Behörde beklagt Vandalismus Fahrradzählstelle ist schon defekt

Bremen. Bremens 27.000 Euro teures Vorzeigeprojekt aus dem Hause des Umweltsenators ist seit zwei Wochen beschädigt. "Die Fahrradzählstelle auf der Wilhelm-Kaisen-Brücke ist Opfer von Vandalismus geworden", so Martin Stellmann vom ASV.
02.11.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Fahrradzählstelle ist schon defekt
Von Sabine Doll

Bremen. Bremens 27000 Euro teures Vorzeigeprojekt aus dem Hause des Umweltsenators hat einen Schaden - und das bereits seit zwei Wochen. "Die Fahrradzählstelle auf der Wilhelm-Kaisen-Brücke ist Opfer von Vandalismus geworden", sagte Martin Stellmann vom Amt für Straßenbau und Verkehr (ASV) gestern auf Nachfrage dieser Zeitung. Konkret geht es um das elektronische Display, das die Anzahl der vorbeikommenden Fahrräder anzeigt. Betroffen ist die Anzeige in Richtung stadtauswärts, das Display auf der anderen Seite der Zählstelle sei nach wie vor intakt.

"Auch die Messtechnik funktioniert noch", betonte Stellmann. "Diese befindet sich nämlich unter dem Asphalt, lediglich die Anzeige ist von dem Schaden betroffen." Wie lange es dauert, bis das Display wieder sichtbare Informationen über das Fahrrad-Aufkommen auf der Wilhelm-Kaisen-Brücke liefert, konnte Stellmann nicht beantworten. "Bei der Zählstelle handelt es sich immerhin um eine Einzelanfertigung, einen serienmäßigen Ersatz für die beschädigte Anzeige gibt es daher nicht", räumte der Sprecher ein. Derzeit seien Experten damit beschäftigt, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben. "Das dauert auch deshalb etwas länger, weil die neue Anzeige besser vor Vandalismus geschützt werden soll."

Umwelt- und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) hatte die Fahrradzählstelle erst am 21. September eingeweiht. Gemeinsam mit sieben weiteren - unsichtbaren - Stellen soll sie Daten zum Radverkehr im Stadtgebiet liefern, der Anteil der Fahrräder am Gesamtverkehr wird derzeit auf etwa 25 Prozent geschätzt. Lohse bezeichnete das Projekt als "weiteren Schritt Bremens hin zu einer Fahrradstadt".

Aus der Bevölkerung hatte es Kritik an der Zählstelle gegeben, wegen ihrer Anschaffungskosten. Vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltslage habe Bremen kein Geld für ein solches Projekt, so der Tenor. Umweltsenator Lohse wies diese Kritik in einem Interview mit dieser Zeitung zurück: Er bezeichnete die Zählstelle als "sinnvolles Element in einer größeren Strategie, damit mehr Menschen Fahrrad, Bus und Bahn nutzen. Ich sehe das nicht als Geldverschwendung."

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