Hans-Thomas Vagt zeigt im Haven Höövt konkrete Kunst / Ausstellung bis 4. Oktober

Farben und Flächen im Dialog

Konkrete Kunst zeigt Hans-Thomas Vagt aus St. Magnus in einer Ausstellung im Kunstschaufenster im Haven Höövt.
06.09.2012, 05:00
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Von Gabriela Keller

Konkrete Kunst zeigt Hans-Thomas Vagt aus St. Magnus in einer Ausstellung im Kunstschaufenster im Haven Höövt.

Vegesack. "Ich sehe in meinen Gedanken eine Form vor mir und versuche sie zu entwickeln. Dann kommt die Farbe dazu." So einfach erklärt Hans-Thomas Vagt die Entstehung seiner Bilder. Etwas Leichtes und Spielerisches haftet seinen Werken an, die jetzt bis 4. Oktober in einer Ausstellung im Kunstschaufenster im Haven Höövt zu sehen sind. Doch der Schein trügt.

Vagts Bilder sind genau durchdacht. Linienführung, Formgebung, Anordnung der reinen Farbflächen – der 52-Jährige überlässt in seinen ungegenständlichen Werken nichts dem Zufall. Es geht ihm nach eigenen Worten darum, die Wirkung von Farben und Formen auszuloten. Als Maler sieht er sich in der Tradition der konkreten Kunst. Ein Begriff, den der niederländische Maler und Kunsttheoretiker Theo von Doesburg 1924 prägte. Dieter Kock zitierte bei der Ausstellungseröffnung aus dem Manifest zur Gründung der Gruppe "Art concret", in dem von Doesburg die konkrete Kunst definierte: "Das Kunstwerk muss im Geist vollständig konzipiert und gestaltet sein, bevor es ausgeführt wird. Das Bild muss ausschließlich aus plastischen Elementen konstruiert werden, das heißt aus Flächen und Farben. Ein Bildelement hat keine andere Bedeutung als sich selbst. Denn nichts ist konkreter, wirklicher, als eine Linie, eine Farbe, eine Oberfläche."

Eine reduzierte, manchmal fast strenge Formensprache mit klar voneinander abgegrenzten reinen Farbflächen kennzeichnet die in Öl, Acryl, Tempera- und Gouachefarben gemalten Bilder von Hans-Thomas Vagt. Die Werke fordern den Betrachter laut Kock auf, sich gedanklich und gefühlsmäßig mit ihnen auseinanderzusetzen. Der Künstler selbst verzichtet darauf, durch Bildtitel Interpretationsvorgaben zu machen. Jeder Besucher kann sich beim Betrachten der Werke seine eigenen Vorstellungen machen. "Manchmal sehen Besucher in den Bildern etwas ganz anders als ich selber", erzählt der Maler. Für ihn sei es vollkommen in Ordnung, wenn Besucher etwa eine bunte, spitz zulaufende Ansammlung von Farbflächen als Narrenkappe deuten. Einige Bilder machen es dem Betrachter leicht, sie zu erfassen. In einem Werk in erdigen Farben mit einem orangefarbenen Kreis als Farbtupfer geht es um die elementaren Grundlagen des Lebens. Andere Werke entziehen sich dem schnellen Zugriff. Der Betrachter muss sich auf sie einlassen, um den tieferen Sinn der abstrakten Zeichen zu entschlüsseln.

Vagt, der als Angestellter im Rechnungswesen einer Im- und Exportfirma arbeitet, malt seit 1992. Er nahm Einzelunterricht an der Freien Kunstschule Bremen bei Ulla Vossiek und im "Offenen Atelier" der Hochschule für Künste bei Helga von Häfen. Beim "Kunstfrühling" und "Kunstherbst", organisiert von der Künstlerin Bärbel Kock, ist er regelmäßig zu Gast.

Farben und Flächen im Dialog

Hans-Thomas Vagt zeigt im Haven Höövt konkrete Kunst / Ausstellung bis 4. Oktober

Zitat:

"Manche Besucher sehen

in den Bildern etwas

anderes als ich selber."

Hans-Thomas Vagt

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