Neues Verkehrskonzept für Bremer Innenstadt Ex-Senator Eckhoff: Ringverkehr um die City

Bremen. Feiern auf der gesperrten Bürgermeister-Smidt-Straße? Dieser Vorschlag kommt nicht etwa aus dem grünen Verkehrsressort, sondern von der CDU Mitte/Östliche Vorstadt.
04.04.2011, 05:00
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Ex-Senator Eckhoff: Ringverkehr um die City
Von Michael Brandt

Bremen. Feiern auf der gesperrten Bürgermeister-Smidt-Straße? Dieser Vorschlag kommt nicht etwa aus dem grünen Verkehrsressort, sondern von der CDU Mitte/Östliche Vorstadt. Der Verband schlägt vor, die Straße an den Wochenenden zu sperren und mit Hilfe von Veranstaltungen die Anbindung des Stephaniviertels zu verbessern.

Der Stadtbezirksvorsitzende Jens Eckhoff fordert außerdem, dass ein City-Ring um die Innenstadt geschaffen werden soll - mit geringem Aufwand. Eckhoff, der von 2003 bis 2006 Verkehrssenator war, kommt zu dem Schluss, dass ein übergeordnetes Verkehrskonzept fehlt. Es sei der Eindruck aufgekommen, der zuständige grüne Senator Reinhard Loske "macht Politik gegen die Autofahrer, und alle anderen machen Politik gegen Loske." Er schlägt nun vor, zusätzlich zum Autobahnring einen inneren Ring direkt in Citynähe zu organisieren.

Der Ring würde über den Wall, Altenwall und Tiefer führen, dann über die Wilhelm-Kaisen-Brücke in die Neustadt abbiegen, weiter über die Westerstraße und die B6/B75 und die Stephanibrücke. Eckhoffs Wunsch wäre es, dass an dieser Stelle eine Möglichkeit geschaffen wird, direkt über die Eduard-Schopf-Allee wieder auf den Wall zu kommen. Als Provisorium, erinnert er, habe es diese Möglichkeit schon gegeben. Verkehrsexperten müssten sich Gedanken darüber machen, ob eine Ring als Einbahnstraße oder mit der Möglichkeit sinnvoller wäre, in beide Richtungen zu fahren.

Eckhoff sieht in einem Ringverkehr mehrere Vorteile. Zum einen würde durch die Lage des Rings die Weser noch ein Stück weiter ins Zentrum gerückt. Außerdem entstünde die Chance, Martinistraße und Bürgermeister-Smidt-Straße zurückzubauen. "Überdimensionierte Straßenzüge führen zur Ausgrenzung ganzer Bereiche", heißt es im Verkehrspapier des CDU-Stadtbezirksverbands dazu.

Ideenwettbewerb für die Umgestaltung

Durch eine einspurige Martinistraße könnte der Versuch erneuert werden, die gefühlte Distanz zwischen Obernstraße und Weser zu verringern. Und die Bürgermeister-Smidt-Straße würde die CDU an den Wochenenden für den Individualverkehr sperren. Veranstaltungen, Feste und Märkte sollen dafür sorgen, dass Altstadt und Stephaniviertel enger zusammenrücken. Nach sechs Monaten sollten Experten den Versuch auswerten. Gemeint ist mit "überdimensioniertem Straßenraum" unter anderem auch die Daniel-von-Büren-Straße. Hier schlägt Eckhoff einen Ideenwettbewerb für die Umgestaltung vor.

Grundsätzlich will die CDU, dass die Innenstadt für den Pkw-Verkehr erreichbar bleibt. Gleichzeitig sagt Eckhoff aber, Aufgabe eines City-Rings wäre es, unnötige Fahren in der Innenstadt zu vermeiden. Voraussetzung dafür, betont er, sei eine vernünftige Verkehrslenkung. Durch eine Anbindung über den Wall wäre auch die Erreichbarkeit des geplanten neuen Einkaufszentrums nicht gefährdet.

Zusätzlich zum Innenstadt-Ring macht Eckhoff eine Reihe weiterer Vorschläge. So fordert er zum Beispiel eine grundsätzliche Klärung darüber, welche Straßen in die Zuständigkeit der Beiräte und welche in die Zuständigkeit der Bürgerschaft fallen. Eine City-Maut lehnt der Ex-Senator weiter ab. Bremen sei die Großstadt mit der geringsten Kaufkraft-Bindung, da wäre es aus seiner Warte nicht klug, als erste Stadt mit einer City-Maut zu beginnen. Dieses Instrument würde in der jetzigen Situation die Kunden weiter in die Peripherie treiben.

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