Polizei registriert mehr als 100 Räder kostenlos

Fahrradfrühling bei Schmuddelwetter

Noch spielte das Wetter nicht mit, doch zum Auftakt der Saison lud die Vegesacker Polizei schon mal zum Vegesacker Fahrradfrühling. Statt wie bislang im Haven Höövt, fand die 15. Auflage der Aktion erstmals auf dem Sedanplatz und in der Gerhard-Rohlfs-Straße statt. Die Kontaktpolizisten mit ihren Tipps rund um Verkehrssicherheit und Diebstahlschutz profitierten dabei von den Besuchern des Wochenmarktes.
13.05.2014, 00:00
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Von Alexander Bösch
Fahrradfrühling bei Schmuddelwetter

Sieghard Siemann vom Vegesacker Polizeirevier codiert Fahrräder.

Christian Kosak

Noch spielte das Wetter nicht mit, doch zum Auftakt der Saison lud die Vegesacker Polizei schon mal zum Vegesacker Fahrradfrühling. Statt wie bislang im Haven Höövt, fand die 15. Auflage der Aktion erstmals auf dem Sedanplatz und in der Gerhard-Rohlfs-Straße statt. Die Kontaktpolizisten mit ihren Tipps rund um Verkehrssicherheit und Diebstahlschutz profitierten dabei von den Besuchern des Wochenmarktes.

Mit seinen 75 Jahren ist Herbert Scheffler am Stand des Radsportclubs Vegesack (RSC) ein Aushängeschild für seine Zunft. Jeden Mittwoch und Sonnabend trifft sich die „50 plus“-Sparte und legt eine Etappe von bis zu 70 Kilometern auf dem Rennrad zurück. „Radfahren schont die Gelenke, man kann es bis ins hohe Alter machen“, schwärmt der rüstige Senior. Rund 1500 Kilometer habe er bereits in diesem Jahr zurückgelegt.

Sein Tipp: Lieber schneller kurbeln – mindestens 60 Umdrehungen pro Minute – und dafür nicht allzu schwerfällige Gänge wählen. Der Reifendruck sei bei einem Tourenrad bei drei Atü optimal. Werner Wehrs pflichtet seinem Kollegen bei: „Fahrradfahren ist ein Stück Freiheit!“ Auf einer Schautafel sind Höhepunkte des Vegesacker Radrennens zu sehen, das zwischen 1997 und 2001 stattfand.

Der 15-jährige Malte Urbaniak und sein Bruder Nils treten derweil abwechselnd in Polyesteranzügen auf einem Rollentrainer in die Pedale. Die beiden Vegesacker sind begeisterte RSC-Leistungssportler. Während Malte sich auf BMX-Räder spezialisiert hat und im Juli bei der Weltmeisterschaft in Rotterdam antritt, bevorzugt sein jüngerer Bruder das Rennrad. „Bei Spritztouren fahr ich gern meine Blockland-Runde über Worpswede“, erzählt der 15-Jährige, der in Horn eine sportbetonte Schule mit der Möglichkeit des Kadertrainings besucht. Eine strikte Helmpflicht herrsche dort. Die bekleidete Schaufensterpuppe am Stand des Vegesacker BMX-Clubs trägt überdies einen Brustpanzer und einen Wirbelsäulenschutz. „Das ist das Trikot meines Sohnes, bei BMX-Racing kann man sich ganz schön verletzen“, erzählt Kerstin Mühlner.

Christel und Jürgen Bösche machen Werbung für die Sommertouren des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). „Bei uns wird keiner zurückgelassen in der Walachei“, umreißt Jürgen Bösche das Gebot der „Nächstenliebe auf zwei Rädern“. Es gebe bei den Touren keine speziellen Anforderungen an Kondition oder Ausrüstung.

Seine Frau Christel sei für die gemütlichen sogenannten Schneckentouren zuständig, auf denen mit 12 bis 14 Kilometern pro Stunde geradelt wird. Er selbst kümmert sich um die die zügigeren Tagestouren. Am 18. Mai geht es nach Worpswede, an Himmelfahrt nach Brunsbüttel. Für ein kleines Entgelt sind auch Nicht-Mitglieder willkommen. Interessiert inspizieren die Besucher ein Navigationsgerät, das wie ein Tacho am Lenker befestigt wird, allerdings zwecks Tourenplanung vorab am heimischen PC programmiert werden muss.

Nostalgisch geht es bei der Ausstellung ausgedienter Drahtesel von Detlev Schopmeier zu. Ein funktionstüchtiges Kinderrad von 1925 ist mit der damals üblichen Stockbremse ausgestattet. Das urige Rollerfahrrad – eine Kreuzung aus Roller und Fahrrad – wird mittlerweile nicht mehr hergestellt. Auch Schopmeiers Simplex-Rad aus dem Jahr 1974 ist hier ausgestellt: „Mein erstes Rad, bar bezahlt – damit waren wir damals im Urlaub in Eisenach!“ Neben einem Minidreirad aus alten DDR-Zeiten ist auch ein Oldtimer-Drahtesel mit Kleiderschutz zu bewundern.

Während am Stand der Verkehrswacht reflektierende Sicherheitsüberwürfe und die neuesten LED-Tagfahrlichter zu bewundern sind und Joachim Schwabe vom Fahrradladen „28 Zoll“ die Vorzüge von Stahlrädern preist, haben Gundmar Köster und seine Kollegen von der Polizeiinspektion Nord alle Hände voll zu tun. Gut 100 Pedalritter haben ihren Personalausweis und den Kaufbeleg ihres Rads mitgebracht, um dieses kostenlos registrieren zu lassen.

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