Bremen: 35 Millionen Euro für Sanierung Finanzspritze für bröckelnde Gebäude

Mehr als 35 Millionen Euro plant Bremen im laufenden Jahr zur Sanierung öffentlicher Gebäude ein. Vor allem Schulen, das Überseemuseum und das Gesundheitsamt sollen saniert werden.
29.02.2016, 00:00
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Finanzspritze für bröckelnde Gebäude
Von Wigbert Gerling

Mehr als 35 Millionen Euro plant Bremen im laufenden Jahr zur Sanierung öffentlicher Gebäude ein. Vor allem Schulen, das Überseemuseum und das Gesundheitsamt sollen saniert werden.

Gut 175.000 Euro sind laut Liste des Finanzressorts für Dacharbeiten an der Schule Parsevalstraße vorgesehen, 730.000 Euro sind fürs Gesundheitsressort einkalkuliert, wo unter anderem in den Brandschutz investiert werden soll.

„Gebäudesanierungsprogramm 2016“ lautet die Überschrift zu der Darstellung, die das Finanzressort für die Sitzung der Landesregierung am Dienstag erarbeitet hat. Zum Befund heißt es, dass an Immobilien, die der Stadt gehörten, „zahlreiche Schäden“ festgestellt worden seien, „deren Beseitigung teilweise unumgänglich ist“, um die Sicherheit nicht zu beeinträchtigen. Zudem gebe es „dringlichen Sanierungsbedarf“ beispielsweise an Fassaden, Dächern, Heizungsanlagen und Toiletten. Die Erhaltung der öffentlichen Bausubstanz werde als wichtig eingestuft und werde in der Finanzplanung vorrangig .

Wenn der Senat am Dienstag über dieses Gebäudesanierungsprogramm berät, stützt er sich auf eine Prognose zum finanziellen Aufwand, der voraussichtlich 2016 bewältigt werden müsste – einschließlich der Kosten auch für Bauarbeiten, die bereits angelaufen sind. Benötigt werden laut Übersicht für die Kabinettssitzung 35,603 Millionen Euro. Auf der Liste stehen 40 Projekte, die auf diesem Weg finanziert werden.

Unter der laufenden Nummer eins heißt es: „Statische Fassadensanierung/Turnhalle.“ Es geht um die Schule Auf den Heuen in Oslebshausen und um Arbeiten, die laut Finanzressort mit insgesamt gut 1,8 Millionen Euro veranschlagt sind. Bis Ende 2015 seien bereits über 280.000 Euro dieser Summe eingesetzt worden, in diesem Jahre kämen voraussichtlich 450.000 Euro hinzu. Alles Weitere müsse dann für die Zeit danach in der Haushaltsplanung berücksichtigt werden. Vorgesehen ist Geld unter anderem auch zur Anlage eines zweiten Rettungswegs an der Gesamtschule Mitte an der Hemelinger Straße in der östlichen Vorstadt. Rund 255.000 Euro solle das Projekt insgesamt kosten, knapp 50.000 seien für 2016 eingeplant

Zu den größeren Posten gehören Sanierungsarbeiten am Bürger- und Sozialzentrum Huchting, wo damit gerechnet wird, dass in diesem Jahr fast vier der insgesamt 8,9 Millionen Euro ausgegeben werden müssen. Unter anderem die Fenster und das Dach gehören laut Liste zum Erneuerungsprogramm für die Oberschule Roter Sand in Woltmershausen. Insgesamt ist eine Investition in Höhe von gut zehn Millionen Euro vorgesehen, 2016 würden voraussichtlich 1,7 Millionen fällig. Für das nächste Jahr sind bereits weitere fünf Millionen eingeplant.

Auch kulturelle Einrichtungen auf der Liste

In einem Durchgang, ohne dass die Planer weitere Kosten in den folgenden Jahren einbeziehen müssten, soll demnach das Gesundheitsamt an der Horner Straße umgebaut werden. Unter anderem geht es um den Brandschutz, aber auch um die PCB-Sanierung. Diese Polychlorierte Biphenyle wurden jahrzehntelang und auf jeden Fall bis in die Siebzigerjahre bei Bauarbeiten eingesetzt – zum Beispiel in Fugen- oder Spachtelmassen. Die PCB sind als stark gesundheitsschädigend eingestuft und können demnach bei einer hohen Konzentration in der Raumluft den Organismus angreifen.

Auf der Liste für Gebäudesanierungen stehen auch kulturelle Einrichtungen der Kommune. Beim Überseemuseum würden unter anderem die Fenster saniert. Das Vorhaben ist insgesamt mit fast zwei Millionen Euro kalkuliert. Ein erster, kleinerer Anteil sei bereits im vergangenen Jahr freigegeben worden, für 2016 müsse nun mit 648 000 Euro gerechnet werden. Im kommenden Jahr seien es dann voraussichtlich weitere 1,1 Millionen Euro. Zudem werde Geld gebraucht, so heißt es in der Darstellung aus dem Haus des Reichs, um die Ausstellung „Amerika und Geschichte“ zu sanieren.

Die Kultur sei an dem Gesamtvolumen von 35,603 Millionen Euro allerdings insgesamt lediglich mit einem Anteil von knapp neun Prozent beteiligt, heißt es in der Vorlage für die Senatssitzung. Gut 3,1 Millionen Euro flößen in diese Richtung. Die höchste Quote bei der Verteilung der Sanierungsmittel erreiche mit 58 Prozent das Ressort für Kinder und Bildung. Da insbesondere zahlreiche Schulen unter den 40 Positionen der Soll-Liste auftauchen, ist hier eine Summe von insgesamt rund 20 Millionen Euro eingeplant.

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