Die Unternehmen fordern mehr Praktiker

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Fach- und Betriebswirt – die Alternative zu Bachelor und Master

Ein akademisches Studium ist keine Garantie für einen gut bezahlten Job. Weil so viele junge Menschen ein Studium wählen, gibt es eine gestiegene Anzahl an Absolventen, die auf den Arbeitsmarkt drängen.
10.05.2021, 11:24
Lesedauer: 6 Min
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Von LH
Fach- und Betriebswirt – die Alternative zu Bachelor und Master

Die Teilnehmer der Lehrgänge an der IQ Bremen bringen alle ein solides Fundament an Wissen und Berufserfahrung mit.

Riccius / IQ Bremen

Viele machen die leidvolle Erfahrung, dass es für sie ohne praktische Erfahrung schwer ist, einen passenden ersten Job mit akzeptablem Gehalt zu finden. Doch es gibt eine clevere Alternative zum klassischen Hochschulstudium.

„Die Wirtschaft braucht Praktiker und keine Theoretiker“ fasst Dr. Uwe Heil, Geschäftsführer von IQ – Intelligente Qualifizierung die aktuelle Situation zusammen. Während frischgebackene Hochschulabsolventen meistens nur studienbegleitende Pflichtpraktika abgeleistet und darüber hinaus noch keine längeren Arbeitserfahrungen gesammelt haben, sind Fachwirte und Betriebswirte schon nach kurzer Zeit produktiv tätig.

Fachwirte und Betriebswirte im Porträt

Fach- und Betriebswirte sind Abschlüsse einer kaufmännischen Aufstiegsfortbildung, die auch als höhere Berufsbildung bezeichnet wird. 

Der Fachwirt ist entweder auf einen bestimmten Schwerpunkt bezogen (z.B. für den Bereich Handel der Handelsfachwirt/die Handelsfachwirtin) oder allgemein ausgerichtet (Wirtschaftsfachwirt/Wirtschaftsfachwirtin). Um zur Prüfung zugelassen zu werden, muss neben der absolvierten Ausbildung ein Jahr Berufserfahrung vorgewiesen werden. Berufliche Erfahrung ist wichtig, weil der Lehrgang praxisnah mit Fokus auf größtmögliche Anwendbarkeit des Gelernten unterrichtet wird. 

Der Betriebswirt ist die nächste Weiterbildungsstufe nach dem Fachwirt. Zusammen mit dem Technischen Betriebswirt IHK stellt der Betriebswirt IHK die höchste Stufe des IHK-Aufstiegsfortbildungssystems dar.

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Die Grafik macht die Vielfalt der Möglichkeiten deutlich, die einem jungen Menschen nach Abschluss seiner kaufmännischen oder verwaltenden Lehre offenstehen.

Foto: IQ Bremen GmbH

Vollzeit oder neben dem Beruf


„Die Dauer des Lehrgangs hängt davon ab, ob die Teilnahme in Vollzeit oder berufsbegleitend stattfindet“ so Heil von der IQ Bremen. Vollzeit bedeutet Unterricht von Montag bis Freitag von 8:00 bis 15:00 Uhr. In dieser Form dauert der Lehrgang insgesamt ca. 18 Wochen (Fachwirt) bzw. 24 Wochen (Betriebswirt). Die Vorteile sind ein sehr intensiver Unterricht und eine insgesamt kürzere Laufzeit. In berufsbegleitender Form lernen die Teilnehmer an zwei Abenden pro Woche nach Feierabend von 18:00 bis 21:00 Uhr sowie zusätzlich an zwei Samstagen pro Monat von 8:00 bis 15:00 Uhr. Der Kurs dauert so etwas mehr als ein Jahr. Der entscheidende Vorteil hier ist die Möglichkeit, weiter arbeiten zu können.

