"Fugro Galaxy" hält rund 240 Einsatzkräfte auf Trab / Lob für die Einsatzleiter Feuerwehr-Übung läuft wie am Schnürchen

Von Hannelore Johannesdotter
Lesedauer: 2 Min
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Von Hannelore Johannesdotter

Motzen. "Das gibt?s doch gar nicht. Wo brennt?s denn nun schon wieder?" Ungläubig sahen Einwohner aus Ganspe am frühen Sonnabendnachmittag unzählige Fahrzeuge mit Blaulicht und Signalhorn in Richtung Fassmer fahren. Da über dem Firmengelände aber kein Rauch zu sehen war, beruhigten sich einige selbst: "Das ist bestimmt eine Übung."

Richtig. Die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Wesermarsch hatte sich für ihre große Übung diesmal das für das Gros der Feuerwehrleute unbekannte Firmengelände mit Glasfaserkunststoff-Fertigung und hohen Industriehallen hinter dem Weserdeich ausgesucht. In Absprache mit der Firmenleitung, die wiederum die Genehmigung des Eigners einholte, durfte der Schiffsneubau in die Bereitschaftsübung einbezogen werden. Sie hieß deshalb "Fugro Galaxy".

Unter Leitung des Berner Gemeindebrandmeisters Klaus Niekamp und des stellvertretenden Warflether Ortsbrandmeisters, Herbert Meyer, lief die Übung, die um 13.28 Uhr begann, wie am Schnürchen.

Für beide war es neu, mit einem Führungsstab zusammen zu arbeiten. Resümierend stellte Vize-Kreisbrandmeister Hartmut Schierenstedt am Schluss der Übung um 16 Uhr fest: "Beide haben sachlich und ruhig agiert und ihre Aufgaben sehr gut erledigt. Sie waren jederzeit Herren der Lage." Das Szenario sah vor, dass in Halle 4 bei Fassmer in Folge von Schweiß- und Flexarbeiten ein Feuer ausgebrochen war. Es breitete sich rasch aus, und betraf schließlich auch das Lager der Harze. Einige Mitarbeiter befanden sich noch in der Halle, und es bestand die Gefahr, dass der Brand sich weiter Richtung Halle 5 ausweitet. Funkenflug hatte auf der "Fugro Galaxy" einen Schwelbrand entfacht. Die auf dem Schiffsneubau einen tätigen Mitarbeiter waren im Schiffsinneren eingeschlossen.

Verletzten-Sammelstelle

Die "Verletzten" wurden von acht Mitgliedern der Ortswehr Weserdeich gestellt. Sie hatten zum Teil üble "Verletzungen", für die die Realistische Unfall-Darstellung der Johanniter-Unfallhilfe (JUH) Stedingen sich allerlei hatte einfallen lassen. Die Johanniter sorgten für eine Verletzten-Sammelstelle vor der Firmenverwaltung und zum Abschluss auch für die warme Mahlzeit aus der JUH-Küche.

Rund 240 Kräfte der Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis nahmen an der Übung teil. Die Ortswehr Warfleth war zusammen mit ihrer Zugverbandswehr Hekeln als erste vor Ort.

Wegen der Gefährlichkeit des angenommenen Brandes wurden nach und nach alle sechs Fachzüge der Kreisfeuerwehrbereitschaft - dazu gehört unter anderem der Umweltzug - angefordert. Mit in Bereitschaft war auch das Flachwasserboot "KBM Schnittjer", das in Frieschenmoor stationiert ist, und die DLRG-Ortsgruppe Berne mit ihrem Boot "Stedinger". Während die Frieschenmoorer die Brandbekämpfung von der Wasserseite aus übten, hatten die Rettungsschwimmer der DLRG ein wachsames Auge auf das Geschehen auf und an der Pier.

Für die Personenrettung auf der "Fugro Galaxy" waren die Fachzüge 2 und 6 eingeteilt. Doch die ereilte gegen 15 Uhr ein echter Alarm: In Elsfleth brannte in der Nähe des Bahnhofs tatsächlich eine Bootshalle, in der Gasflaschen gelagert waren. Einige waren laut Auskunft bereits explodiert. Die beiden Züge und der Atemschutzgerätezug aus dem Fachzug 5 wurden, wie Hartmut Schierenstedt erläuterte, nach Elsfleth verlegt. Mit ihnen fuhr Kreisbrandmeister Werner Zirk.

Nun hieß es für die einen Kräfte, sich auf einen echten Einsatz zu konzentrieren. Für die vor Ort verbleibenden verteilte die Einsatzleitung die Aufgaben neu. Kreisbrandmeister Hartmut Schierenstedt berichtete, dass eine Übung in dieser Größenordnung rund ein halbes Jahr Vorlauf habe.

Sie fand deshalb rein zufällig sechs Wochen nach dem Großbrand im Kindergarten und Turnhallenkomplex Ganspe statt. Der Brandschutzbeauftragte von Firma Fassmer, Stefan Krings, begleitete überdies die Übung.

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