Ruderboot zwischen Niederblockland und der Gaststätte "Zur Schleuse" Fähre an der Wümme wieder in Betrieb

Bremen. Jetzt heißt es an der Wümme wieder „Fährmann, hol über!“ Mitten im Blockland hat die Fähre zur Gaststätte „Zur Schleuse“ ihren Betrieb wieder aufgenommen. Über zwei Jahre lang ruhte der Verkehr, der Weg zum Anleger durch das moorige Gelände war zu unwegsam.
31.07.2014, 19:00
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Von Karina Skwirblies

Jetzt heißt es an der Wümme wieder „Fährmann, hol über!“ Mitten im Blockland hat die Fähre zur Gaststätte „Zur Schleuse“ ihren Betrieb wieder aufgenommen. Über zwei Jahre lang ruhte der Verkehr, der Weg zum Anleger durch das moorige Gelände war zu unwegsam. Am Donnerstag haben Politiker und Behördenvertreter den erneuerten Weg eingeweiht.

Ein neues Ruderboot aus Aluminium steht ab sofort an der Wümme für Fahrgäste bereit. Fährmann Nico Schneider rudert Erholungssuchende und ihre Fahrräder von der Bremer Seite der Wümme zur niedersächsischen oder umgekehrt. Nach zweijähriger Pause fährt das Boot auf Höhe der Gaststätte „Zur Schleuse“ wieder. Die einfache Strecke kostet 50 Cent, mit Fahrrad einen Euro.

Ungefähr 100 Jahre alt soll die Fährverbindung sein. Jürgen Geffken, Inhaber der Gaststätte „Zur Schleuse“, betreibt die Fähre. „Unsere Gaststätte ist über 100 Jahre alt“, erzählte Geffken bei der Einweihung. „Vor mir und meiner Frau waren meine Eltern die Besitzer.“ Zu dem Lokal auf der niedersächsischen Seite konnten die Besucher nur vom Bremer Wümmeufer aus kommen: „Sie mussten mit dem Boot über die Wümme fahren. Das St. Jürgens Land rund um das Lokal war Überschwemmungsgebiet. Es gab früher an der Wümme viele Stellen, an denen die Bauern mit Schiffen übersetzten, um ihre Milch nach Bremen zu bringen.“

Jürgen Geffken und sein Sohn Felix sind früher als Fährmann mit dem Ruderboot gefahren. Heute bringt Nico Schneider die Gäste über die Wümme. „Es passen fünf Personen und fünf Fahrräder ins Boot“, sagte Felix Geffken. „Ohne Fahrräder können wir sieben Personen befördern. Schwierig ist vor allem die starke Strömung. Dadurch ist das Boot schwer zu rudern.“

Ursprünglich war die Fähre aus Holz, die ging aber bei einer Kollision kaputt. „In das Holzboot ist ein Torfkahn gefahren“, berichtete Felix Geffken. „Wir konnten es nicht mehr reparieren.“ Das neue Boot sei unsinkbar. Doch schon bei der ersten Überfahrt gab es am Donnerstag eine Panne: Der Fährmann verlor beim Zurückrudern auf die Bremer Seite ein Paddel. Vergeblich versuchte er noch, es wieder einzuholen – es versank in der Wümme.

Bei der Einweihung stand vor allem der erneuerte Weg im Mittelpunkt, den Umwelt- und Wirtschaftsbehörde für 27 000 Euro wieder begehbar gemacht haben. In fünf Tagen wurde der etwa 240 Meter lange Schotterweg aufgeschüttet. Dafür mussten 400 Tonnen Mineralschotter aufgetragen werden. „Der Weg war immer unter Wasser“, berichtete Jürgen Geffken. „Er war glitschig und rutschig. Jetzt ist der Schotterweg 40 Zentimeter höher. Man hat eine Art Fundament gelegt und Schotter in Fließ eingepackt.“

Den Eingang zu dem Weg auf der bremischen Wümmeseite markiert eine neue Holzpforte. Sie befindet sich am Deich in Höhe des Hauses Niederblockland 2. Umweltsenator Joachim Lohse eröffnete zusammen mit Willy Hollatz, Bürgermeister von Lilienthal, Gunnar Oertel von der Stiftung Nordwest Natur und anderen Gästen den neuen Weg. Oertel verwies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Naturschutzgebietes an der Wümme. Fahrgäste, die künftig diesen Weg nehmen, können zu beiden Seiten das Moor und das Schilfufer bewundern.

Die Fähre ist vom 1. Mai bis zum 3. Oktober immer dienstags bis sonntags von 11.30 bis 20 Uhr in Betrieb. Der Fährmann kommt auf Zuruf, der Fährverkehr ist jedoch von der Witterung abhängig.

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