Nach dem Spiel Werder gegen RB Leipzig

Fan-Projekt kritisiert Ulrich Mäurer

Der Vorstand des Bremer Fan-Projekts wirft Innensenator Ulrich Mäurer Stimmungsmache vor. Der hatte im Vorfeld der Partie des SV Werder gegen RB Leipzig vor Ausschreitungen gewarnt.
21.03.2017, 13:08
Lesedauer: 2 Min
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Fan-Projekt kritisiert Ulrich Mäurer
Von Jan Oppel

Der Vorstand des Bremer Fan-Projekts wirft Innensenator Ulrich Mäurer Stimmungsmache vor. Der hatte im Vorfeld der Partie des SV Werder gegen RB Leipzig vor Ausschreitungen gewarnt.

Der Vorstand des Fan-Projekts Bremen kritisiert in einer Stellungnahme die Aussagen von Innensenator Mäurer (SPD) zum Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und RB Leipzig am vergangenen Sonnabend. Mäurer hatte im Vorfeld der Partie gesagt: „Wir können uns vorstellen, dass die Bremer Ultraszene dieses Spiel nutzen wird, um anzugreifen.“ Das Problem sei nicht der Anhang von RB Leipzig, sondern die Werder-Ultras. Wegen dieser „Durchgeknallten“ müsse die Bremer Polizei sehr viele Kräfte einsetzen.

Das Fan-Projekt wirft dem Innensenator nun Stimmungsmache vor: Angesichts öffentlicher Äußerungen aus der Bremer Ultraszene, ihres Verhaltens im Hinspiel sowie der einhelligen Einschätzungen von Polizei, Verein und Fan-Projekt sei zu keinem Zeitpunkt mit einer Gefährdungslage zu rechnen gewesen. Vor diesem Hintergrund sei es nicht nachvollziehbar, warum der Innensenator die Ultraszene pauschal kriminalisiere und beleidige.

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Trotz der Befürchtungen des Innensenators hatte die Polizei die Leipziger Fans vor und nach dem Spiel an der Heimkurve vorbeigeführt. Auf die sonst übliche strikte Fantrennung wurde verzichtet. „Im Zusammenhang mit den Äußerungen des Innensenators ist bei vielen Fans der falsche Eindruck entstanden, Ausschreitungen sollten gezielt provoziert werden“, teilt der Vorstand des Fan-Projekts mit. „Erst die unverantwortlichen Äußerungen von Ulrich Mäurer haben somit ein gewisses Eskalationspotenzial verursacht.“

Die Bremer Polizei hatte das Verhalten der Fanszene am Sonnabend gelobt. „Das Spiel verlief ohne größere Störungen“, hieß es in einer Pressemitteilung. „Die Bremer Fans verhielten sich friedlich und protestierten mit gemäßigten Spruchbändern gewaltfrei gegen den Aufsteiger RB Leipzig“, sagte der Einsatzleiter Heinz-Jürgen Pusch.

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Regelmäßig demonstrieren Fans anderer Klubs gegen den Bundesliganeuling RB Leipzig. Wegen der Nähe zum Red-Bull-Konzern stören sich einige Anhänger der sogenannten Traditionsvereine an dem Klub. Daher sind die Auswärtsspiele des Vereins oft mit Protesten der heimischen Fanszenen verbunden. Beim RB-Spiel in Dortmund Anfang Februar eskalierte die Lage: Vor dem Stadion kam es zu gewalttätigen Angriffen auf Leipziger Fans, in der Arena zeigten BVB-Fans dazu beleidigende Transparente.

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