13-Jähriger in der Vahr angefahren Fahrerflucht: Kind noch immer in Lebensgefahr

Ein 13-Jähriger, der Freitagmittag in der Vahr von einem Auto angefahren und dabei lebensgefährlich verletzt wurde, schwebt noch immer in Lebensgefahr. Die Polizei fahndet indes nach dem flüchtigen Fahrer.
11.06.2016, 13:48
Lesedauer: 2 Min
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Von Kathrin Aldenhoff Sabine Doll

Ein 13-Jähriger, der Freitagmittag in der Vahr von einem Auto angefahren und dabei lebensgefährlich verletzt wurde, schwebt noch immer in Lebensgefahr. Die Polizei fahndet indes nach dem flüchtigen Fahrer.

Die Polizei beschäftigt ein besonders schwerer und emotionaler Fall von Fahrerflucht, bei dem ein 13-jähriger Junge am Freitagmittag in der Vahr lebensgefährlich verletzt wurde. „Der Junge schwebt nach einer Notoperation immer noch in akuter Lebensgefahr“, sagt ein Sprecher der Polizei dem WESER-KURIER. „Wir hoffen jetzt auf die Bremer, dass sie die Augen offen halten und uns bei der Suche nach dem Unfallwagen helfen, der bisher noch nicht gefunden wurde.“

Erste Erkenntnisse zu Halter und Fahrer des Wagens, einem silberfarbenen Opel Astra mit dem Kennzeichen HB-BA 351, gebe es bereits, allerdings will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine Details nennen. Nur so viel, dass es sich bei dem Halter des Wagens nicht um den Fahrer handele. Deshalb sei es nun so wichtig, das Unfallfahrzeug zu finden. „Um Schäden an dem Auto selbst sowie Spuren des Fahrers und seines Beifahrers im Innern zu sichern und ihnen zuordnen zu können“, sagt der Sprecher. Der Fahrer wird von Zeugen als etwa 35 bis 45 Jahre alt be­schrieben.

Der Unfall passierte am Freitag gegen 12.30 Uhr an der Kreuzung Julius-Brecht-Allee/Konrad-Adenauer-Allee. Der 13-jährige Junge fuhr mit seinem Fahrrad von der Konrad-Adenauer-Allee kommend bei Grün über die Straße in Richtung Beneckendorff­allee. Als er sich mitten auf der Straße befand raste der silberfarbene Opel aus der Julius-Brecht-Allee kommend auf den Jungen zu und erfasste das Kind frontal. Der Fahrer hatte die an der roten Ampel wartenden Fahrzeuge auf der Linksabbiegerspur überholt und raste trotz Rot geradeaus weiter – direkt auf den 13-Jährigen zu. Das Kind wurde bei dem Aufprall 15 Meter durch die Luft geschleudert und erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen.

Fahrer steigt nach Unfall aus und flieht dann

Statt sich um den schwerverletzten Jungen zu kümmern und den Notarzt zu alarmieren, stiegen der Fahrer und Beifahrer zwar aus ihrem Fahrzeug aus, wie Zeugen berichteten. Danach sahen sie sich das Kind aber lediglich an, liefen sofort wieder zum Auto zurück und flüchteten damit in Richtung Stresemannstraße. Es gebe einige Gründe, weshalb Menschen immer wieder unüberlegt Fahrerflucht begingen, sagt Ralf Spörhase. Er ist Geschäftsführer der Landesverkehrswacht Bremen und darüber hinaus seit fast 40 Jahren Polizist in Bremerhaven.

Bei manchen sei Alkohol der Grund, andere haben keinen Führerschein oder das Auto, mit dem sie den Unfall hatten, gehöre ihnen gar nicht. „Oder sie sind zur falschen Zeit am falschen Ort und haben Angst, dass das auffliegt, wenn sie den Unfall melden“, sagt Spörhase. „Die Menschen haben ein Gewissen und Moral, aber oft führen solche Beweggründe dazu, dass jemand unüberlegt den Unfallort verlässt.“ Ob das in diesem Fall auch so war, dazu kann die Polizei derzeit noch keine Angaben machen.

„Wir gehen davon aus, dass der Unfallwagen irgendwo abgestellt wurde“, sagt der Polizeisprecher. „Möglicherweise wurde er in ein Gebüsch hineingefahren, wo er versteckt werden soll.“ Überall im Stadtgebiet seien Streifenwagen auf der Suche nach dem Auto unterwegs.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe in diesem besonders tragischen Fall: Zeugen, die den Unfall beobachtet haben oder Hinweise zu dem Fahrzeug geben können, erreichen die Verkehrswacht unter der Nummer 362-148 50.

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