Unabhängig von Vollzeit- oder berufsbegleitendem Lehrgang erleben die Teilnehmer einen abwechslungsreichen, lebendigen und interaktiven Unterricht mit dazugehörigen regelmäßigen Gruppenarbeiten. Motivierte und praxiserfahrene Dozenten geben qualifiziertes Feedback und stellen durch ihre Flexibilität sicher, dass immer auch über Beispiele aus dem betrieblichen Alltag der Teilnehmer gesprochen werden kann. 

Unterschied zu klassischen Hochschulen


Einer der größten Unterschiede zur klassischen Hochschule ist, dass die zukünftigen Fachwirte und Betriebswirte bereits zu Beginn über wirtschaftliches Wissen verfügen und es auch schon in der Praxis angewendet haben. Durch ihre Lehre und die anschließende Berufserfahrung bringen sie ein solides Fundament mit. Das macht den Unterricht effizienter als an einer Hochschule, an der die Gruppen in sich oft sehr verschieden sind - vom Abiturienten ohne jegliche Berufserfahrung bis hin zum spätberufenen Studenten, der schon über mehrere Jahre Berufserfahrung verfügt.

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Ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Kurse ist der stete Transfer zwischen den Teilnehmern, aber auch zwischen Theorie und Praxis.

Foto: Riccius / IQ Bremen

Ein weiterer Unterschied zur klassischen Hochschule, ist, dass die Weiterbildung zum Fachwirt bzw. Betriebswirt weniger Zeit in Anspruch nimmt. Für die 4-5 Monate (Vollzeit) bzw. 14 Monate (berufsbegleitend) ist der Stoff verdichtet. Alle Teilnehmer an den Fach- und Betriebswirte-Lehrgängen sind zusätzlich hoch motiviert und sehr fokussiert. Das entstehende starke Wir-Gefühl der Gruppe spornt an und eröffnet sozusagen nebenbei noch die Möglichkeit, ein stabiles Netzwerk aufzubauen, das für ein ganzes Berufsleben hält.

Förderungsmöglichkeiten


Top-Dozenten sowie gut ausgestatte und moderne Schulungsräume mit zeitgemäßer IT- und Präsentationstechnik sind kostenintensiv. Daher wird für die Lehrgänge eine Teilnahmegebühr erhoben. Es ist aber möglich, eine staatliche Förderung zu beantragen, das so genannten Aufstiegs-BAföG. Bei erfolgreichem Bestehen können bis zu 75% der Kosten erstattet werden und für die verbleibenden 25% werden günstige Ratenzahlungen angeboten.

Wer sich für eine Weiterbildung interessiert und Fragen zu den genannten und weiteren Förderungsmöglichkeiten hat, kann sich zur Beratung an die Experten von IQ wenden. 

Vorteile für Praktiker


Die Fakten sprechen für sich: Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln aus dem Jahr 2016 hat die Karrierewege von Fach- und Betriebswirten mit denen von klassischen Hochschulabsolventen verglichen. Die Ergebnisse sind teilweise überraschend: So übernimmt der Fach- oder Betriebswirt zum Beispiel häufiger Personalverantwortung als der Hochschulabsolvent. Ähnliches hat auch das Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB herausgefunden: Absolventen von Aufstiegsfortbildungen haben häufiger Projekt-, Gruppen- oder Teamleitungsaufgeben inne und besitzen eigenständige Budgetverantwortung. Das äußert sich auch im Gehalt: Am Ende ihres Erwerbslebens haben beide Gruppen fast gleich viel verdient. 

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Für die qualifizierenden Lehrgänge wird eine Teilnahmegebühr erhoben, für die aber staatliche Förderungen beantragt werden können.

Foto: Riccius / IQ Bremen

Im Rahmen der „DIHK-Erfolgsstudie Weiterbildung 2018“ waren die Teilnehmer sich einig, dass die Weiterbildung sie auch persönlich weitergebracht hat. Ein erweiterter Blickwinkel und ein verbessertes Verständnis wurden ebenso als positive Effekte genannt wie die Steigerung des eigenen Reflexionsvermögens und eine Optimierung der kommunikativen Kompetenzen. So ist auch zu erklären, dass 85% der Befragten die gleiche Weiterbildung noch einmal besuchen würden.

