Namensgeberin für Platz vor Gesundheitsamt

Würdigung von Elsbeth Rütten

Einstimmig beschließe die Mitglieder des Bauausschusses Östliche Vorstadt, den Platz Platz vor dem Gesundheitsamt nach Elsbeth Rütten zu benennen. Zudem kritisiere sie den Leerstand im Quartier.
26.04.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Würdigung von Elsbeth Rütten
Von Sigrid Schuer
Würdigung von Elsbeth Rütten

Dieser kleine Platz soll nach Elsbeth Rütten benannt werden.

Roland Scheitz

Rainer Ballnus, der für die SPD-Fraktion im Fachausschuss für Bauen, Wohnen und öffentlichen Raum des Beirates Östliche Vorstadt sitzt, brachte es auf der jüngsten, virtuellen Sitzung des Ausschusses sehr genau auf den Punkt: „Das Schlimmste ist doch, dass solche großen Dinger überhaupt ungenutzt leer stehen. Das kann nicht im Interesse der Stadt sein!“ Das gelte nicht nur für die riesigen Baumarkt-Hallen an der Stresemannstraße, sondern auch für die großen Autohäuser in der Kornstraße in der Neustadt und in der Georg-Bitter-Straße in der Östlichen Vorstadt. Ballnus' Ansage ist ganz klar: „Der Beirat muss da Druck auf die Eigentümer ausüben!“

Sina Brokop und Thomas Bialluch stellten den Ausschussmitgliedern ihr „1fuffzig“-Projekt vor, das von einer Gruppe von sechs Ehrenamtlern organisiert wird. Dahinter stehen rund 100 kulturinteressierte Menschen verschieden Alters, die in der Pandemie auf der Suche nach Räumen seien, um ihre Kunst- und Kreativarbeit gestalten zu können, so Bialluch. Das gelte auch für so manchen Chor, der dringend auf der Suche nach großen Probenräumen sei. Nur, dass das im erweiterten Bremer Innenstadtbereich alles andere als einfach ist, das hatten auf der jüngsten Sitzung des Beirates Östliche Vorstadt auch schon Christoph Ogiermann und Dina Koper von den Fehrfeld-Ateliers beklagt.

Das Projekt „1fuffzig“ ist zwar in Kontakt mit der Zwischenzeitzentrale, doch die Ergebnisse sind eher ernüchternd. Als ideal für ihr Vorhaben hatte Sina Brokop das Autohaus an der Kornstraße identifiziert, das mittlerweile seit mehreren Jahren leer stehe, wie sie sagt. Doch der Eigentümer habe kein Interesse an einer Zwischennutzung. Und beim jetzigen Objekt der Begierde, dem Autohaus Dello an der Georg-Bitter-Straße, das ebenfalls schon länger leer steht, würden utopische Mietpreise aufgerufen werden. Laut Makler seien rund 20.000 Euro Kaltmiete pro Monat fällig. „Es ist völlig illusorisch, diese Summe als in Gründung befindlicher Verein aufzubringen“, resümierte Brokop.

Peter Altvater von der Bürgerinitiative Leben im Viertel befand, dass es doch eigentlich möglich sein müsste, den inzwischen 80-jährigen Eigentümer zu einem solidarischen Mietpreis zu bewegen. "Denn mit dem Leerstand ist ja auch dem Eigentümer nicht gedient. Je länger das Gebäude leer steht, desto größer ist die Gefahr, dass es Vandalismus anheimfällt, fügte Ballnus hinzu. Eher skeptisch beurteilt er jedoch die von Peter Altvater, Irmgard Lindenthal (Grüne) und Peter Böhme (Linke) ins Spiel gebrachte Chance, dass das Kulturressort den leer stehenden Gebäude-Komplex anmieten könnte. Von Altvater kam noch ein weiterer Tipp für die erfolgreiche Einwerbung von Sponsorengeldern bei Kulturstiftungen: Um ein Grundstock an Kapital anzusammeln solle jedes Mitglied der Initiative zunächst 50 Euro geben. Manuela Jagemann vom Ortsamt sagte, dass der Beirat das Projekt wohlwollend politisch begleiten und Kontakte etwa zu Karin Take von der Wirtschaftsförderung Bremen herstellen wolle. Zudem könnte der Verein in dem für ihn zuständigen Beiratsgebiet auch Projektförderung über Globalmittel beantragen. Vielleicht gebe es ja sogar Mittel aus Corona-Sondertöpfen. Nun will sich der Bauausschuss mit dem Fachausschuss für Soziales, Kultur und Wirtschaft ins Benehmen setzen.

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Platz soll nach Elsbeth Rütten benannt werden

Irmgard Lindenthal (Grüne) stellte auf der Sitzung des Bauausschusses zudem einen Antrag der Grünen und der SPD zur Benennung des kleinen Platzes vor dem Gesundheitsamt, Horner Straße, Ecke Humboldtstraße vor. Die Fraktionen schlagen vor, den Platz nach Elsbeth Rütten zu benennen, die sich in vorbildlicher Weise für alleinstehende Patienten mit ihrem Verein Ambulante Versorgungsbrücken eingesetzt habe. Peter Altvater von Leben im Viertel gab zu bedenken, ob dieser kleine Platz nicht etwas kümmerlich sei, um ihn nach Elsbeth Rütten zu benennen, die ja mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in 25 Jahren Herausragendes in Bremen geleistet habe. Wenn es dort keine städtebauliche Aufwertung gebe, sei das in seinen Augen katastrophal. Harald Klussmeier (Grüne) und Peter Böhme (Die Linke) entgegneten, dass dieser Platz ja durchaus noch aufgewertet werden könne. Schon allein die kleine Maßnahme, dort eine Bank aufzustellen, habe ja bereits eine Menge bewirkt, fügte Ortsamtsmitarbeiterin Manuela Jagemann hinzu. In der weiteren Diskussion kristallisierte sich die Meinung heraus, dass bei der Platzbenennung zweigeleisig gefahren werden könne. Parallel zur Benennung des Platzes solle nun der Umweltbetrieb Bremen angesprochen werden, ob beispielsweise eine Aufwertung des Straßenbegleitgrüns erfolgen könne. So wurde es einstimmig beschlossen.

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