Pastor Olaf Latzel Bremische Evangelische Kirche weist Kritik zurück

Nach der Kritik der St.-Martini-Gemeinde an der Bremer Evangelischen Landeskirche im Fall Olaf Latzel hat diese nun Stellung bezogen und die Dienstenthebung des Pastors verteidigt.
22.12.2020, 06:49
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Bremische Evangelische Kirche weist Kritik zurück
Von Mathias Sonnenberg

Die Bremische Evangelische Landeskirche (BEK) hat kein Verständnis für die Kritik der St.-Martini-Gemeinde an der vorläufigen Dienstenthebung von Pastor Olaf Latzel. Die vorläufige Dienstenthebung sei ein rein personalrechtlicher Akt infolge eines gegen ihn ergangenen Urteils in einem Strafprozess wegen Volksverhetzung vor einem Gericht, hieß es am Montag in einer Mitteilung.

Die Gemeinde habe man nicht „außen vorgehalten“, es gehe auch nicht um eine Einschränkung ihrer theologischen Freiheiten. „Diesbezügliche Unterstellungen sowie die Verunglimpfungen einzelner Mitglieder und die Kampf-Rhetorik weise ich entschieden zurück“, sagte BEK-Schriftführer Bernd Kuschnerus in Richtung der St.-Martini-Gemeinde.

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Der Vorstand der St.-Martini-Gemeinde hatte im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag Vorwürfe gegen den Kirchenausschuss erhoben. Das Vorgehen des Kirchenausschusses sei ein gezielter Angriff, „der nichts anderes bezweckt, als St. Martini zu zerstören“, warf Bauherr Jürgen Fischer der BEK vor. Fischer warf der Landeskirche vor, dass die Gemeinde im Fall Latzel über Monate hinweg außen vor gehalten wurde. „Zu behaupten, es gehe die Gemeinde nichts an, wenn man diese ihres Hirten beraubt, empfinden wir als einen Akt tiefster Missachtung und Demütigung aller Mitglieder der St.-Martini-Gemeinde.“ Als Folge will die Gemeinde ein Sonderkonvent abhalten, bei dem auch über die Trennung von der BEK nachgedacht werden soll.

Der Kirchenausschuss hatte vor rund einer Woche Olaf Latzel des Dienstes enthoben. Hintergrund ist die Verurteilung des Pastors wegen Volksverhetzung nach dessen Äußerungen über Homosexualität. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Latzel hat dagegen Rechtsmittel eingelegt, der Fall könnte sich noch über Jahre hinziehen. Aus Sicht des Kirchenausschusses soll er bis zu einer endgültigen Entscheidung sein Amt ruhen lassen. Nach dem Urteil des Amtsgerichts könne er nicht glaubwürdig predigen und würde dem Ansehen der Kirche insgesamt Schaden zufügen.

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