem das Füllen der Statue mit Hunderten von Papierrollen, auf denen in dem Ort Bylakuppe Mantras geschrieben wurden.

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