DFB-/Lottopokal: SV Grohn muss sich daheim dem Ligagefährten FC Bremerhaven beugen - 0:3 Finaleinzug klar verfehlt

Grohn. Mit einer fairen Geste verabschiedete Cüneyt Gülkan, Kicker des FC Bremerhaven, den Grohner Trainer Juan Schrader nach dem Pokalaus (0:3) im DFB-Lottopokal Richtung Kabine. 'Kommt bitte bald wieder. Wir spielen gerne hier.' Und wie sich die Seestädter auf dem Oeversberg wohl fühlten, zeigten sie, nach der 1:0-Halbzeitführung, in diesem Halbfinale vor allem im zweiten Abschnitt.
14.05.2010, 01:00
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Von Olaf Schnell

Grohn. Mit einer fairen Geste verabschiedete Cüneyt Gülkan, Kicker des FC Bremerhaven, den Grohner Trainer Juan Schrader nach dem Pokalaus (0:3) im DFB-Lottopokal Richtung Kabine. 'Kommt bitte bald wieder. Wir spielen gerne hier.' Und wie sich die Seestädter auf dem Oeversberg wohl fühlten, zeigten sie, nach der 1:0-Halbzeitführung, in diesem Halbfinale vor allem im zweiten Abschnitt.

Der Siegeswille des Gastgebers war durchaus vorhanden, zumal man sich zuletzt beim FC Bremerhaven mit 2:1 durchgesetzt hatte. Und fast hätte es auch mit der Führung geklappt, als die 'Husaren' in der zwölften Minute sich eine gute Möglichkeit herausspielten. Im Mittelfeld erkämpfte sich der lauffreudige Darius Liwiak den Ball. Seine Flanke auf den langen Pfosten nahm sein Teamkollege Viktor Schlak gekonnt auf, doch meisterte der aufmerksame FCB-Schlussmann Muharrem Gülec seinen Kopfball und fischte das Spielgerät gerade noch so aus dem bedrohten Eck. Viktor Schlak hätte es kurze Zeit später noch einmal richten können, als die Seestädter vergeblich auf den Abseitspfiff warteten. So konnte Schlak den Ball aufnehmen, fand aber erneut seinen Meister in Muharrem Gülec.

Dogan: Grohn enttäuschte mich

Hiernach verlagerte sich das Spielgeschehen Richtung Grohner Hälfte, was nach Spielende auch der jubelnde, an Krücken gehende, FCB-Co-Trainer Mehmet Dogan unterstrich. 'Nach 15 Minuten hatten wir die Partie im Griff. Die Grohner enttäuschten mich in diesem Halbfinale. So geht man einfach nicht in solch ein Spiel rein.' Nach der Kopfball-Chance des Gästeakteurs Matthias Balke klingelte es dann in der 25. Minute zum ersten Mal im Grohner Kasten, als Mustafa Akaydin aus 20 Metern einen Schuss abfeuerte und Grohns Torwart Bahadir Kilickeser nur noch mit den Fingerspitzen ran kam und so das 0:1 nicht verhindern konnte.

Nach dem Wechsel und den vergebenen Chancen von Viktor Schlak (53.) und Savas Kaleli (65.) forderte SVG-Trainer Juan Schrader von seinen Mannen mehr Mut und schickte Peter Bailote Penisga in die Offensivabteilung - der eingewechselte Marc Coldewey ging für Bailote Penisga nach hinten. Doch wurde der Druck der Seestädter immer stärker, zudem schlichen sich beim Gastgeber Unkonzentriertheiten ein. Wie in der 75. Minute, als Savas Kaleli im Vorwärtsgang den FCB-Joker Kenan Kocan übersah und auch nicht von seinen Mitspielern gewarnt wurde.

So hatte Kocan, der nach einer sehr langen Verletzungspause erstmals wieder mitspielte, keine große Mühe, sich den Ball zu erobern und auch noch den zu weit vor dem Tor stehenden Grohner Schlussmann Behadir Kilickeser mit einem Heber aus rund 20 Metern zu überlisten (2:0). Kenan Kocan war es dann auch, der nach einem Balke-Zuspiel in der 82. Minute für den 3:0-Endstand sorgte. Eine höhere Niederlage verhinderte in der Schlussphase SVG-Torwart Behadir Kilickeser, der per Fußabwehr den Schuss von Mustafa Akaydin abwehrte. 'Wir haben uns in der zweiten Halbzeit wieder kaum Chancen erarbeitet. Durch individuelle Fehler kassieren wir hinten dann die Gegentore. Das ist Woche für Woche das Gleiche. Dennoch war ich positiv überrascht, dass wir noch so gut dagegen gehalten haben' (Kilickeser).

Die siegreichen Seestädter müssen jetzt im DFB-Lottopokal am Mittwoch, 19. Mai, beim Regionalligisten FC Oberneuland auflaufen, der sich gegen den TuS Schwachhausen mit 5:3 durchsetzte - und die Grohner können sich nun auf die restlichen drei Begegnungen in der Bremen-Liga konzentrieren. Theoretisch ist zwar immer noch den Klassenerhalt möglich, aber dafür müssen die 'Husaren' alles gewinnen und vor allem der Drittletzte OT Bremen und möglichst auch TSV Melchiorshausen leer ausgehen.

Mit dem Abstieg haben sich die Mannen um Juan Schrader bereits abgefunden und wollen dann auch so schnell wie möglich den Wunsch des FCB-Spielers Cüneyt Gülkan erfüllen und bald wieder in die Bremen-Liga zurückkehren.

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