Vegesack/Wiesbaden Film „Enjoy the Music“ erntet Prädikat: besonders wertvoll

Vegesack·Wiesbaden (ajb). Der von den Nordbremern Wilhelm Rösing und Marita Barthel-Rösing über die Pianistin Edith Kraus gedrehte Film „Enjoy the Music“ ist von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) in Wiesbaden mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet worden. Zusätzlich ist der 100-Minuten-Streifen als Dokumentarfilm des Monats Dezember 2013 ausgewählt worden.
10.02.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Albrecht-Joachim Bahr

Der von den Nordbremern Wilhelm Rösing und Marita Barthel-Rösing über die Pianistin Edith Kraus gedrehte Film „Enjoy the Music“ ist von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) in Wiesbaden mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet worden. Zusätzlich ist der 100-Minuten-Streifen als Dokumentarfilm des Monats Dezember 2013 ausgewählt worden. Der Pressedienst der FBW schreibt dazu: „Ein kluger, ruhiger Film, spannend auch ohne viel bewegtes Archivmaterial. Außerdem eine respekt- und liebevolle Verbeugung vor einer großen Künstlerin.“

Wilhelm Rösing sieht diese Auszeichnung als „tolle Anerkennung unserer Arbeit. Da steckt viel Herzblut drin“. Die Kinos reagierten jetzt zum Teil gar ohne sein Zutun: „Der Film ist sogar eine Woche im Zoo-Palast in Berlin gelaufen. Dabei haben die ihn ins Programm genommen schon bevor sie eine DVD hatten.“ Überhaupt würde er zurzeit mit Angeboten, den Film zu zeigen, überschwemmt. „Die Auszeichnung ist für die Kinobetreiben eben eine hilfreiche Skala, nach der man sich richten kann.“ Der Film, den die NORDDEUTSCHE im November vergangenen Jahres vorgestellt hat, ist ein Stück Zeitgeschichte und gleichzeitig das Psychogramm eines 100-jährigen deutsch-jüdischen Lebens.

Edith Kraus wird 1913 als Kind tschechisch-jüdischer Eltern in Wien geboren. Sie wächst in Karlsbad auf und gilt schon mit elf Jahren als musikalisches Wunderkind. Als 13-Jährige beginnt sie, in Berlin Klavier zu studieren und lebt später als erfolgreiche Pianistin und Klavierpädagogin in Prag. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Deutschen wird sie mit einem Auftritts- und Berufsverbot belegt. Im Jahr 1942 wird Edith Kraus ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Als einzige Überlebende ihrer Familie emigriert sie nach dem Krieg nach Israel.

So weit die nüchterne Chronologie. Die aber erfüllt Edith Kraus selbst mit Leben. Und ihre Schilderungen wühlen den Zuschauer immer wieder auf. Und dies nicht allein wegen der grausamen Erfahrungen, die die Protagonistin durchlebt hat. Es ist eher die Art und Weise, wie Edith Kraus Glück und Unglück, lichte Zeiten und Katastrophen für sich einordnet. Und nicht selten macht sie das mit Ironie.

„Enjoy the Music“ wird auch in Vegesack wieder zu sehen sein: am Donnerstag, 27. Februar, um 18 Uhr im Oberdeck der Stadtkirche, Kirchheide 10. Wilhelm Rösing und Marita Barthel-Rösing werden anwesend sein.

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