Szenische Lesung mit elektronischer Musik soll Fans des Gute-Zeiten-schlechte-Zeiten-Darstellers ansprechen

Felix Isenbügel als Mephisto

Altstadt. "Faustrausch" heißt das neue unabhängige Projekt von Felix Isenbügel. Der Schauspieler ist als Carsten Reimann in der Fernsehserie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (GZSZ) zu deutschlandweitem Ruhm gekommen. "Faustrausch", das ist Goethes "Faust" beschränkt auf drei Stimmen: Faust, Mephisto und Gretchen. "Doch dadurch geht nicht wirklich viel verloren", meint Felix Isenbügel. Er will, dass der gesprochene Text mit elektronischer Musik zusammenfindet. "Weil es das noch nicht gibt, fand ich es sehr spannend", sagt der Schauspieler über seine Intention, den Text nicht einfach mit Musik zu unterlegen, sondern beides gleichberechtigt nebeneinander zu stellen und sich ergänzen zu lassen. Wobei mit Musik ganz exemplarisch elektronische Musik gemeint ist, die er bevorzugt.
09.02.2012, 05:00
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Von Sabine Grulke

Altstadt. "Faustrausch" heißt das neue unabhängige Projekt von Felix Isenbügel. Der Schauspieler ist als Carsten Reimann in der Fernsehserie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (GZSZ) zu deutschlandweitem Ruhm gekommen. "Faustrausch", das ist Goethes "Faust" beschränkt auf drei Stimmen: Faust, Mephisto und Gretchen. "Doch dadurch geht nicht wirklich viel verloren", meint Felix Isenbügel. Er will, dass der gesprochene Text mit elektronischer Musik zusammenfindet. "Weil es das noch nicht gibt, fand ich es sehr spannend", sagt der Schauspieler über seine Intention, den Text nicht einfach mit Musik zu unterlegen, sondern beides gleichberechtigt nebeneinander zu stellen und sich ergänzen zu lassen. Wobei mit Musik ganz exemplarisch elektronische Musik gemeint ist, die er bevorzugt.

"Die Idee dazu kam mir 2009 bei einer Aufführung im Wiener Burgtheater, als ich in der letzten Reihe stand, kaum etwas sehen konnte, aber die Sprachgewalt des ,Faust' spürte", erinnert sich der Künstler. Seit 2010 plante er seinen "Faustrausch", der im Herbst in Berlin Premiere hatte. Damit will er insbesondere seinen vielen jungen Fans, die er nach eigenen Worten "durch GZSZ hat, klassische Literatur nahebringen: auf moderne Art und Weise".

Für den "Faustrausch" habe er "tolle Mitarbeiter gefunden", sagt Isenbügel. Er selbst ist nicht nur Produzent, sondern spricht den Mephisto. Otto Strecker übernimmt den Part des Faust und Jana Pozewa spricht das Gretchen. In einer kleinen Nebenrolle wird der Synchronsprecher Helmut Krauss Gottes Part übernehmen. Der 70-Jährige hat unter anderem dem Klingonen-Commander aus "Star Trek V" seine Stimme geliehen und Fred Feuerstein. Lara Eustermann spricht eine Hexe. Regie führt Otto Strecker.

Nüchtern betrachtet, ist "Faustrausch" also ein Hörspiel. Die akustische Inszenierung der Tragödie soll aber den ewig aktuellen Konflikt zwischen Gut und Böse in die Moderne transportieren. Eine Kunstform, die das "gewaltige Stück Weltliteratur spielend leicht in das 21. Jahrhundert überführt und zugänglich macht für junge Hörer", verspricht die Ankündigung. Der 25-jährige Isenbügel, in Berlin geboren, aber in Fischerhude aufgewachsen, ist neben der Schauspielerei im Fernsehen viel auf Theatertournee und arbeitet auch als Sprecher. Er will das Stück von Goethe, durch das er sich selbst in der Schule eher hindurchquälen musste, seinen jungen Fans näherbringen. Dazu hat der Berliner Pianist, Komponist und Produzent Christopher Noodt elegante Elektrobeats, Geräusche und Melodien unter die kraftvollen Dialoge gelegt.

Isenbügel hat ein Gesangsstudium absolviert. In der Kino-Verfilmung von Schillers "Kabale und Liebe" spielte er den Ferdinand. Für "Faustrausch" hat er zunächst die Produktionskosten übernommen. Die CD ist in der Edition Fux erschienen.

"Faustrausch": Freitag, 10. Februar, 20 Uhr, Kulturkirche St. Stephani. Eintritt 18 Euro, ermäßigt elf.

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