Kommentar über Familienrechte

Familien müssen besser unterstützt werden

Die Familienpolitik in Bremen weist große Defizite auf. Die Abwanderung junger Familien in das Umland ist für die Zukunft der Hansestadt weiterhin bedrohlich, schreibt Peter Beyer vom Familienverband.
04.10.2017, 19:58
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter Beyer
Familien müssen besser unterstützt werden

Symbolbild.

dpa

Familien sind die größte Wählergruppe, doch ihre Interessen spielten im Kampf um Wählerstimmen in den Medien und in der Politik leider kaum eine Rolle, obwohl sie die Bundestagswahlen zahlenmäßig entschieden haben. Der parteipolitisch unabhängige Deutsche Familienverband (DFV) hat auch im Bundesland Bremen sogenannte Wahlprüfsteine unters Volk gebracht. Dabei haben wir die Parteiprogramme einem „Familien-TÜV“ unterzogen.

Jede zukünftige Bundesregierung muss sich daran messen lassen, ob und wie sie die Interessen der Familien nicht nur im Wahlkampf angekündigt hat, sondern auch real umsetzt. Der Deutsche Familienverband setzt sich für eine moderne, soziale und verfassungskonforme Familienpolitik ein. Er fordert eine Politik, die Mütter und Väter in ihren selbstbestimmten Lebensentwürfen unterstützt und ihrer Erziehungsleistung – die sie für die ganze Gesellschaft erbringen – Wertschätzung und gerechte Anerkennung verschafft.

Auch Bremen hat Defizite

Dazu zählen vor allem eine echte, finanziell gestützte Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung während der dreijährigen Erziehungszeit sowie Beitrags- und Leistungsgerechtigkeit für Eltern in der Sozialversicherung. Hier mahnt der Deutsche Familienverband seit Jahren und Jahrzehnten, die Gebote der obersten Verfassungsrichter nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sondern endlich gesetzgeberisch umzusetzen.

Mit unserer bundesweiten Kampagne „Wir jammern nicht, wir klagen“ macht der DFV seit 2015 gegen zu hohe Beiträge für Familien in der Sozialversicherung mobil. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist eine familienorientierte Arbeitswelt, die Eltern mehr zeitlichen Spielraum für sich und ihre Kinder lässt. Statt einer arbeitsplatzgerechten Familie brauchen wir eine familiengerechte Arbeitswelt. Die Anforderungen an die Familien wachsen unterdessen enorm – zu Hause und am Arbeitsplatz – zeitlich, finanziell und emotional.

Auch die Familienpolitik in Bremen weist große Defizite besonders in den Bereichen Bildung, Kinderbetreuung und Bekämpfung von Kinderarmut auf. Die Abwanderung junger Familien in das Umland ist für die Zukunft der Hansestadt weiterhin bedrohlich. Hier sehen wir den Senat in der Verantwortung, eine zukunftsweisende, nachhaltige Familienpolitik über alle Ressorts hinweg einzuleiten und umzusetzen. Wir brauchen in Bremen einen echten Solidarpakt für Familien! Sowohl der Senat als auch jeder Einzelne müssen anerkennen, wie wichtig der Fokus „Familie“ für unsere Zukunft ist. Dazu möchten wir Sie alle ermutigen, denn schließlich sind wir alle ein Teil einer Familie.

Gastautor Peter Beyer

Gastautor Peter Beyer

Foto: FR

Unsere Gastautor Peter Beyer ist ehrenamtlicher Landesvorsitzender des Deutschen Familienverbandes Bremen. Der 73-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und drei Enkelkinder und war 30 Jahre lang leitender Angestellter im Finanzierungsbereich.

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