Akzeptanz bei den Unternehmen


Die Stärke der Fachwirte und Betriebswirte liegt nicht darin, dass sie die Theorien bis ins letzte Detail beherrschen. Sie sind vielmehr in der Lage, mit dem notwendigen theoretischen Grundwissen konkrete Problemstellungen in der Praxis erfolgreich zu lösen – das Schlagwort hier heißt „praktische Intelligenz“. Und Praktiker werden weiterhin gesucht, egal ob von kleinen und mittelständischen Unternehmen oder großen Konzernen. Sie alle benötigen Mitarbeiter, die wissen, wie es geht und ihre Handlungskompetenz auch unter Beweis stellen können.

Worauf sollte man bei der Auswahl eines Anbieters achten?
Der Preis sollte nicht die wichtigste Rolle spielen, da die staatliche Förderung im Rahmen des Aufstiegs-BAföGs nicht von den absoluten Kosten ausgeht, sondern prozentual berechnet wird. Relevanter sind folgende Faktoren:

  • Gute Dozenten mit Praxiserfahrung und praxisnahem Unterricht
  • Lehrgangsanbieter mit längerer Erfahrung in dem Bereich
  • Zielgerichtete Prüfungsvorbereitungswochen, für die Bildungsurlaub beziehungsweise Bildungszeit beantragt werden kann
  • Unterstützung beim Schreiben der Projektarbeit durch einen Mentor
  • Eine Lernplattform mit zusätzlichen Informationen und Lerninhalten
  • Laufende Qualitätsüberprüfungen und Evaluierungen durch den Anbieter
  • Hohe Erreichbarkeit der Mitarbeiter, lange Öffnungszeiten des Servicebüros (gerade auch am Abend und sonnabends, wenn die Lehrgänge stattfinden)
  • Möglichkeit des hybriden Lernens, falls Teilnehmer am Präsenzunterricht vor Ort nicht teilnehmen können
  • Transparenz bei den Teilnahmegebühren

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Verschiedene Studien zeigen auf, dass Fach- und Betriebswirte in punkto Gehalt und Karrierestufe sogar besser dastehen als klassische Hochschulabsolventen.

Foto: Riccius / IQ Bremen

Kaufmännische Aufstiegsqualifizierungen in Bremen

Das Angebot in Bremen ist recht umfangreich. Bei IQ werden demnächst wieder Lehrgänge auf Fachwirt-Niveau (Bachelor-Level) und Betriebswirt-Niveau (Master-Level) angeboten werden für

  • Finanzbuchhalter in Vollzeit und berufsbegleitend
  • Bilanzbuchhalter IHK in Vollzeit und berufsbegleitend
  • Wirtschaftsfachwirt IHK in Vollzeit und berufsbegleitend
  • Handelsfachwirt IHK in Vollzeit und berufsbegleitend
  • Personalfachkaufmann IHK in Vollzeit und berufsbegleitend
  • Technische Fachwirte IHK in Vollzeit und berufsbegleiten
  • Betriebswirt IHK in Vollzeit und berufsbegleitend
  • Technische Betriebswirte IHK in Vollzeit und berufsbegleitend

Alle Veranstaltungen werden nach dem IQ-Hybrid-Konzept durchgeführt. Für alle Interessenten finden sich weitere Informationen auf der Website https://iq-mehr-zukunft.de/kompetenzen-fuer-individuen/fach-und-betriebswirte/ .

An jedem zweiten und vierten Donnerstag im Monat findet um 18:00 Uhr im modernen Schulungszentrum von IQ in der Mary-Somerville-Straße 12 in Bremen ein kostenloser und unverbindlicher Infoabend statt.

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