Fertig zur Sichtabnahme

Der Himmel ist grau, noch immer lässt der Frühling auf sich warten. Doch für Simone und Sebastian May ist dieser Tag trotzdem ein besonderer. Das Ehepaar steht am neuen Eigenheim, wo die Bauabnahme angesetzt ist.
20.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Fertig zur Sichtabnahme
Von Frauke Fischer
Fertig zur Sichtabnahme

Bauleiter Sven Klopotek vom Bauträger prüft den Neubau der Familie May und erklärt den Bauherren Simone und Sebastian May, wie alles funktioniert.

Karsten Klama

Der Himmel ist grau, noch immer lässt der Frühling auf sich warten. Doch für Simone und Sebastian May ist dieser Tag trotzdem ein besonderer. Das Ehepaar steht morgens pünktlich um 9 Uhr am neuen Eigenheim.

Für heute ist die Bauabnahme angesetzt. Bauleiter Sven Klopotek wird in den kommenden Stunden mit ihnen im neuen Haus von Raum zu Raum gehen, sorgfältig Fenster und Türen, Wände, Lüftungsauslässe, Heizkörper, Fugen und Fliesen in den Bädern begutachten. Haben die Handwerker sauber gearbeitet? Ist alles erledigt, was zum Leistungsumfang gehört? Lassen sich die elektrischen Rollläden rauf und runter fahren? Funktionieren Lüftung und Licht in dem Niedrigenergiehaus? Lassen sich die Fenster problemlos öffnen und wieder schließen?

Mit prüfendem Blick durchs Haus

Üblicherweise, sagt Klopotek, übernehmen sie von Bauträgerseite solche Termine zu zweit. Einer erklärt und begutachtet mit den Kunden, der zweite schreibt Protokoll, und zwar eines mit Durchschlag. Dieses Mal übernimmt der Bauingenieur beide Rollen. Auch das kommt vor und ist offenbar unproblematisch.

Wenn die Mays mit prüfendem Blick durch ihre neuen vier Wände streifen, ist immer mal Zeit für Notizen. Am Ende werden die Teilnehmer der sogenannten Sichtabnahme das Protokoll in die Hand bekommen. Wenn sie sich dann ein paar Wochen später zur Schlüsselübergabe wiedertreffen, wird geschaut, ob alle bei der Bauabnahme festgestellten Mängel behoben worden sind. Zwei dicke Ordner mit Bedienungsanleitungen und Plänen bekommen die Mays dann außerdem in die Hand. Das stellt der Bauleiter schon mal in Aussicht.

Simone und Sebastian May nicken. Sie sind gespannt, was auf sie zukommt. Die Wichtigkeit dieses Termins ist ihnen klar. Auch der Aufenthalt im neuen Haus an diesem Morgen bekommt dadurch einen besonderen Stellenwert. Regelmäßig haben sich die Mays über den Baufortschritt informiert. Und nun ist fast alles fertig.

0320_OBERNEULAND

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Im Dachgeschoss startet die kleine Gruppe ihre Tour. Seit dem ersten Besuch der Mays vor etwa einem Jahr an der Johann-Neudörffer-Straße im Wohnpark Oberneuland hat sich so vieles verändert. Aus den Rohbauzeilen ist fast schon ein Quartier geworden, die ersten Familien wollen bis Ostern einziehen. Möbelwagen liefern Einrichtungen an. Carports sind zwischen den Reihenhäusern entstanden, Gärten werden angelegt, Gehweg- und Terrassenplatten verlegt. Die Parkplätze vor den Häuserzeilen sind tagsüber voll besetzt mit Autos und Lieferwagen von Handwerkern.

Vor der Haustür des May-Heims verfugen zwei Handwerker gerade die Bodenplatten mit Sand. Drinnen kommt es den Besuchern wohlig warm vor. Die Heizung läuft, um Wände und Böden bis zum Einzugstermin zu trocknen.

„Dies ist rein rechtlich ein sehr wichtiger Termin“, erläutert Klopotek beim Gang durchs Haus noch einmal. Die Beweislast kehre sich damit um. Die fünfjährige Gewährleistung, so der Bauingenieur, beginne mit diesem Datum (siehe auch Artikel auf dieser Seite).

Bis zur Bauabnahme sei der Bauträger für alles im Haus im Rahmen des vereinbarten Leistungsumfangs verantwortlich. Mit dem Termin nun wird diese Verantwortung auf die Eigentümer übergehen. Die Handwerksarbeiten etwa von Malern oder Parkettlegern, die sie beauftragt haben oder noch beauftragen, fallen nicht unter die Gewährleistung des Bauträgers.

„Natürlich können wir nicht jede Steckdose ausprobieren“, sagt Bauingenieur Sven Klopotek. Doch der Rahmen für die Bauabnahme ist klar. Entsprechend konzentriert begutachten die Mays die einzelnen Räume und Einbauten.

Im Dachgeschoss geht es als erstes auf die Terrasse, Klopotek erläutert Ablaufrinnen und -kasten sowie deren Säuberungsmöglichkeiten. Die elektrischen Rollläden lassen sich von drinnen über Schalter bedienen.

FAMILIE-MAY-LOGO

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Auch für die Installation einer elektrischen Markise ist alles vorbereitet. Im Duschbad auf der gleichen Etage hat Simone May dann etwas gefunden, was ihr nicht gefällt: Zwischen den Fliesen soll an einigen Stellen neu verfugt werden. Klopotek markiert bereitwillig die Stellen mit roten Klebepunkten, dann geht es weiter mit der Besichtigung. „Probieren Sie bitte die Fenster aus“, ermuntert der Bauleiter. Dabei gucken die drei auf die Flachdächer der neuen Carports, die bereits begrünt sind. Bei langer Trockenheit, so Klopotek, solle man die Begrünung dort oben mal wässern. „Muss man dort auch mähen?“, möchte Sebastian May wissen. Klopotek schüttelt den Kopf. Nicht nötig.

Einzug nach der Schlüsselübergabe

Dann geht es abwärts in die nächste Etage, wo die Schlafzimmer von Eltern und Tochter sind, und schließlich ins Erdgeschoss mit Wohnzimmer, Küche und Gäste-WC. Die Treppenstufen bleiben mit Pappe abgeklebt, solange die Handwerker ein- und ausgehen. Das soll nun nicht mehr allzu oft der Fall sein.

Die Maler fehlen noch, sie sollen die frisch gespachtelten Wände streichen. Die Parkettleger kommen noch und die Küchenbauer.

Dann ist der nächste Termin nach der offiziellen Schlüsselübergabe auch schon der Einzugstermin. Und Ende April trifft dann zu, was das Klingelschild schon jetzt verrät: „May Home“.

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